Erste Phase des Promotionskollegs VisDeM feierlich abgeschlossen

Insgesamt zwölf Projekte untersuchten in den vergangenen drei Jahren verschiedene Aspekte von Visualisierungen in Bezug auf den Lernprozess von Schülerinnen und Schüler.

Rede von Prof. Dr. Duncker der Univ. Gießen

Rede von Prof. Dr. Duncker der Univ. Gießen

Das interdisziplinär ausgerichtete Promotionskolleg VisDeM I (Visualisierungen im Deutsch- und Mathematikunterricht) der Pädagogischen Hochschule Freiburg präsentierte am 24. Juni 2016 die Ergebnisse der Forschungen.
Das Graduiertenkolleg wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gefördert und wird aufgrund seines Erfolgs für eine zweite Phase von weiteren drei Jahren mit vertiefenden Schwerpunkten weitergefördert werden. Im Fokus der ersten Förderphase des Promotionskollegs lag die Untersuchung von Visualisierungen, welche Lernende der Primarstufe und Sekundarstufe I dabei unterstützen, Inhalte und Fachsymbolik zu verstehen und anzuwenden. In der zweiten Phase wird die unterrichtliche Umsetzung der entwickelten Konzepte weiter forciert.

Feierlicher Abschluss der ersten Förderphase

Nach einem feierlichen musikalischen Auftakt von Studierenden des Instituts für Musik wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Ulrich Druwe, Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg, sowie den beiden Projektleitern, Prof. Dr. Petra Gretsch (Deutsch) und Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Mathematik), eröffnet. Die Erläuterungen der fachdidaktischen Fragestellungen wurden jeweils hinsichtlich des Forschungsdesigns und des Einsatzes geeigneter Forschungsmethoden seitens der Pädagogischen Psychologie (Prof. Dr. Markus A. Wirtz) begleitet. Das MWK war durch Dr. Erich Streitenberger vertreten, der sich ausführlich über die Ergebnisse der Projekte informierte.

Vortrag über die Bedeutung der ästhetischen Alphabetisierung

Einführend erläuterte der Gastredner des Instituts für Schulpädagogik, Elementarbildung und Didaktik der Sozialwissenschaften der Universität Gießen, Prof. Dr. Ludwig Duncker, die zunehmende Bedeutung der Bildliteralität als Bildungsziel. Herr Duncker ist Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt der Pädagogik des Primar- und Sekundarbereichs. Er plädierte dafür, die ästhetische Alphabetisierung als eine ebenso wichtige Aufgabe von Bildung anzusehen, wie die Einführung in die Schriftkultur. Eine aktuelle Analyse von gängigen Lehrwerken der Grundschule zeigte, dass Bilder in Lehrmaterialien vorwiegend zur Illustration verwendet werden oder eine schmückende Funktion haben, der inhaltliche Vermittlungsschwerpunkt jedoch weitgehend über Texte gesteuert wird. Die implizite Absicht von Bildern in Lehrwerken reicht vom Eindeutigen und Eingrenzenden bis zum in Frage stellen, das auch Jüngere zum Denken und Diskutieren anregen kann. Hier bietet sich die Chance für eine Stärkung des „Sehen Lernens“ über den Kunstunterricht hinaus durch die Vermittlung von Kompetenzen der Bildsprache und der darin transportierten Botschaften.

Auch die zeichnerische Darstellungsfähigkeit von Kindern wurde untersucht

Promovend Wolfgang Bay (Teilprojekt D.1)

Promovend Wolfgang Bay (Teilprojekt D.1)

Im Anschluss an die Rede von Prof. Dr. Duncker stellten dann acht Promovierende ihre Forschungsthemen und -ergebnisse bei einer Kurzpräsentation vor und standen anschließend an Postern zur Diskussion und für Fragen zur Verfügung. Vier Projektbereiche mit je zwei bis drei Teilprojekten bezogen sich in der Deutsch- und Mathematikdidaktik auf den Einfluss von Visualisierungen auf das Lernen von Inhalten, wie z.B. statistischer oder funktionaler Zusammenhänge mit Unterstützung von Visualisierungen oder die Rolle von Visualisierungen beim Nacherzählen von Fabeln.

Die Promovierenden des Kollegs VisDeM

Die Promovierenden des Kollegs VisDeM

Ein übergreifendes Projekt analysierte Visualisierungskompetenzen aus einer Meta-Perspektive und identifizierte Teilkompetenzen der Visualisierungskompetenz als Modell. Ergänzend wurden übergreifende Fragestellungen aus einer erziehungswissenschaftlichen sowie einer künstlerisch-ästhetischen Perspektive untersucht, die zeichnerische Darstellungsfähigkeit von Kindern untersuchten.

Erfreulicherweise konnte das fächerübergreifende Promotionskolleg mit seinen innovativen Forschungsergebnissen der Unterrichts- und Bildungsforschung zur Visualisierung das finanzierende MWK von der Finanzierung einer zweiten Forschungsphase mit weiteren zwölf Forschungsprojekten überzeugen, die auf den Ergebnissen der ersten Forschungsgruppe aufbauen werden.

 


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