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FACE bekommt ein neues Gesicht – Relaunch des Online-Portals

Ab Anfang Mai erscheint das Online-Portal face-freiburg.de in neuem Design und mit deutlich erweiterten Inhalten. Zur Umstellung wird die Webseite in der letzten Aprilwoche in den Wartungsmodus versetzt.

Das Online-Portal face-freiburg.de informiert bereits seit Mitte 2015 über alle Aktivitäten des Freiburg Advanced Center of Education (FACE). In dieser Zeit hat sich viel getan – sowohl in den Teilprojekten des FACE als auch auf der Webseite. Eine Fülle an Informationen hat sich angesammelt und stetig kommen neue Inhalte hinzu. Ziel des Relaunches ist es, den Nutzer*innen eine schnelle Orientierung auf der Webseite zu ermöglichen.

Was verändert sich?

Das neue Online-Portal bietet:

  • ein neues, responsives Design mit einer verbesserten Usability;
  • eine transparente, flache Navigation;
  • wiederkehrende Design- und Strukturelemente;
  • bereichsspezifische Veranstaltungshinweise, Blog-Beiträge und Kontaktdaten
  • und noch mehr Informationen, insbesondere zum Lehramtsstudium in Freiburg.

Wann und wo kann ich das neue Online-Portal finden?

Das neue Online-Portal ist ab Anfang Mai unter der bekannten URL face-freiburg.de zu finden. In der letzten Aprilwoche befindet sich das Online-Portal zur Umstellung und Prüfung im Wartungsmodus.

Jun.-Prof. Dr. Thamar Voss: Die Lehrkraft macht den Unterschied! – Forschung zu Unterrichtsqualität und professioneller Kompetenz von Lehrkräften

Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs am 22.02.2018

Jun.-Prof. Dr. Thamar VossDer Themenvortrag von Prof. Dr. Thamar Voss, die seit Oktober 2016 Juniorprofessorin für Empirische Schul- und Unterrichtsentwicklungsforschung an der Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg ist, widmete sich inhaltlich überwiegend drei Leitfragen, die im Laufe des Abends anhand empirischer Daten beantwortet wurden:

Leitfragen:

  1. Was bedeutet hohe Unterrichtsqualität und wie kann man sie messen?
  2. Wie viel Unterschied macht eine gute Ausbildung für Lehrkräfte?
  3. Wie prädikativ ist die professionelle Kompetenz für den beruflichen Erfolg einer Lehrkraft?

Als Gegenentwurf zur Suche nach der „guten Lehrerpersönlichkeit“ führte die Referentin den Ansatz professioneller Kompetenz von Lehrkräften ein. Die professionelle Kompetenz von Lehrkräften wird als Bündel persönlicher, berufsspezifischer Voraussetzungen zur erfolgreichen Bewältigung von Situationen konzeptualisiert und umfasst verschiedene kognitive und motivational-affektive Aspekte. Als kognitive Aspekte gelten das professionelle Wissen und die Überzeugungen, als motivational-affektive Aspekte die motivationalen Orientierungen und die professionelle Selbstregulation (Baumert & Kunter, 2006). Prinzipiell werden die Aspekte professioneller Kompetenz von Lehrkräften als erlern- und veränderbar (und somit im Rahmen der Lehrer*innenbildung systematisch förderbar) aufgefasst!

Zur Beantwortung der drei Leitfragen wurde der Vortrag anhand von Ergebnissen empirischer Daten unter anderem  des COACTIV Forschungsprogramms, in welchem Mathematiklehrkräfte und deren Klassen untersucht wurden, untermauert.

Hinsichtlich der ersten Frage nach Merkmalen der Unterrichtsqualität, betonte die Referentin, dass es wichtig sei, zwischen den Sichtstrukturen (Rahmenbedingungen oder methodische Großformen, die relativ leicht zu beobachten sind) und Tiefenstrukturen des Unterrichts zu unterschieden. Tiefenstrukturen beziehen sich auf die Gestaltung der Lehr-Lern-Interaktionen, die nicht auf den ersten Blick zugänglich sind und als Basisdimensionen der Unterrichtsqualität bezeichnet werden. Dabei wird zwischen drei Merkmalen unterschieden: Effizienz der Klassenführung, konstruktive Unterstützung, Potenzial der kognitiven Aktivierung. Diese drei Merkmale, so zahlreiche Forschungsarbeiten, sind gut geeignet, Unterschiede in der Qualität von Unterricht anhand einer begrenzten Anzahl an Merkmalen zu beschreiben. Sicht- und Tiefenstrukturen können prinzipiell unabhängig voneinander variieren, und vor allem die Tiefenstrukturen sind bedeutsam für den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler.

