Alle Beiträge von jana

Praxisphasentag 2017: „Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten“

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Zukunft der Lehrerbildung tatsächlich etwas ist, was vom ersten Semester bis zum Ende der ganz langen Praxisphasen durchgehend sich gegenseitig ergänzt und befruchtet und verstärkt. Und in diesem Sinne brauchen wir die Innovationskraft der Praktiker, die heute zahlreich vertreten sind. Ich freue mich auf den heutigen Tag.“
– Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Universität Freiburg, Leitung FACE-Praxiskolleg

Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Hochbruck am 22.09.2017 den Praxisphasentag 2017 und verdeutlichte zugleich das Kernanliegen des Praxiskollegs, welches sich auch im Konzept der Tagung widerspiegelt: Einerseits wurde die Theorie-Praxis-Verzahnung vor, nach und während der Praxisphasen im Lehramtsstudium fokussiert, andererseits wurde der Dialog zwischen den Vertreter*innen der Institutionen, die an der Lehrerbildung beteiligt sind, intensiviert.

Worum ging es?

Der Praxisphasentag wurde ausgerichtet vom Praxiskolleg in Kooperation mit der Abteilung Fort- und Weiterbildung des FACE. Für die Organisation und Durchführung war hierbei Ulrike Dreher verantwortlich, die gemeinsam mit Beate Epting, Dr. Martina von Gehlen und Maren Klein für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte. Die Tagung mit fortbildendem Charakter wurde gemeinsam von Albert-Ludwigs-Universität und Pädagogischer Hochschule veranstaltet. Unter dem Titel Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten subsummierten sich zwei wissenschaftliche Hauptvorträge, Austauschforen, Workshops, ein Forschungsforum und eine Abschlussdiskussion.

Wer hat teilgenommen?

Mit der Veranstaltung wurden alle Personen und Institutionen angesprochen, die Studierende und Referendar*innen in Praxisphasen betreuen und Wissenschaftler*innen, die sich mit den einzelnen Praxisphasen, deren Begleitung und Gelingensfaktoren beschäftigen. Demzufolge war das Teilnehmerfeld sehr heterogen und spiegelte die Diversität der Community of Practice wider. Lehrkräfte und Schulleitungen aller Schularten, Bereichsleiter*innen, Fachleiter*innen und Lehrbeauftragte der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (aller Schularten), Zuständige der Staatlichen Schulämter und des Regierungspräsidiums Freiburg, Dozierende der Universität und der Pädagogischen Hochschulen und Wissenschaftler*innen anderen deutscher und Schweizer Hochschulen nahmen teil, um neue Impulse für ihre Arbeit mit Studierenden und Referendar*innen und für die Kooperation zwischen den Institutionen zu bekommen.

„Lernen für die Praxis als Lernen in zwei Praxen?“

Im ersten Hauptvortrag diskutierte Prof. Dr. Tobias Leonhard (Pädagogische Hochschule der FH Nordwestschweiz) die Frage „Lernen für die Praxis als Lernen in zwei Praxen? – Versuch einer theoretischen Neuorientierung schulpraktischer Studien mit praktischen Konsequenzen“.

Mit Bezug auf eine alte Weisheit der Dakota-Indianer: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab.“ brachte Herr Leonhard dem Publikum ein „totes“ und ein „quicklebendiges Pferd“ mit:

„Das sind die Bilder dafür, dass ich eine ganz zentrale Rahmung schulpraktischer Studien vehement kritisieren möchte – das ist das tote Pferd. Und Ihnen deswegen eine alternative Rahmung vorstellen möchte, mit der Idee, dass gerade das für die Zusammenarbeit zwischen einer lehrerbildenden Institution und der beruflichen Praxis von kolossalem Wert sein kann.“

Im Kontext schulpraktischer Studien ist meist die Rede von Theorie und Praxis, von einem theory-practice-divide oder auch der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Figur von Theorie und Praxis ist für Leonhard jedoch „im Grunde ohne heuristischen Wert“ oder eben „ein totes Pferd“:

„Pointiert gesagt, in der Figur von Theorie und Praxis werden Hochschulen und Berufsfeld jeweils halb amputiert. Denn die Identifikation der Hochschulen mit der Theorie und der Arbeit an Schulen als Praxis blendet jeweils die Hälfte aus. Sie unterstellt der Hochschule implizit, wir würden nichts tun. Die Hochschule hätte keine Praxis. Die Figur unterstellt aber auch, und das erscheint mir persönlich noch viel schlimmer, das alltägliche Handeln an Schulen hätte keine Theorie. Beides ist meines Erachtens eindeutig kontrafaktisch.“

Als alternative Rahmung schlägt Leonhard vor von zwei Praxen zu sprechen, „der Berufspraxis von Lehrpersonen und der Wissenschaftspraxis der Hochschulen“. Studierende nehmen im Rahmen ihres Lehramtsstudiums an beiden Praxen teil und lernen jeweils von den Könner*innen dieser Praxis. Von entscheidender Bedeutung ist nach Leonhard dabei, dass Studierende an der „echten“ und nicht nur an einer „didaktisierten und simulierten Praxis“ teilhaben können. Er appelliert daher an die Zuhörer*innen:

„In dieser Rahmung lautet dann entsprechend das Postulat für die Hochschulen: Prozessieren sie Wissenschaftspraxis als diskursive Praxis und Theorien, Konzepte und Argumente und binden sie Studierende frühzeitig in die Praxis der Arbeit mit Erkenntnismethoden ein. [… ]Das analoge Postulat für die Kolleginnen und Kollegen aus dem Berufsfeld hieße: Werden sie als Praktikerinnen und Praktiker der Berufspraxis sichtbar. Zeigen sie, was sie tun und erklären sie, was sie wie tun und worauf es aus ihrer Sicht ankommt.“