Die zweite Frage bezog sich auf Merkmale einer effektiven Lehrer*innenbildung. Die Forschungsergebnisse der Referentin weisen darauf hin, dass der Vorbereitungsdienst eine signifikante Lerngelegenheit darstellt. Am Beispiel des Wissens der Lehrkräfte über eine effiziente Klassenführung fand sich im Verlaufe des Vorbereitungsdienstes in einer großen Stichprobe von über 800 Lehramtskandidat*innen des Faches Mathematik ein statistisch und praktisch bedeutsamer Anstieg dieses Wissens. Jedoch zeichneten sich Unterschiede im Wissenserwerb in Abhängigkeit von individuellen Merkmalen und Merkmalen der Lerngelegenheiten im Vorbereitungsdienst ab. Besonders markante Unterschiede fanden sich in Abhängigkeit der Schulform: Schon zu Beginn des Vorbereitungsdienstes verfügten Lehramtskandidat*innen des gymnasialen Lehramts über höheres Wissen als Kandidat*innen anderer Schulformen. Darüber lernten gymnasiale Lehramtskandidat*innen im Mittel statistisch signifikant mehr dazu. Da der Vorbereitungsdienst häufig als sehr herausfordernd dargestellt wird, untersuchte die Referentin neben dem Wissenserwerb auch die Entwicklung der emotionalen Erschöpfung. Interessanterweise fand sie zwar einen Anstieg der emotionalen Erschöpfung im ersten Jahr des Vorbereitungsdienstes, im zweiten Jahr jedoch sank die emotionale Erschöpfung im Mittel wieder auf das Ausgangsniveau ab.

Zum Schluss ging die Referentin noch der Frage nach der Bedeutung der professionellen Kompetenz von Lehrkräften für den beruflichen Erfolg nach. Zum Beispiel fand sich in den Forschungsergebnissen der COACTIV Studie: Je höher das fachdidaktische Wissen der Lehrkräfte, umso höher war die Qualität des Unterrichts und umso mehr lernten die Klassen im Mittel dazu. Das im Rahmen der Lehrer*innenbildung erworbene pädagogische-psychologische Wissen von Lehramtskandidat*innen stand ebenfalls systematisch mit Merkmalen der Unterrichtsqualität in Zusammenhang. Zudem weisen die Befunde der Referentin darauf hin, dass ein hohes professionelles Wissen eine Pufferfunktion einnehmen und einem Anstieg emotionaler Erschöpfung im Lehrer*innenberuf vorbeugen kann.

Die Referentin kam daher zu der Schlussfolgerung, dass die Aspekte professioneller Kompetenz bedeutsam für multiple schüler- und lehrkraftseitige Indikatoren beruflichen Erfolgs sind.

(Mirjam Emmering, Dr. Martina von Gehlen)

Präsentation

Hier finden Sie die Präsentation zum Vortrag von Prof. Dr. Thamar Voss.

Weitere Informationen:

Überblick über weitere Termine der Ringvorlesung

Bericht und Video zum ersten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Prof. Fritz Oser: Aus Fehlern (nicht) lernen – Auftakt der Ringvorlesung findet regen Anklang“

Bericht und Video zum zweiten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Pfarrer Gerhard Ziener: Bildungsstandards, Kompetenzen und Kompetenzorientierung: Alter Wein in neuen Schläuchen?“

Bericht zum dritten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg: Macht die Klasse einen Unterschied? – Effekte sozialer, kultureller und leistungsbezogener Heterogenität“

Bericht und Video zum vierten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Dr. Elisabeth Wegner: Metaphern des Lernens in unterschiedlichen Schulformen und Altersstufen“

Bericht und Video zum fünften Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Prof. Dr. Hans Anand Pant: Lehrkräftekooperation – Anspruch und Wirklichkeit“

Bericht zum sechsen Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Zwei Freiburger Professorinnen widmen sich dem Thema der Sprachsensibilität aus mathematisch-sprachdidaktischer Sicht“

Wilhelm Koschel: Professionelle Unterrichtswahrnehmung im beruflichen Lehramt mittels authentischer Unterrichtsvideos

Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs am 08.03.2018

Am 08.03.2018 wurde mit dem Vortrag Wilhelm Koschels von der WWU Münster vom Institut für Erziehungswissenschaft der zweite Zyklus der Ringvorlesungsreihe „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs im Freiburg Advanced Center of Education (FACE) beendet. Der gut besuchte Beitrag stand unter dem Titel „Professionelle Unterrichtswahrnehmung im beruflichen Lehramt mittels authentischer Unterrichtsvideos“.

Herr Koschel stellte die Konzeption von Videovignetten dar, die er im Rahmen seiner Promotion an der Universität Münster entwickelt, um es Lehramtsstudierenden bereits im Rahmen ihres Studiums zu ermöglichen, ihre professionelle Unterrichtswahrnehmung zu trainieren.

Professionelle Unterrichtswahrnehmung und Unterrichtsbeobachtung können nicht gleichgesetzt werden, aber sie haben eines gemeinsam: Sie brauchen einen fachdidaktischen oder lerntheoretischen Gegenstand der zur Untersuchung gegeben sein muss. Im Vortrag von Herrn Koschel stellte der Umgang mit Heterogenität den wesentlichen Gegenstand der Videountersuchung dar, denn sie ist insbesondere in der beruflichen Bildung eher die Normalität und nicht die Ausnahme. Durch differenzierende Maßnahmen, z.B. Fragen der Lehrkräfte kann die aktive Lernzeit der Schülerinnen und Schüler gesteigert werden. Hierin steckt ein großes Potenzial, das in Abhängigkeit von den Merkmalen der Klassenführung anhand einer Videovignette festgehalten wird.

Herr Koschel stellte das Vorgehen bei der Entwicklung der Unterrichtsvideos dar, die im Rahmen seiner Studie erstellt wurden: In der theoretischen Fundierung wurde zunächst der Bedeutungszusammenhang zwischen der professionellen Unterrichtswahrnehmung und dem Umgang mit Heterogenität geklärt: Im Rahmen der Professionelle Unterrichtswahrnehmung spielen zwei Aspekte eine große Rolle – zum einen die selektive Aufmerksamkeitssteuerung und zum anderen die wissensbasierte Interpretation.

Anhand einer Video-Seminarsequenz aus der Gesundheits- und Krankenpflege stellte Herr Koschel exemplarisch die Auswertung einer Videosequenz anhand der evaluativen Kategorien Beschreibung, Interpretation, Bewertung, Handlungsalternativen dar. Anhand der Videovignetten, die im Rahmen des Promotionsprojekts hergestellt werden, sollen Lehramtsstudierende diese Fähigkeiten zur Professionellen Unterrichtswahrnehmung zunächst im geschützten Raum trainieren können, um sich somit bereits im Studium hinsichtlich ihres Umgangs mit Heterogenität in Schulklassen professionalisieren.

Die Ringvorlesungsreihe „Lehr- und Lernperspektiven“ – Impulse aus der Forschung für Unterricht und Schule wird im nächsten Wintersemester fortgesetzt. Expertinnen und Experten der Unterrichts- und Bildungsforschung der Universität Freiburg, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und anderer Hochschulen werden im Austausch Chancen und Grenzen relevanter Themen für Schule und Unterricht mit allen an Schule und Bildung Interessierten diskutieren.

(Martina von Gehlen, Mirjam Emmering)

 

Weitere Informationen

Überblick über weitere Termine der Ringvorlesung

Bericht und Video zum ersten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Prof. Fritz Oser: Aus Fehlern (nicht) lernen – Auftakt der Ringvorlesung findet regen Anklang“

Bericht und Video zum zweiten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Pfarrer Gerhard Ziener: Bildungsstandards, Kompetenzen und Kompetenzorientierung: Alter Wein in neuen Schläuchen?“

Bericht zum dritten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg: Macht die Klasse einen Unterschied? – Effekte sozialer, kultureller und leistungsbezogener Heterogenität“

Bericht und Video zum vierten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Dr. Elisabeth Wegner: Metaphern des Lernens in unterschiedlichen Schulformen und Altersstufen“

Bericht und Video zum fünften Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Prof. Dr. Hans Anand Pant: Lehrkräftekooperation – Anspruch und Wirklichkeit“

Bericht zum sechsen Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Zwei Freiburger Professorinnen widmen sich dem Thema der Sprachsensibilität aus mathematisch-sprachdidaktischer Sicht“

Ankündigung: Master of Education (Lehramt Gymnasium) für das Wintersemester 2018/19 verabschiedet

Inhalt

  1. Studiengänge
  2. Bewerbung & Zulassung
  3. Studienbeginn im Sommersemester
  4. Weitere Informationen zum Master of Education

Studiengänge

Die Universität Freiburg richtet zum Wintersemester 2018/19 folgende Master-of-Education-Studiengänge ein:

  • Biologie
  • Chemie
  • Deutsch
  • Englisch
  • Französisch
  • Geographie
  • Geschichte
  • Griechisch
  • Informatik
  • Italienisch
  • Katholische Theologie
  • Latein
  • Mathematik
  • Philosophie/Ethik
  • Physik
  • Politikwissenschaft
  • Russisch
  • Spanisch
  • Sport
  • Wirtschaftswissenschaft

Im Wintersemester 2019/20 soll der M.Ed. Chinesisch folgen.

Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) Baden-Württemberg muss der Einrichtung noch zustimmen.


Bewerbung und Zulassung

Die Bewerbung ist an das Service Center Studium (SCS) zu richten.
Die Bewerbung für das Wintersemester 2018/19 ist zwischen dem 1. Juni und dem 15. Juli 2018 möglich und erfolgt über das Bewerbungsportal.

Von den genannten Studiengängen sind fünf zulassungsbeschränkt: Biologie, Deutsch, Geographie, Politikwissenschaft, Sport. Die Rangfolge der Bewerbungen ergibt sich:

  • in Biologie: aus der Note im Bachelorstudium und der Zahl der erworbenen ECTS-Punkte,
  • in Deutsch: aus der Note im Bachelorstudium und dem sprachlichen Niveau in Deutsch, einer weiteren modernen Fremdsprache auf dem Niveau C1 oder einem zweimonatigen einschlägigen Praktikum
  • in Geographie: aus der Note im Bachelorstudium und der Zahl der erworbenen ECTS-Punkte,
  • in Politikwissenschaft: aus der Note im Bachelorstudium, der Zahl der erworbenen ECTS-Punkte und Englischkenntnissen auf dem Niveau B2
  • in Sport: aus der Note im Bachelorstudium und der Zahl der erworbenen ECTS-Punkte.

Hinweis: Genauere Informationen zum Zulassungsverfahren finden Sie ab 15. April an dieser Stelle.


Studienbeginn im Sommersemester

Folgende M.Ed.-Studiengänge können auch zum Sommersemester begonnen werden:

  • Biologie
  • Chemie
  • Englisch
  • Französisch
  • Geographie
  • Griechisch
  • Italienisch
  • Katholische Theologie
  • Latein
  • Mathematik
  • Physik
  • Politikwissenschaft
  • Russisch
  • Spanisch
  • Sport

Wir weisen darauf hin, dass das Referendariat in Baden-Württemberg nur im Januar beginnt. Daher entsteht bei Studienbeginn im Sommersemester nach einem viersemesterigen Masterstudium eine Lücke von ca. 10 Monaten.