Vernetzung und Dialog in Workshops und Austauschforen

In Austauschforen boten sowohl das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (SSDL) (Gymnasium) Freiburg, vertreten durch Prof. Dr. Ulrich Maneval, als auch das SSDL (WHRS) Freiburg, vertreten durch Patrick Beuchert, Diskussionsrunden für Mentor*innen an, in denen die Aufgabe der Praxisphasenbetreuung durch die beteiligten Institutionen abgeglichen werden konnte. Die ISP-Schulen der Pädagogischen Hochschule wurden von Dr. Jutta Nikel über die Portfolioaufgaben im Praktikum informiert und Prof. Dr. Lars Holzäpfel initiierte einen Austausch zwischen den Ausbildungsberater*innen und den Dozierenden. Übergreifenden Fragen zur Kooperation widmeten sich Prof. Dr. Sebastian Jünger und Dr. Michael Ruloff (FH Nordwestschweiz) in den beiden Workshops Partnerschulen zur Professionsentwicklung im Bildungsraum Nordwestschweiz und Ausbildung gemeinsam verantworten im hybriden Raum. Die Workshops zur Begleitung der Praxisphasen fokussierten Teamteaching (Lea de Zordo, PH Bern), Portfolioarbeit (Dr. Gerd Bräuer, PH Freiburg und Georgia Gödecke, Universität Bremen), bedürfnisorientierte Begleitung (Dr. Benjamin Dreer, Universität Erfurt), Klassenführung (Dr. Patrick Blumschein, PH Freiburg) und Diagnose (Dipl. Psych. Sabine Peucker, PH Freiburg). In einem Forschungsforum konnten lokale (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen aktuelle Forschungsprojekte und deren Ergebnisse den Praktiker*innen an Postern präsentieren. In intensiven Einzelgesprächen konnten dabei zukünftige Kooperationen angebahnt und vergangene Kooperationen reflektiert werden.

„Gemeinsam über Unterricht sprechen: Aber wie?“

Dr. Kathrin Futter von der Pädagogischen Hochschule Schwyz konnte indes mit dem zweiten Hauptvortrag „Gemeinsam über Unterricht sprechen: Aber wie? – Nutzen Lehramtsstudierende Lerngelegenheiten im Gespräch? Welches Unterstützungsverhalten der Praxislehrpersonen hilft ihnen dabei?“ zum wissenschaftlichen Diskurs der Teilnehmenden beitragen.

Aus ihrer Sicht können vor allem die Praxislehrpersonen eine Verbindung zwischen den Systemen Hochschule und Berufspraxis herstellen, „denn sie kennen beide Systeme, sie sind ausgebildet als Praxislehrpersonen und sie können eben als sogenannte „broker“ diese beiden Systeme miteinander verbinden“ und damit das Lernen im Praktikum unterstützen.

„Das Lernen im Praktikum ist sehr vielfältig und hochkomplex. Es ist prozessorientiert, situativ, sozial, subjektiv und stellt einen wichtigen Ausgangspunkt dar für die professionellen Entwicklungsprozesse, die sich selbstverständlich über die gesamte Berufstätigkeit ziehen respektive die gesamte Berufspraxis durchziehen.“

In ihrer empirischen Untersuchung wertete Frau Futter Unterrichtsbesprechungen zwischen Praxislehrpersonen und Studierenden auf deren Anteil von Lerngelegenheiten aus. Dabei sind es vor allem die ko-konstruktiven Dialoge, bei denen sich beide Gesprächspartner aufeinander beziehen und gemeinsam neue Ideen entwickeln, die Studierende in ihrem Lernprozess am meisten unterstützen. Eine lernförderliche Gesprächssituation sei empirisch zudem dadurch gekennzeichnet, dass die Praxislehrpersonen weniger direktiv agieren und eher die Studierenden Themen einbringen. Bei längeren Gesprächen mit einer größeren Anzahl an reflexiven Passagen sind mehr Hinweisstellen auf das Lernen der Studierenden erkennbar. Diese Befunde regten dazu an, die eigene Beratungspraxis dahingehend zu prüfen und sich in diesem Themenfeld fortzubilden.

Abschlussdiskussion „Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten“

„Ich glaube das, was wir hier machen, wird in zehn oder zwanzig Jahren selbstverständlich sein. Aber wir sind die Pioniere.“
– Dr. Patrick Blumschein (Zentrum für Lehrerfortbildung PH Freiburg)

Abgerundet wurde die Tagung durch eine Abschlussdiskussion von Vertreter*innen der beteiligten Institutionen mit Dr. Kathrin Futter und Prof. Dr. Sebastian Jünger. Unter der Moderation von Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Leitungstandem Praxiskolleg) wurde über den vermeintlichen Graben zwischen Theorie und Praxis diskutiert und wie man diesen als hybriden Raum gestalten kann. Die schulische Sicht brachten die beiden Schulleiter von Hochschulpartnerschulen, Heiko Schrauber (Kreisgymnasium Bad Krozingen) und Joachim Diensberg (Albert-Schweitzer-Schule II Landwasser) mit ein, während Prof. Dr. Ulrich Maneval als Vertreter des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasium) seine Einschätzung kundtat. Hochschulseitig diskutierten Sybille Schick (Stabstelle Lehrer*innenbildung, Universität) und Dr. Patrick Blumschein (ZeLF, PH Freiburg) mit. Die Diskutant*innen benannten Gelingendes im Rahmen der Kooperation, zeigten aber auch sehr direkt auf, welche Aufgaben in der Zukunft angepackt werden müssen: Hierbei seien die Ressourcen auch der schulischen Partner zu stärken und begleitende Lehrpersonen (Ausbildungslehrkräfte und Mentor*innen) fortzubilden zentrale Gelingensfaktoren, um für die Professionalisierung Studierender im Praxissemester zu sorgen.

Fazit

Die Veranstaltung bot den rund 200 Teilnehmenden sowohl die Möglichkeit der wissenschaftlich fundierten Weiterbildung im Themenbereich der Praxisphasenbetreuung als auch den Raum der Vernetzung, des Austauschs und der Abstimmung von Positionen zwischen den Institutionen und trug so weiter zu einem engeren Dialog der Community of Practice am Standort Freiburg bei.

– Jana Dornfeld, Ulrike Dreher und Dr. Martina von Gehlen

 

Wie hat der Praxisphasentag gefallen?

Wir haben nachgefragt. Wie hat der Praxisphasentag den Teilnehmer*innen, den Workshop-Leiter*innen, den Nachwuchsforscher*innen des Forschungsforums und den Ausstellern der Berufsverbände gefallen? Lesen Sie hier ihr Feedback.