Weitere Informationen zum Master of Education

Alle Informtationen aus der Informationsveranstaltung zum Master of Education vom 22.01.2018

Informationen der Stabsstelle Lehrer*innenbildung zum Master of Education

Das Freiburger FACEfolio beim TüSE-Workshop „Portfolio – Chancen und Grenzen in der Lehrer*innenbildung“

FACEfolio - Kohärenzbildung durch ein Veranstaltungen und Studienphasen übergreifendes E-Portfolio

Wie können Portfolios sinnvoll in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden? Welche Best-Practice-Beispiele für den Einsatz von Portfolios in der Lehrer*innnebildung gibt es? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „New Topics Lehrer*innenbildung“ der Tübingen School of Education (TüSE) wurden diese Fragen Ende Februar im einem Workshop diskutiert. Mit dabei war als Vertreter von FACE Christian Burkhart.

Portfolios sind in Baden-Württemberg ein fester Bestandteil aller Lehramtsstudiengänge. Auf dem Hintergrund ministerialer Vorgaben wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl an Portfoliokonzepten erprobt und umgesetzt. Ungeachtet dieser vielen Konzepte gibt es noch immer wenig Wissen darüber, was erfolgreiche Portfolioarbeit auszeichnet. Ein zentrales Anliegen des Workshops war es daher, Akteur*innen der Portfolioarbeit an einen Tisch zu bringen, um die Chancen und Grenzen der Portfolioarbeit in der Lehrer*innenbildung gemeinsam zu diskutieren.

Im festlichen Saal der alten Aula der Universität Tübingen trafen sich 35 Akteur*innen der Portfolioarbeit in der Lehrer*innenbildung. Eröffnet wurde der Workshop mit einem Grußwort von Lina Feder und Prof. Dr. Colin Cramer der Universität Tübingen. Für den ersten Vortrag konnten die beiden Veranstalter*innen Frau Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda von der Universität Erlangen-Nürnberg gewinnen. Frau Gläser-Zikuda besprach in ihrem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der Portfolioarbeit in der Lehrer*innenbildung. In ihrem Beitrag machte sie deutlich, dass eine wichtige Aufgabe der Portfolioarbeit in der begleitenden Beforschung besteht. Fokus dieser Beforschung sollten Fragen der Anregung der Reflexion von Studierenden und die Faktoren der Akzeptanz des Portfolios auf Seiten der Lehrenden und Studierenden sein.

Ein zentraler Bestandteil des Workshops war außerdem die Vorstellung verschiedener Portfoliokonzepte unterschiedlicher Standorte. Vorgestellt wurden Portfoliokonzepte von Lina Feder (Universität Tübingen), Svenja Jaster (Universität Köln), Dr. Dalibor Cesak (Heidelberg School of Education), Prof. Dr. Silke Traub (PH Karlsruhe), und Dr. Gerd Bräuer (PH Freiburg). Als Vertreter für FACE stellte Christian Burkhart (Universität Freiburg) das FACEfolio der Freiburger Lehrer*innenbildung vor. Zunächst ging Christian Burkhart auf das Konzept der Kohärenz als Schlüsselbegriff von FACE ein, um im Anschluss das FACEfolio als einen Ansatz / Ausgangspunkt der Kohärenzentwicklung deutlich zu machen. Kernidee des FACEfolios ist dabei die Entwicklung disziplinübergreifender Lernaufgaben, die kollegial konzipiert werden. (In einer Pilotphase wurden beispielsweise bereits die Veranstaltung „Einführung in die Bildungswissenschaft“ von Prof. Dr. Matthias Nückles und die „Einführung in die Didaktik der romanischen Sprachen“ von Jun.-Prof. Katja Zaki durch vernetzte Lernaufgaben miteinander verbunden.)

Im letzten Teil des Workshops stellte Lina Feder ein systematisches Review der empirischen Beforschung des Portfolios in der Lehrer*innenbildung vor. Angesichts der dünnen Forschungslage argumentierte Frau Feder, dass eine stärkere empirische Fundierung des Portfolios von Nöten ist, um den Einsatz und die Chancen der Portfolioarbeit besser bestimmen zu können. In der abschließenden Diskussion wurden ebendiese Grenzen und Chancen der Portfolioarbeit besprochen.

Der konstruktive und fruchtbare Austausch mit den Kolleg*innen der Portfolioarbeit wird für das FACEfolio weiterhin sehr nützlich sein und hat viele Anregungen für die Weiterentwicklung des FACEfolios geliefert.

Christian Burkhart (Bildungswissenschaft, Universität Freiburg)

Ankündigung: Auf in die dritte Runde! Die Lehrwerkstatt „Lehrerbildung“ für alle Lehrenden in Lehramtsstudiengängen – inklusive eines Teaching Analysis Polls

  • Sie lehren im Lehramt, sei es an der Albert-Ludwigs-Universität oder an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, und haben Interesse an kollegialem Austausch zur Planung, Durchführung und Evaluation Ihrer Lehrveranstaltung(en)?
  • Sie möchten für sich klären, was kompetenzorientierte Lehre konkret bedeutet und welche Vorteile für Sie als Lehrende*r und für Ihre Studierenden damit verbunden sind?
  • Sie interessieren sich für aktivierende Lehr-Lern-Formate und Möglichkeiten der Evaluation?
  • Sie möchten bereits während des Semesters (mit hochschuldidaktischer Begleitung) eine Rückmeldung der Studierenden zu Ihrer Lehrveranstaltung einholen?

Wenn eine oder mehrere Fragen auf Sie zutreffen, dann seien Sie mit dabei, wenn die Lehrwerkstatt „Lehrerbildung“ im Sommersemester 2018 in die nächste Runde geht!                  

M1 Lehrwerkstatt Lehrerbildung 2 - Wordle

Zielsetzung: Die Lehrwerkstatt steht im Zeichen des Konzepts des „Constructive Alignments“. Sie erhalten einen Einblick in die Prinzipien kompetenzorientierter Lehre und können diese bereits im Sommersemester bei der Konzeption und Durchführung Ihrer Lehrveranstaltung berücksichtigen.

Arbeitsform: In 5 Sitzungen können Sie verschiedene Aspekte der Planung, Durchführung und Evaluation Ihrer Lehrveranstaltung im SoSe18 vertiefen, reflektieren und diskutieren. Neben thematischen Impulsen und dem kollegialen Austausch während des Semesters werden Sie sowohl durch eine kollegiale Fallberatung als auch mit einem Teaching Analysis Poll bei der Reflexion Ihrer Lehre hochschuldidaktisch begleitet.

Teaching Analysis Poll: Ein Teaching Analysis Poll (TAP) ist ein Feedbackverfahren mit hochschuldidaktischer Begleitung. Im Vorfeld des Teaching Analysis Polls werden mit Ihnen gemeinsam Leitfragen für die Studierenden entwickelt, die während der TAP-Durchführung mit Studierenden in Kleingruppen bearbeitet werden. Dieser Prozess wird von einer Mitarbeiterin der Abteilung Hochschuldidaktik moderiert. Das Teaching Analysis Poll wird in der letzten halben Stunde einer Ihrer Lehrveranstaltungssitzung durchgeführt. Daran anknüpfend werden gemeinsam mit Ihnen in einem reflexiven Rückmeldegespräch die gewonnen Ergebnisse betrachtet.

Offene Sprechstunden: Neben den vorgesehenen Lehrwerkstatt-Terminen werden „offene Sprechstunden“ angeboten, in denen Sie Ihre Fragen und Anliegen bezüglich Ihrer Lehrveranstaltung mit einer Mitarbeiterin der Abteilung Hochschuldidaktik besprechen können.

Termine für die Lehrwerkstatt Lehrerbildung:

Den Termin für die Durchführung eines TAPs können Sie während des SoSe 2018 mit Rochelle Alsleben-Borrozzino festlegen.

Kosten: Die Teilnahme an der Lehrwerkstatt Lehrerbildung ist kostenfrei.

Anmeldung: Wenn Sie an der Lehrwerkstatt teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis spätestens 04.04.2018 per E-Mail bei Rochelle Alsleben-Borrozzino an. Auch für nähere Informationen und bei Fragen können Sie sich gerne an Frau Alsleben-Borrozzino wenden.

Erneuter Erfolg in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Die Albert-Ludwigs-Universität und die Pädagogische Hochschule (PH) Freiburg sind auch in der zweiten Runde der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gemeinsam erfolgreich: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ihren Antrag für weitere Kooperationsvorhaben auf dem Gebiet der Lehrerbildung positiv bewertet. Die beiden Hochschulen erhalten in der zweiten Förderphase vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2023 insgesamt 7,3 Millionen Euro für die Umsetzung der geplanten Projekte.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der Albert-Ludwigs-Universität
Pressemitteilung der Pädagogischen Hochschule
Mitteilung zur Projektauswahl vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

 

Informationsveranstaltung zum Master of Education

Die Stabsstelle Lehrer*innenbildung der Universität Freiburg informierte am 22.01.2018 zum Master of Education (M.Ed.), der zum Wintersemester 2018/19 in Freiburg starten wird. Die Veranstaltung richtete sich an Studierende im polyvalenten 2-Hauptfächer-Bachelor-Studiengang der Universität. Im voll besetzten Hörsaal 2004 im KG II erhielten die Studierenden Informationen zur Struktur des M.Ed., zu den fächerübergreifenden Inhalten und den Zulassungsbedingungen und Zulassungsverfahren.

Gesamtpräsentation der Informationsveranstaltung zum Master of Education


Bei uns finden Sie einen Überblick über die Themen und alle Informationsmaterialien und Kontaktdaten auf einen Blick.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger , Prorektorin für Studium und Lehre an der Universität, die zunächst auf die Rahmenbedingungen und die Struktur des M.Ed. einging. Der Studiengang vertieft neben den beiden wissenschaftlichen Fächern mit je 17 ECTS-Punkten Fachwissenschaft und 10 ECTS-Punkten Fachdidaktik die lehramtsspezifischen Anteile der universitären Ausbildung mit 35 ECTS-Punkten Bildungswissenschaften und 16 ECTS-Punkten für das Schulpraxissemester.

Weitere Informationen zur Struktur des M.Ed.

Anschließend ging Prof. Dr. Jörg Wittwer näher auf die bildungswissenschaftlichen Module im M.Ed. ein. Diese wurden so konzipiert, dass die Studierenden die Kernkompetenzen für die Lehrer*innenbildung nach den KMK-Standards erwerben. Die Module ziele auf die Kompetenzbereiche Unterrichten, Erziehen, Beurteilen und Innovieren. Ein weiteres Modul zielt auf die Querschnittskompetenzen im Bereich Inklusion und Heterogenität.

Kultusministerkonferenz (KMK), 2004: Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften.