Feedback der Teilnehmer*innen
Feedback der Workshop-Leiter*innen
Feedback der Nachwuchswissenschaftler*innen
Feedback der Aussteller*innen

Impressionen

 

Ansprechpersonen:

Ulrike Dreher, Dr. Martina von Gehlen, Beate Epting, Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Prof. Dr. Lars Holzäpfel

Informationsmaterial:

 

 

Grundschule Denzlingen unterzeichnet Kooperationsvertrag

 
Feierlich unterzeichneten im Rahmen des Praxisphasentags am 22.09.2017 Rektorin Silke Siegmund und Konrektorin Cornelia Stein von der Grundschule Denzlingen gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Pädagogische Hochschule Freiburg) – Leitungstandem des Praxiskollegs des FACE – den Hochschulpartnerschulvertrag. Damit ist die Grundschule Denzlingen bereits die zweite Grundschule, die sich für eine Hochschulpartnerschaft mit Kooperationsvertrag mit der Pädagogischen Hochschule und der Albert-Ludwigs-Universität im FACE (Freiburg Advanced Center of Education) entschieden hat.

Seit mehreren Jahren ist die Grundschule Denzlingen bereits in der Praxisphasenbetreuung im Rahmen des Integrierten Semesterpraktikums von Studierenden an der Pädagogischen Hochschule eingebunden. Die Vertragsunterzeichnung ist nun ein folgerichtiger Schritt, um die bestehende Kooperation auszubauen und bietet der Schule die Möglichkeit sich über schulspezifische Anliegen mit den Hochschulpartnern intensiv auszutauschen.

Die Zusammenarbeit kann über verschiedene Schwerpunkte ausgestaltet werden. Die Schwerpunkte können in mindestens einem der vier Bereiche – Praxisphasenbetreuung, Forschung, Fort-/Weiterbildung, Mentoring – individuell je nach Schulanliegen vertieft werden. Außerdem bietet die Einbindung der Schulen in die Vernetzungsveranstaltungen des Praxiskollegs eine gute Chance, um den Dialog zwischen Praxis und Theorie zu intensivieren, da hierbei die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulpartnerschulen auf Augenhöhe mit allen weiteren Institutionen der Lehrerbildung unmittelbar diskutieren können. Die Ausgestaltung der Kooperation zwischen der Grundschule Denzlingen und den beiden Hochschulen wird in diesem Schuljahr gemeinsam entwickelt und umgesetzt.

Die Koordinatorinnen des Praxiskollegs, Ulrike Dreher und Dr. Martina von Gehlen, freuen sich gemeinsam mit dem Leitungstandem des Praxiskollegs und den Schulleiterinnen der Grundschule Denzlingen auf die Zusammenarbeit.

(Ulrike Dreher)

Einladung zur Teilnahme an einer Befragung für Lehramtsstudierende und Referendar*innen

Gesucht: Studierende im Lehramt oder polyvalenten Zwei-Hauptfach-Bachelor sowie Referendar*innen, die mit ihrer Studienteilnahme einen Beitrag zur Erweiterung des Beratungsangebot für Studierende im Lehramt leisten wollen.

Im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wird am Standort Freiburg aktuell ein Beratungsverfahren entwickelt, in dem Studierende Informationen und Feedback zu verschiedenen Aspekten erhalten sollen, die im Lehramtsstudium und im Lehrer*innenberuf von Bedeutung sein können. Für dieses Verfahren führen wir aktuell eine Fragebogenuntersuchung durch, in der verschiedene Komponenten der Einstellung und Arbeitsweise von Studierenden im Lehramtsstudium und Referendariat erfasst werden. Um ein möglichst repräsentatives Bild aus Studierenden verschiedener Lehramtsfächer zu erhalten, würden wir uns über eine rege Beteiligung freuen. Auch eine Verbreitung des Fragebogenlinks an Lehramtsstudierende anderer Universitäten begrüßen wir.

Die Bearbeitung der Fragebogenstudie nimmt etwa 20 – 25 Minuten in Anspruch und unter allen Teilnehmenden werden 15 Geldbeträge à 20 Euro verlost. Dazu können Sie am Ende des Fragebogens in einem separaten Fenster Ihre E-Mail-Adresse hinterlegen, sodass keine Verbindung zu Ihren Fragebogendaten hergestellt werden kann. Ihre Fragebogendaten werden anonym erfasst und lassen keine Rückschlüsse auf die Person zu.

Der Fragebogen kann unter folgendem Link bearbeitet werden:
https://www.soscisurvey.de/Pilot_Beratung/

 

 

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Unterstützung. Für Rückfragen und weitere Informationen zur Studie kontaktieren Sie bitte helen.ernst@ezw.uni-freiburg.de.

Scientific Retreat des Praxiskollegs und der Lehrer*innenfort- und -weiterbildung

Am 22.06.2017 traf sich das Team des Praxiskollegs (M2) und der Fort- und Weiterbildung  (M5) mit den Assoziierten, um zusammen im Rahmen eines Scientific Retreats die bisherige Zusammenarbeit zu diskutieren und daran anschließend Eckpunkte für die weitere Projektlaufzeit festzulegen. Ergänzt wurden die Ausarbeitungen des Teams, vertreten durch die Professoren Wolfgang Hochbruck und Lars Holzäpfel (Leitungstandem), Dr. Patrick Blumschein, Ulrike Dreher, Dr. Martina von Gehlen und Beate Epting, durch die Sichtweisen der Mitarbeiterinnen des Zentrums für Schulpraktische Studien (Pädagogischen Hochschule Freiburg), vertreten durch Dr. Jutta Nikel und Christine Menzer, sowie der Stabstelle Lehrer*innenbildung (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), vertreten durch Sybille Schick und Brigitte Busching.

Nach einer gemeinsamen Rückschau auf bereits erfolgreiche Projektergebnisse (u.a. die Ringvorlesung im Wintersemester 2016/17, das Konzept für die Fort- und Weiterbildung von Ausbildungsberater*innen, die Etablierung von Hochschulpartnerschulen, die Praxisphasentagung sowie die Veranstaltungsreihen z.B. Community of Practice und Schulnetzwerkveranstaltung) wurden die Anliegen und Bedarfe der Beteiligten im Hinblick auf die zukünftige Projektgestaltung (Lehrer*innenfortbildung, Praxisphasen und Vernetzung) diskutiert.