Helen Ernst vom Institut für Erziehungswissenschaft stellte ein Beratungstool zum M.Ed. vor. Dieses Tool bietet den Studierenden weitere Informationen zum M.Ed. und zum Lehrer*innenberuf und regt zur Selbstreflexion an. Die Teilnahme ist für Studierende freiwillig und anonym. Das Tool wird voraussichtlich ab April 2018 zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Georg Brunner, Prorektor für Lehre und Studium der Pädagogischen Hochschule, lud die Studierenden ein, die Pädagogische Hochschule als künftigen Studienort näher kennenzulernen. Die Pädagogische Hochschule bringt für den M.Ed. Veranstaltungen in den Fachdidaktiken und in den bildungswissenschaftlichen Modulen aus, die auf dem PH-Campus stattfinden werden.

Anschrift, Anfahrt, Lageplan der Pädagogischen Hochschule

Dr. Ulrich Maneval und OStR’in Sandra Heim von den Staatlichen Seminaren für Lehrerbildung Freiburg (Gymnasium bzw. Berufliche Schulen) gingen auf das Schulpraxissemester im M.Ed. ein, welches von den Staatlichen Seminaren betreut und durch Begleitveranstaltungen ergänzt wird. Das Schulpraxissemester wird im 3. Semester des M.Ed. absolviert. Die Anmeldung erfolgt im Mai 2019.

Weitere Informationen zum Schulpraxissemester im M.Ed.
Weitere Informationen zu Schulischen Praktika in Baden-Württemberg
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasium) Freiburg
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) Freiburg

Simone Judith Fesenmeier lud die Studierenden ein, am lehramtsspezifischen Mentoring teilzunehmen. Im Mentoring-Programm können die Studierenden höherer Semester im Lehramt einerseits ihre Erfahrungen selbst als Mentor*innen an Studierende im 1. Studienjahr weitergeben. Andererseits können sie als Mentees von erfahrenen Lehrkräften profitieren und einen besseren Einblick in den Lehrer*innenberuf erhalten. Die neue Staffel des Mentorings startet zum Sommersemester 2018.

Weitere Informationen zum Mentoring

Abschließend ging Ursula Seelhorst, Leiterin der Abteilung Rechtsangelegenheiten mit Bezug zu Studium und Lehre (JSL) der Universität, auf die Zulassungsbedingungen im M.Ed. ein. Die überwiegende Mehrzahl der Fächer bietet zulassungsfreie Teilstudiengänge ein. Eine finale Liste der Zulassungsbedingungen nach Fächern wird voraussichtlich Anfang Februar vorliegen. Für eine Gesamtzulassung im M.Ed. muss die Zulassung für beide Fächer vorliegen. Der Studienbeginn im M.Ed. wird nach aktuellem Stand nur zum Wintersemester möglich sein.


Kontakt

Für Rückfragen steht Ihnen das Team 2 Beratung & Praxisvernetzung der Stabsstelle Lehrer*innenbildung zur Verfügung:

sybille.schick@zv.uni-freiburg.de
brigitte.busching@zv.uni-freiburg.de

 


Neuigkeiten zum Master of Education

Master of Education für das Wintersemester 2018/19 verabschiedet
Am 21. März 2018 hat der Senat der Universität Freiburg der Einrichtung von 19 Master-of-Education-Studiengängen zugestimmt. Hier finden Sie die Fächerliste, Informationen zur Bewerbung und Zulassung sowie zum Studienbeginn im Sommersemester.

Prof. Dr. Hans Anand Pant: Lehrkräftekooperation – Anspruch und Wirklichkeit

Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs am 29.01.2018

Am fünften Abend der Ringvorlesung des FACE-Praxiskollegs im Wintersemester 2017/18 referierte Prof. Dr. Hans Anand Pant (Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie) zum Thema „Lehrkräftekooperation – Anspruch und Wirklichkeit“.

Prof. Dr. Pant erläuterte zu Beginn seines Vortrags die Bedeutung von Lehrkräftekooperationen als ein unverzichtbares Merkmal der Prozessqualität von Schule und ein wichtiger Professionsaspekt von Lehrer*innen. Trotz der offensichtlichen Bedeutsamkeit, liegen bisher allerdings kaum empirische Forschungsergebnisse zu Lehrkräftekooperation vor.

Die von der OECD durchgeführte internationale Vergleichsstudie TALIS untersucht unter anderem, wie die Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Kräften an Schulen umgesetzt wird. Die Studie wurde erstmals 2008 durchgeführt. Eine zweite Erhebung war 2013 und für 2018 haben sich 47 Länder zur Teilnahme bereiterklärt. Deutschland beteiligt sich leider nicht, evtl. um keinen neuen Handlungsdruck auf die deutsche Bildungspolitik auszuüben, mutmaßte Prof. Dr. Pant.

Im Folgenden gab Prof. Dr. Pant einen Überblick über das TALIS-Rahmenkonzept: Kooperation wird hier als Austausch und Koordination zwischen Lehrkräften verstanden und zählt zu den Teacher’s professional activities. Durch Lehrkräftekooperation kann das eigene fachliche und fachdidaktische Repertoire erweitert werden, was positive Auswirkungen auf die adaptive Lehrkompetenz hat. Effekte dieses komplexen Wirkmechanismus auf die Schülerleistungen sind aktuell empirisch noch nicht geklärt. Allerdings wurden positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Lehrer*innen nachgewiesen.

Anknüpfend an die Präsentation der TALIS-Studie stellte Prof. Dr. Pant eine Studie vor, die er zusammen mit Prof. Dr. Dirk Richter von der Universität Potsdam im Herbst 2015 durchgeführt hat.1 Bei der Untersuchung wurden bundesweit Lehrkräfte und (stellvertretende) Schulleiter*innen der Sekundarstufe 1 computergestützt zum Thema Lehrkräftekooperation befragt. Ein Vergleich der Ergebnisse dieser Studie mit Daten aus TALIS zeigte, dass deutsche Lehrkräfte im internationalen Vergleich verhältnismäßig häufig Lehr- und Unterrichtsmaterial austauschten, jedoch beispielsweise signifikant weniger oft an gemeinsamen Fortbildungen teilnehmen würden. Der Datenvergleich machte deutlich, dass Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, einige Kooperationsaktivitäten weniger stark ausübt, woraus Handlungsnotwendigkeiten abgeleitet werden können.

Prof. Dr. Pant stellte dar, dass Kooperation auf drei Niveaustufen stattfinden könne: Austausch, Arbeitsteilung und Ko-Konstruktion. Die Daten der TALIS-Studie bestätigen, dass häufige Ko-Konstruktion positiv mit dem Selbstwirksamkeitserleben und der Arbeitszufriedenheit von Lehrkräften korreliert. Auch die Daten der Studie von Pant und Richter zeigen einen Zusammenhang zwischen Ko-Konstruktion und Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstwirksamkeit und Berufszufriedenheit. Die Ergebnisse verdeutlichen aber auch, dass diese Art der Kooperation eher selten von deutschen Lehrer*innen praktiziert wird. Prof. Dr. Pant stellte daraufhin anhand ausgewählter Daten seiner Studie dar, dass das Maß an Ko-Kooperation offensichtlich von bestimmten Rahmenbedingungen, wie Zeit und Unterstützung durch die Schulleitung, beeinflusst ist. Wie solche Rahmenbedingungen verändert werden können, um Lehrkräftekooperation zu verbessern, verdeutlichte er exemplarisch anhand von Konzepten ausgewählter Schulen. Abschließend präsentierte er die Schlussfolgerungen, die aus den Ergebnissen seiner Studie gezogen werden können. Darunter zählen zum Beispiel, dass die Kooperationszeit als fester Bestandteil der Arbeitszeit in den Schulalltag integriert werden müsse und dass Kooperation in multiprofessionellen Teams gestärkt werden müsse. Prof. Dr. Pant beendete seinen Vortrag mit einem Zitat von Vangrieken et al. (2005, S.36)2:

„Not collaborating is no longer an option“.

In der sich anschließenden Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer*innen gemeinsam mit dem Referenten die Ergebnisse der vorgestellten Forschungen mit eigenen Praxiserfahrungen verknüpfen. Eine zentrale Frage war, wie Kooperation an der eigenen Schule ausgebaut werden könne. Ein Teilnehmer stellte die These auf, dass mehr „Zwang“, beispielsweise durch verbindliche Treffen, eine nachhaltige Kooperation unter pädagogischen Kräften unterstützen könne. Prof. Dr. Pant wies darauf hin, dass ein solcher top-down-Prozess stets mit Nebenwirkungen einhergehe und Schulentwicklung wirksamer sei, wenn sie als Eigeninitiative von den Lehrkräften ausgehe. Ein weiterer Teilnehmer stellte heraus, dass äußere Rahmenbedingungen, z.B. Besprechungsräume für Lehrkräfte und unterstützende, strukturierte Kooperationsanleitungen sowie Plattformen zum Austausch, die Zusammenarbeit fördern könnten. Die Schulleitung habe, wie Prof. Dr. Pant daraufhin hinzufügte, zudem eine zentrale Rolle, da sie wichtige Entscheidungen treffe und Einfluss auf die Motivation der Lehrer*innen in Bezug auf Kooperation habe.

Prof. Dr. Pant veranschaulichte in seinem Vortrag sehr deutlich, dass Lehrkräftekooperation in Deutschland weiterer Forschung bedarf und dass Unterstützungssysteme nötig sind, um Schulen beim Ausbau ihrer Kooperationsstrukturen zu helfen.

Am Meet-the-Expert-Treffen vor der Ringvorlesung nahmen diesmal Studierende, Lehrkräfte verschiedener Schularten von Hochschulpartnerschulen sowie ein Promovend teil. Das einstündige Treffen diente dem persönlichen Austausch von aktuellen Fragen in der Aus- und Fortbildung und im Schulalltag, die auch über das Thema der Kooperation hinausgingen.

(Helen Berger, Dr. Martina von Gehlen)

 

Quellen

1 Richter, D. & Pant, H.A. (2016): Lehrerkooperationen in Deutschland. Eine Studie zu kooperativen Arbeitsbeziehungen bei Lehrkräften der Sekundarstufe I. Deutsche Telekom Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Stiftung Mercator.

2 Vangrieken, K.; Dochy, F.; Raes, E. & Kyndt, E. (2015): Teacher collaboration: A systematic review. Eudcational Research Review 15 (2015), 17-40.