Als übergreifendes Ziel für die gemeinsame Projektkooperation wurde eine möglichst transparente Zusammenarbeit hinsichtlich der unterschiedlichen Aufgaben- und Einflussbereiche aller beteiligten Akteure beschlossen. Auf diese Art und Weise soll die Verstetigung der Initiativen zur Qualitätsentwicklung im Bereich der schulpraktischen Studien, der Lehrkräfteausbildung und im Bereich der Lehrkräftefortbildung gesichert werden. Die angewendeten Lehrkonzepte im Bereich der Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung wurden gemeinsam zusammengefasst und erörtert. Dabei konnten Optimierungspotentiale von den Beteiligten identifiziert werden, die in der weiteren Durchführung der Veranstaltungsformate und der Konzeptentwicklung nun weiter berücksichtigt finden. Die konkrete Umsetzung und Gestaltung der erarbeiteten Ziele sollen im kommenden Wintersemester in einem weiteren Retreat vertieft werden.

(Christina Metzger, Dr. Martina von Gehlen, Dr. Jutta Nikel, Ulrike Dreher)

Gymnasium Kenzingen ist Hochschulpartnerschule

Im feierlichen Rahmen unterschrieben am 13.09.2017 Heribert Hertramph, Schulleiter des Gymnasiums Kenzingen, Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Amerikanist an der Uni Freiburg, und Prof. Dr. Lars Holzäpfel, Mathematikdidaktiker der PH Freiburg, den Kooperationsvertrag als Hochschulpartnerschule. Die 84 Lehrer*innen des Gymnasiums sind damit nun eingebunden in eine enge Partnerschaft zwischen der Schulpraxis und Angeboten der wissenschaftlichen Forschung sowie Aus- und Fortbildung von Lehrkräften im Rahmen des Freiburger Advanced Center of Education (FACE).

v. li. n. re.: vorne Prof. Dr. Lars Holzäpfel (PH Freiburg), Heribert Hertramph (Schulleiter Gymnasium Kenzingen), Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck (Universität Freiburg) dahinter: Dr. Martina von Gehlen (Koordination Praxiskolleg/FACE), Susanne Mahler-Müller, Dr. Edith Michel, Nikolaus Gündel, Blitz, Carla Schehr, Luisa Scheufler

 

Ausgangspunkt für die Annäherung war ein Workshop zum Thema „Heterogenität“ von Dr. Patrick Blumschein (PH Freiburg) im Rahmen des letzten pädagogischen Tages. Es folgte die Teilnahme an Vernetzungsveranstaltungen, z.B. „Community of Practice“, und Besuch der Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven – Impulse aus der Forschung für Schule und Unterricht“, die viele Lehrkräfte des Kollegiums davon überzeugten, von einer Zusammenarbeit mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg profitieren zu können.

Es hat mich elektrisiert, wie durch solche Angebote eine Brücke zur gemeinsamen Verbesserung der Lehrerbildung gebaut werden können!“ erzählt Frau Mahler-Müller, die als eine von drei Lehrkräften am Gymnasium und Ansprechpartnerinnen die Kooperation begleiten wird. Durch die zahlreichen Aktivitäten der Schule gibt es bereits viele mögliche Anknüpfungspunkte, trat im Rahmen der feierlichen Unterzeichnung zutage: Schwerpunkte der Schule liegen im internationalen Schulaustausch, in eigenen Profilen der Oberstufe (Kunst, Wirtschaft) und besondere Begleitungskonzepte für die Schüler*innen durch ein Lehrer-Schüler-Mentoring und intensive Lernbegleitgespräche mit Feedback.

„Menschen entwickeln sich“ – ist ein zentraler Leitsatz für die Schulentwicklungsgruppe, die es seit vier Jahren bereits am Gymnasium gibt, erläutert Dr. Hans-Martin Blitz. „Für die motivierten Gymnasiallehrer*innen ist es wichtig, im Rahmen der Kooperation eigene Schwerpunkte setzen zu können“, erläutert Herr Hertramph.

In diesem Gymnasium ist ein unglaubliches Engagement des Kollegiums wahrnehmbar – das beeindruckt und macht neugierig auf Impulse aus der Praxis für die Gestaltung der gemeinsamen Kooperation und das Ziel der eng vernetzten Lehrerbildung in Theorie und Praxis“ – Prof. Lars Holzäpfel verweist darauf, dass es im engen Kreis der Hochschulpartnerschulen darauf ankommt, gemeinsam kreativ zu werden und auf den Erfahrungen im Projekt und der Schule aufzubauen. Die Hochschulpartnerschaft schafft dabei Verbindungen und Verbindlichkeit für die Zusammenarbeit. Ein nächster Schritt könnte z.B. darin bestehen, in ein von der Schule ausgewähltes Forschungsprojekt der Unterrichts- und Bildungsforschung die Expertise der Lehrkräfte einzubringen – davon profitieren beide Seiten.

Die Bezeichnung „Hochschulpartnerschule“ erhalten Schulen, die mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg und/oder der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eng zusammenarbeiten. Gebündelt werden diese Kooperationen im sog. „Praxiskolleg“, das unter dem Dach des Freiburg Advanced Center of Education (FACE) angesiedelt ist. Das Praxiskolleg fungiert als Plattform für eine intensive Vernetzung zwischen der Schulpraxis und der Bildungsforschung sowie im Bereich der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.

Mit der Schaffung von Hochschulpartnerschulen werden zum einen schon länger bestehende Verbindungen (z.B. im Bereich der schulischen Praktika) stärker herausgestellt. Darüber hinaus gilt es, weitere verbindliche Partnerschaften (z.B. im Bereich der Unterrichts- und Bildungsforschung, im Mentoring und/oder im Bereich der Fort- und Weiterbildung) zwischen Schulen und den Hochschulen im Raum Freiburg aufzubauen. Die Zusammenarbeit kann somit über verschiedene Schwerpunkte ausgestaltet werden. Die Vergabe des Status „Hochschulpartnerschule“ ist je nach Schwerpunkt an unterschiedliche Kriterien gebunden.

(Dr. Martina von Gehlen)

 

Weitere Informationen:

Bericht zur Hochschulpartnerschaft in der Badischen Zeitung
Gymnasium Kenzingen

Einladung zur Ringvorlesung im Wintersemester 2017/18

„Lehr- und Lernperspektiven“ –
Impulse aus der Forschung für Schule und Unterricht

Inhalte

Die Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven – Impulse aus der Forschung für Schule und Unterricht“ fokussiert darauf, wie die Untersuchungen und Ergebnisse der Schul- und Unterrichtsforschung von Lehrkräften direkt im Unterricht genutzt werden können. Ausgewiesene Expertinnen und Experten der Unterrichts- und Bildungsforschung wurden von uns für Sie eingeladen, um im Austausch Chancen und Grenzen relevanter Themen für Schule und Unterricht zu diskutieren.
Das Praxiskolleg freut sich auf einen anregenden Austausch zwischen Forschung und Praxis!

Zielgruppe

Die Ringvorlesung richtet sich an alle an Schule und Bildung Interessierten, insbesondere an Lehrkräfte und Schulleitungen aller Schularten , Studierende und Dozierende der Hochschulen in den Lehramtsstudiengängen der Hochschulen, Vertreter*innen der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, Vertreterinnen und Vertreter der Staatlichen Schulämter und des Regierungspräsidiums. Alle an Themen für Schule und Unterricht mit Forschungsbezug sind zur Teilnahme an der Ringvorlesung eingeladen.

Alle Termine der Ringvorlesung im Überblick:

 

DatumLg-Nr. Titel Referent*innen
19.10.201788187353Aus Fehlern (nicht) lernen – Über die Funktion des Falschen und die Fehlerkultur in der SchuleProf. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz Oser (em.)
Universität Fribourg (CH),
Dep. Erziehungswissenschaft
02.11.201788187356Bildungsstandards, Kompetenzen und Kompetenzorientierung – Alter Wein in neuen Schläuchen?Dozent Pfarrer Gerhard Ziener
Pädagogisch Theologisches Zentrum, Stuttgart
30.11.201788187364Macht die Klasse einen Unterschied? – Effekte sozialer, kultureller und leistungsbezogener HeterogenitätJun. Prof. Dr. Katja Scharenberg
Pädagogische Hochschule Freiburg,
Institut für Soziologie
11.01.201888187366Metaphern des Lernens in unterschiedlichen Schulformen und AltersstufenDr. Elisabeth Wegner
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
Institut für Erziehungswissenschaft
29.01.201888187414Lehrkräftekooperation – Anspruch und WirklichkeitProf. Dr. Hans Anand Pant
Humboldt-Universität zu Berlin,
Institut für Erziehungswissenschaften
08.02.201888187418Sprachsensibler Fachunterricht aus mathematik- und sprachdidaktischer SichtJun. Prof. Dr. Lena Wessel
Pädagogische Hochschule Freiburg,
Institut für Mathematische Bildung
22.02.201888187422Die Lehrkraft macht den Unterschied! – Unterrichtsqualität und und professionelle Kompetenz von LehrkräftenJun.Prof. Dr. Thamar Voss
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg,
Institut für Erziehungswissenschaft
08.03.201888187423Professionelle Unterrichtswahrnehmung im beruflichen Lehramt mittels authentischer UnterrichtsvideosProf. Dr. phil. Ulrike Weyland
WWU Münster,
Institut für Erziehungswissenschaft (IfE)Wilhelm Koschel, M.A.
WWU Münster, Doktorand innerhalb der QLB

Raum und Ort

Die Ringvorlesung findet statt im KG I, Hörsaal 1015 ( bzw. 1010 am 29.01.18) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie findet zweiwöchentlich, donnerstags von 18.00 s.t. bis 20.00 Uhr statt (außer am 29.01.18).

Anmeldung

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für Lehrkräfte ist eine Anmeldung über LFB-Online möglich. Die Lehrgangsnummern finden Sie in der oben stehenden Übersicht (Lg-Nr.).

Kontakt

Für Rückfragen stehen die Koordinatorinnen des Praxiskollegs zur Verfügung:

Dr. Martina von Gehlen
Ulrike Dreher

Das Praxiskolleg fördert die Vernetzung aller Akteure der Lehrerbildung durch Netzwerkveranstaltungen und durch den Aufbau von Partnerschaften zwischen Schulen und Hochschulen als Hochschulpartnerschulen. Falls Sie dabei mitwirken möchten, können Sie sich an die Koordinatorinnen wenden.

Gesamtverantwortliche „Praxiskolleg“:
Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Pädagogische Hochschule Freiburg)
Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

 

Wirtschaft in der Schule – Wie eine gute Lehrerbildung aussehen sollte

Nach Baden-Württemberg will nun auch Nordrhein-Westfalen Wirtschaft als eigenständiges Schulfach einführen. Das Rüstzeug für einen gelungen Wirtschaftsunterricht muss angehenden Lehrer*innen künftig im Studium vermittelt werden. Prof. Dr. Tim Krieger (Universität Freiburg & FACE) und Prof. Dr. Franziska Birke (PH Freiburg & FACE) teilen in einem Beitrag im Journal Wirtschaftliche Freiheit ihre Erfahrungen bei der Ausgestaltung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge in Freiburg und zeigen, worauf es im Lehramtsstudium im Fach Wirtschaft besonders ankommt. Ganz im Sinne des FACE spielen dabei Professionsorientierung, Kohärenz und Interdisziplinarität eine zentrale Rolle.

Prof. Dr. Tim Krieger (Universität Freiburg & FACE) und Prof. Dr. Franziska Birke (PH Freiburg & FACE), Dr. Bernd Remmele und Annette Kern (PH Freiburg & FACE) haben im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg eine Fortbildungsmaßnahme in Form eines „bMOOC“ entwickelt, um Lehrer*innen optimal auf den Unterricht im neuen Fach Wirtschaft vorzubereiten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Kohärenz durch Vernetzung – das FACEfolio in der Freiburger Lehrerbildung

Ein Workshop im Rahmen des Kooperationsnetzwerkes FACE
für alle Lehrenden in der Lehrerbildung

 

Datum:24.11.2017, 9:00 – 17:00 Uhr
Ort:Bismarckallee 22, Räume 1 und 2
Organisationsteam:AG Portfolio1 der QLB-Maßnahme „Lehrkohärenz“
Zielgruppe:Alle in der Lehrerbildung Lehrende der PH und Universität Freiburg

Der Workshop kann auf das Baden-Württemberg Zertifikat für Hochschuldidaktik angerechnet werden.

 

Konzept und Funktion des FACEfolios

Eine nachhaltige Entwicklung professioneller Kompetenz erfordert kohärente Studienstrukturen und -angebote. Vor diesem Hintergrund haben wir im Rahmen von FACE (Freiburg Advanced Center of Education) das FACEfolio konzipiert, ein hochschul- und studienphasenübergreifendes E-Portfolio für den Standort Freiburg. Es unterstützt die Studierenden durch fächerübergreifende Lernaufgaben darin, zu erkennen, wie fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Studieninhalte zusammen­hängen und in der schulischen Praxis angewandt werden können. Das FACEfolio dient Studierenden also bei der selbstgesteuerten Konstruktion von Kohärenz.

Den Kern des Portfolios bilden Lernaufgaben, die Studierende dazu anregen, fachwissenschaftliche Studieninhalte mit fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Konzepten zu verbinden. Eine solche die Wissensbereiche verbindende Lernaufgabe zur zentralen Tätigkeit des „Erklärens“ kann z.B. darin bestehen, dass Studierende eine Erklärung zu einem schulisch relevanten fachlichen Inhalt formulieren (für Schüler*innen als Zielgruppe). Dabei werden die Studierenden aufgefordert, zu beachten, welche Aspekte aus fachwissenschaftlicher Perspektive in der Erklärung erwähnt werden sollten und zugleich, welche Veranschaulichungen (Analogien, Metaphern) fachdidaktisch angemessen und / oder welche allgemeinen Prinzipien der Konstruktion lernförderlicher Erklärungen (z.B. Anknüpfung an das Vorwissen, sprachliche Kohäsion) aus bildungswissenschaftlicher Perspektive zu berücksichtigen sind. Werden die Studierenden zusätzlich aufgefordert, etwa im Orientierungspraktikum oder im Schulpraxissemester (ISP) zu beobachten, inwiefern Lehrkräfte im Unterricht die genannten fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Prinzipien des Gebens von Erklärungen realisieren, wäre dies eine Theorie und Unterrichtspraxis verbindende Lernaufgabe.

Interdisziplinäre, „vernetzende“ Lernaufgaben zeichnen sich bereits in der Phase ihrer Erstellung durch eine kooperative, fächerübergreifende Konzeption aus. So erfordert die Ausarbeitung der intendierten Aufgabenformate, welche die Studierenden im Sinne des Kohärenzgedankens zur selbstgesteuerten Vernetzung der Wissensbereiche anregen sollen, dass die entsprechenden Lernaufgaben „trilateral“ bzw. mindestens „bilateral“ entwickelt werden, d.h. in Tridems bzw. Tandems aus Bildungswissenschaft, Fachdiaktik und / oder Fachwissenschaft.

Zielsetzungen des Workshops

Nach dem Workshop sind Sie mit den Grundsätzen des Freiburger Portfolio-Ansatzes und den Prinzipien der Konstruktion vernetzender Lernaufgaben vertraut. In einer interdisziplinären Kooperation mit Kolleg*innen aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik oder Bildungswissenschaft haben Sie erste Lernaufgaben / Ansätze für Ihren Fachbereich entwickelt.

Agenda des Workshops

Im Hinblick auf ein gemeinsames Portfolio in der Lehrerbildung möchten wir das FACEfolio-Konzept gerne gemeinsam mit Ihnen diskutieren, Lernaufgaben konzipieren und Umsetzungsprinzipien weiterentwickeln. Die Veranstaltung gliedert sich dementsprechend in drei Phasen:

  1. Einführung: Zunächst wird Prof. Dr. Matthias Nückles (Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Freiburg) Sinn und Zweck von Portfolios im Allgemeinen und die Idee des FACEfolios im Besonderen einführend darstellen. Anschließend werden exemplarisch bereits erprobte Portfolioansätze und konkrete Lernaufgaben vorgestellt (Biologie: Dr. A. Liefländer, Romanistik: Jun.-Prof. Dr. K. Zaki / StR‘in L. Lösch, Theorie-Praxis-Verzahnung: Prof. Dr. M. Nückles).
  2. Kleingruppenarbeit: Im Rahmen von Tandems bzw. Tridems bestehend aus Vertreter*innen der Fachwissenschaft und/oder Fachdidaktik und/oder Bildungwissenschaft werden Lernaufgaben für das FACEfolio
  3. Gemeinsame Diskussion zur Weiterentwicklung und Verankerungen des FACEfolios in den Fachbereichen.

Anmeldung

Das Workshop-Angebot richtet sich an alle interessierten Kolleg*innen der Pädagogischen Hochschule und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die an der Lehrerbildung beteiligt sind. Bei Interesse melden Sie sich bitte bis spätestens 07.11.2017 unter FACEfolio-workshop@face-freiburg.de an. Selbstverständlich können Sie sich auch mit Fragen oder Anregungen jederzeit an die genannte Emailadresse wenden. Falls Sie bereits vorab konkrete Ideen haben, welche Lehrveranstaltungen Sie mittels des FACEfolios vernetzen möchten, können Sie sich gerne im Tandem oder Tridem zum Workshop anmelden. Wenn Sie Ihre Lehrveranstaltung mit einer bildungswissenschaftlichen vernetzen möchten, übernimmt Prof. Dr. Matthias Nückles während des Workshops den entsprechenden „Tandem-Part“.

Umsetzungsbeispiel: Bildungswissenschaft (BiWi) – Romanistik
(Basis: Lehramtsoption im polyvalenten 2-HF-Bachelor)

Maja Muster studiert den polyvalenten 2-Hauptfach-Bachelor mit der Fächerkombination Französisch / Spanisch. Sie möchte Lehrerin werden. Deshalb belegt sie die „Lehramtsoption Gymnasium“ (10 ECTS BiWi + 5 ECTS Fachdidaktik Fach 1 + 5 ECTS Fachdidaktik Fach 2), deren Kurse durch die Abstimmung von Kompetenzzielen und Lehr-Lern-Formaten aufeinander bezogen (und digital verlinkt) sind: Kollegial und interdisziplinär entwickelte Lernaufgaben, die fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Facetten aus unterschiedlichen Veranstaltungen verbinden, fördern so die Vernetzung unterschiedlicher Wissensbereiche und -arten:

Abb.2 Basis des E-Portfolios: Lernaufgaben in der Lehramtsoption des B.A.

Neben den interdisziplinären Lernaufgaben, die den Kern des E-Portfolios bilden, tragen auch damit verbundene Peer Feedback-Ansätze und flexibel einsatzbare Kurstagebuchformate dazu bei, die individuelle Wissensintegration und Reflexion ausgehend vom jeweiligen Vorwissen zu unterstützen. Die entsprechenden Ansätze im Lehramtsoptionsbereich des Bachelors sind dabei als Grundlage für weitere Studien- bzw. Ausbildungsabschnitte zu sehen. Entscheidet sich M. Muster nach Abschluss des Bachelorstudiengangs schließlich für den konsekutiven Master of Education am Standort Freiburg, so wird das E-Portfolio sie auch in den Theorie- und Praxisphasen des M. Ed. mit komplementären Vernetzungsformaten (v.a. kursbezogene und -übergreifende Lernaufgaben, Lerntagebuch) begleiten und als Teil ihrer abschließenden mündlichen Modulprüfung (des Moduls „Integrierter Professionsbereich“ im letzen Semester des M.Ed. ) in ihre Endnote miteinfließen.

 

 

[1] Prof. Dr. M. Nückles, C. Klein, C. Burkhart, M. Graichen, Dr. A. Liefländer,  StR’in L. Lösch, Jun.-Prof. Dr. K. Zaki.

Gemeinsam für eine starke Lehrer*innenbildung in unserem Bundesland – Treffen der Schools of Education und der Zentren für Lehrerbildung

Ein Vernetzungstreffen in Freiburg brachte erstmals die neu gegründeten Schools of Education und die Zentren für Lehrerbildung (ZLB) in Baden-Württemberg zusammen zum Austausch über Strukturen und aktuelle Themen in der hochschulischen Lehrer*innenbildung. Ermöglicht wurde das Treffen durch Mittel der Qualitätsoffensive Lehrerbildung.

Am 27. und 28. Juli 2017 trafen sich Vertreter*innen aller baden-württembergischen Schools of Education und Zentren für Lehrerbildung im Rektoratsgebäude der Freiburger Universität. Das zweitägige Format bot den Teilnehmer*innen aus Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Stuttgart, Tübingen und Ulm eine ideale Chance, die Ansprechpartner*innen und Strukturen der anderen Standorte besser kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen.

Im Fokus standen die im Zuge der Lehramts- bzw. Strukturreform neu entstandenen Aufgabenfelder. Diskutiert wurden zudem zentrale Leitideen für die Gestaltung der Lehrer*innenbildung an den Standorten. In separaten Gesprächsrunden widmeten sich die Zentren für Lehrerbildung aktuellen Fragen in der Beratung von Studierenden z. B. bezüglich Schulpraxissemestern und der Anerkennung von Auslandsaufenthalten. Die Schools of Education vertieften Projektmanagementthemen wie die Projektabwicklung und gemeinsame Publikationen.

Die Schools of Education treffen sich seit 2016 regelmäßig u.a. in Heidelberg und Stuttgart und die ZLB-Standorte richten schon seit vielen Jahren gemeinsame Treffen aus. Von beiden Seiten wurde auf den letzten separaten Treffen dieser gemeinsame Termin befürwortet. Durch die qualitätsorientierte Betrachtung der unterschiedlichen Strukturen und Entwicklungen entsteht für alle Beteiligten ein Mehrwert. Einerseits können die Ergebnisse der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) flächendeckend für die gezielte Verbesserung der Lehrer*innenbildung an weiteren Standorten genutzt werden. Andererseits profitieren auch die QLB-Standorte von den Erfahrungen der durch andere Drittmittelgeber geförderten Hochschulen. Frau Schick und Frau Busching, von der Stabsstelle Lehrer*innenbildung der Universität Freiburg, resümieren: „Es war fruchtbar, alle Standorte gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Damit konnte nach der Phase der unterschiedlichen Strukturentwicklung an den Standorten durch den gemeinsamen Austausch eine erneute Annäherung geleistet werden. Auf dieser Ebene hoffen wir die Tradition der konstruktiven Zusammenarbeit weiterführen zu können.

Diesen Eindruck teilen die Vertreter*innen der anderen Standorte und wollen auch künftig Synergien bündeln und nutzen. So sind weitere gemeinsame Treffen für den Frühling 2018 in Karlsruhe und im Sommer 2018 in Konstanz geplant. Dabei gilt es zugleich die jeweiligen Profile zu schärfen und weiterhin gemeinsam an formalen Herausforderungen und Lösungen zu arbeiten. Denn schließlich verfolgen alle Beteiligten dasselbe Ziel: die Lehrer*innenbildung in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbessern.

 

 

Ihr Interesse am Thema ist geweckt? Sie wollen Einblick in die Entwicklungen der Lehrer*innenbildung am Standort Freiburg gewinnen und in den Austausch mit Akteur*innen aus Lehre, Praxis, Weiterqualifizierung und Forschung treten?

Dann laden wir Sie ganz herzlich zur Tagung „Face to FACE – Lehrerbildung gemeinsam gestalten“ des Freiburg Advanced Center of Education (FACE) am 16. November 2017 ein.

Weitere Informationen und die Anmeldung zur Tagung folgen in Kürze.

Näher dran an der Praxis? – Evaluation des neuen Orientierungspraktikums im Lehramtsstudium

OSP_Begleitheft_Bild
Eines der zentralen Ziele im Zuge der Qualitätsoffensive Lehrerbildung ist es, die angehenden Lehrkräfte besser auf die Schulpraxis vorzubereiten. Im Freiburger Verbundprojekt wurde zu diesem Zweck u. a. das sogenannte Orientierungspraktikum, kurz OSP, neu konzipiert. Ob dieses hält, was der Titel verspricht, und den Studierenden eine Orientierung über ihre spätere Berufstätigkeit liefert, wurde auch nach dem zweiten Durchlauf des Praktikums wieder umfassend ausgewertet. Über die Ergebnisse berichtet Michael Thimm, Fachbereichsleiter OSP an der Universität Freiburg, in diesem Gastbeitrag.

Evaluation des zweiten Durchlaufs des neuen Orientierungspraktikums (OSP) im Lehramtsstudium: Ein Beitrag zur Professionalisierung der Lehrer/innenausbildung

Für alle Lehramtsstudierenden, die im WS 2016/17 mit dem polyvalenten Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang gestartet haben, wurde im Zeitraum vom Oktober 2016 bis April 2017 zum zweiten Mal das neue dreiwöchige OSP durchgeführt. Das OSP zielt auf eine bessere Verzahnung von universitärer Ausbildung und Praxisphasen in der Lehrer/innenausbildung ab und soll darüber hinaus den Studierenden frühzeitig die Möglichkeit geben, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung zu reflektieren bzw. zu überprüfen. Fast 400 Studierende haben das OSP in diesem Jahr erfolgreich absolviert. Das OSP ist Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften und besteht aus einer Vorlesung („Einführung in die Bildungswissenschaften“), dem Praktikum selbst sowie einem Vor- und Nachbereitungsworkshop. Inhaltlich wird es durch das Institut für Erziehungswissenschaft verantwortet und vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen umgesetzt. Das Konzept wurde in enger Kooperation mit den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg (Abteilung Gymnasien, Abteilung Berufliche Schulen) und der Pädagogischen Hochschule Freiburg entwickelt.

Bereits nach dem ersten Durchlauf im WS 2015/16 gab es im Rahmen einer aufwändigen Evaluation für alle Beteiligten (Studierende, Workshopleiter/innen und praktikumsgebende Schulen) die Möglichkeit, Rückmeldungen und Anregungen zu geben (zum Bericht auf FACE ). Deshalb war es nun im zweiten Durchlauf des OSP sehr interessant zu sehen, wie sich die Überarbeitungen und Optimierungen ausgewirkt haben (z.B. Reduzierung des Umfangs der Aufgabenstellungen, verstärkte Verknüpfung bildungswissenschaftlicher Inhalte mit schulpraktischen Erfahrungen, Verbesserung der organisatorischen Abläufe).

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Studierenden das Praktikum als sehr hilfreich und gewinnbringend für ihre Orientierung im Kontext des Lehramtsstudiums einschätzen. Bei den meisten Studierenden hat das OSP zu einer Bestätigung der Entscheidung für die Lehramtsoption geführt und ihre Motivation gestärkt. Einzelne denken aufgrund der Einblicke im OSP über einen Fachwechsel nach. Das OSP hat dazu beigetragen, dass Schule und Unterricht ganz konkret erleb- und erfahrbar wurden. Das Praktikum an einer der fast 200 teilnehmenden Schulen wurde sehr positiv eingeschätzt, besonders positiv fanden die Studierenden:

  • den Kontakt und die Gespräche mit den Lehrkräften in den Schulen.
  • die Möglichkeit, eigene Unterrichtseinheiten durchzuführen.
  • die Interaktion mit Schülern und Schülerinnen.
  • die Möglichkeit, einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten des Lehrer/innenberufs zu erhalten.
  • die gute und sehr hilfreiche Betreuung durch die Lehrkräfte an den Schulen.

Optimierungsanregungen kamen von den Studierenden zum Beispiel zur Gestaltung des E-Portfolios und zum Umfang des angeleiteten Unterrichtens.

Von den 90 Schulen, die an der Online-Umfrage zur Evaluation teilgenommen haben, kam die Rückmeldung, dass fast alle Studierenden sehr motiviert und zielgerichtet in das Praktikum kamen, also deutlich besser vorbereitet waren, als dies in früheren Orientierungspraktika oftmals der Fall war. Eine Herausforderung für die Studierenden besteht aus Sicht der befragten Schulen zum Teil in der Fähigkeit zum Wechsel von der (ehemaligen) Schüler/innenrolle zur neuen Lehrer/innenrolle.

Die Zusammenfassung aller Evaluationsbereiche ergibt auch für den zweiten Durchlauf des OSP in der Gesamtschau wieder ein sehr positives Bild. Erneut wurden die wesentlichen Zielsetzungen des OSP erreicht, nämlich die Reflexion und Überprüfung der Studien- und Berufswahl und die Verknüpfung von bildungswissenschaftlichen Befunden mit schulpraktischen Erfahrungen. Nicht zuletzt war das zweite OSP auch deshalb wieder erfolgreich, weil es die Kompetenzen vieler verschiedener Akteure in der Lehrer*innenausbildung bündelt und in einem abgestimmten Vorgehen umsetzt. Und weil die inhaltlich und organisatorisch enorm umfangreichen Abstimmungsbedarfe bzw. Absprachen sowie der Informations- und Kommunikationsfluss zwischen allen beteiligten Institutionen und Akteuren im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert haben.

Das OSP ist aus unserer Sicht auf einem sehr guten Weg, es ist weiterhin ein innovatives Modell, das in hohem Maße zu einer Professionalisierung in der Lehrer*innenausbildung beiträgt. Genau das haben uns viele Lehrkräfte zurückgemeldet: Die Studierenden starten auf einem ganz anderen Niveau, als dies oftmals früher der Fall war, ins Praktikum: gut vorbereitet, meistens hoch motiviert, sehr zielstrebig und mit ersten bildungswissenschaftlichen Kenntnissen ausgestattet. Gerne möchten wir auch bei dem kommenden OSP Gestaltungspielräume nutzen, kontinuierlich an Optimierungen arbeiten, neue Formate entwickeln und im Gespräch und im Austausch mit allen Beteiligten bleiben.

(Michael Thimm, Fachbereichsleitung OSP)

 

Weitere Informationen

Den kompletten Evaluationsbericht können Sie hier einsehen.

Für Fragen steht Ihnen gerne Herr Michael Thimm (Fachbereichsleitung OSP) zur Verfügung:
Tel.: 0761-203-6894
michael.thimm@zfs.uni-freiburg.de


Als zentrale Informationsquelle zum OSP ist zudem das Begleitheft besonders zu empfehlen, eine gemeinsame Veröffentlichung von Universität und Pädagogischer Hochschule zur Unterstützung aller am Orientierungspraktikum beteiligten Personengruppen, d. h. der Studierenden, der betreuenden Lehrkräfte an den Schulen und der Dozierenden der Begleitveranstaltungen.

Das Begleitheft steht zum Download zur Verfügung:

Weitere Informationen zum OSP finden Sie:

 

Dieser Bericht könnte Sie ebenfalls interessieren:
Das Orientierungspraktikum im neuen Lehramtsstudium Gymnasium – Konzeption, Umsetzung und Begleitheft