 

Videomitschnitt

Hier finden Sie den Videomitschnitt des Vortrages von Prof. Dr. Pant:

 

Weitere Informationen

Überblick über weitere Termine der Ringvorlesung

Bericht und Video zum ersten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Prof. Fritz Oser: Aus Fehlern (nicht) lernen – Auftakt der Ringvorlesung findet regen Anklang“

Bericht und Video zum zweiten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Pfarrer Gerhard Ziener: Bildungsstandards, Kompetenzen und Kompetenzorientierung: Alter Wein in neuen Schläuchen?“

Bericht zum dritten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg: Macht die Klasse einen Unterschied? – Effekte sozialer, kultureller und leistungsbezogener Heterogenität“

Bericht und Video zum vierten Vortrag der Ringvorlesungsreihe:
„Dr. Elisabeth Wegner: Metaphern des Lernens in unterschiedlichen Schulformen und Altersstufen“

Fachtag “Inklusive Fachdidaktik”

Am Freitag, den 08.12.2017, fand an der Pädagogischen Hochschule Freiburg der Fachtag „Inklusive Fachdidaktik“ statt, der von Katja Schneider (Institut für Deutsche Sprache und Literatur, PH Freiburg) und Charlotte Rott-Fournier (Institut für Musik, PH Freiburg) organisiert und durchgeführt wurde.

Ausgewiesenes Ziel des Fachtages war es, mit Dozierenden aus den Fachdidaktiken und Fachwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Pädagogischen Hochschule Freiburg Möglichkeiten der Verankerung und Weiterentwicklung von Lehrkonzepten zu Inklusion und Heterogenität in den Fächern zu diskutieren und Zusammenarbeit für Inklusion zu initiieren. Der Fachtag bot dabei für die rund 40 Teilnehmenden aus unterschiedlichen Fächern und Fachbereichen (Fachdidaktiken, Bildungswissenschaften) sowie Institutionen (Pädagogische Hochschule Freiburg, Universität Freiburg, Studienseminare) die Gelegenheit, Konzepte, Ideen und Anliegen zu teilen und weiterzuentwickeln.

Zur inhaltlichen Rahmung der Veranstaltung wurde Prof. Dr. Simone Seitz, Professorin für Sonderpädagogische Förderung an der Universität Paderborn, eingeladen, die einen einführenden Vortrag über Herausforderungen und Chancen von Inklusion im Fachunterricht hielt. Sie skizzierte dabei grundlegende Herausforderungen und Spannungsfelder sozialer Ungleichheit im Bildungswesen, verortete Inklusion als Analyse von Differenzherstellung (z.B. durch Leistungserwartungen) und rekurrierte auf didaktische und fachdidaktische Vorarbeiten im Sachunterricht, die insbesondere das Potenzial des dialogischen Lernens der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund rücken.

Darüber hinaus wurden durch Dr. Juliane Leuders und Katja Schneider, beide Pädagogische Hochschule Freiburg, fachdidaktische Perspektiven auf Inklusion am Beispiel von Mathematik und Deutsch beleuchtet. Juliane Leuders stellte dar, welche Ansätze zum Differenzieren und zu Inklusion es in der Mathematikdidaktik bereits gibt und wo die Grenzen dieser Ansätze liegen. Für den Bereich Deutsch stellte Katja Schneider die Schlüsselfunktion des Fachs heraus, die im Sinne der durchgängigen Sprachförderung in allen Fachdidaktiken besonderer Beachtung bedarf. Außerdem wurden Beispiele zur Umsetzung von Lerngegenständen in heterogenen Gruppen skizziert, die auf die Passung von Lerngegenstand und Voraussetzungen von Schülerinnen und Schülern ausgerichtet waren.

In einer interaktiven Arbeitsphase wurden Fächercluster gebildet (Fremdsprachen/Deutsch; Mathematik/Naturwissenschaften/Technik/Sachunterricht; Politik/ Theologien/Soziologie; Musik/Kunst/Sport/Textil), um gemeinsam entlang von Leitfragen zu bestehenden Konzepten, möglichen Entwicklungsschritten sowie Barrieren/Herausforderungen für Inklusion in den jeweiligen Fächern zu diskutieren. Erfreulicherweise konnte für die Naturwissenschaften Dr. Christina Krabbe (Chemiedidaktik, TU Dortmund) als Referentin gewonnen werden, die über Entwicklungen zur Einbindung von Inklusion in die Lehre im Rahmen des Projekts „Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung“ (DoProfil) berichtete. Dabei stellte sie insbesondere das Konzept des Universal Design for Learning vor1, das als Ausgangspunkt für die Lehrentwicklung dienen kann.

Für das Fach Deutsch bot Prof. Dr. Andreas Krafft (Institut für Deutsche Sprache und Literatur, Pädagogische Hochschule Freiburg) Impulse bezüglich sprachdidaktischer Konzeptionen und deren Eignung für (sprachlich) heterogene Gruppen. Dabei griff er u.a. die Bereiche Wortschatzarbeit, Sprachbewusstheit und Grammatikunterricht sowie den Bereich Texte schreiben auf.

Die Ergebnisse aller Arbeitsgruppen wurden abschließend im Plenum vorgestellt und von der Referentin Prof. Dr. Simone Seitz kommentiert. Sie betonte dabei insbesondere die Lehrerbildung für Inklusion, die ihrer Meinung nach Erfahrungen und Lerngelegenheiten für eine Bewusstseinsbildung für Inklusion enthalten solle, um Inklusion als integralen Bestandteil (u.a. auch in Bezug auf die heterogenen Lerngruppen von Studierenden) und nicht als Additum zu verstehen.

In der Zusammenschau bot der Fachtag „Inklusive Fachdidaktik“ Raum für fachlichen Austausch und leistete damit einen Auftakt für eine potenzielle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdidaktiken und mit den Bildungswissenschaften bei der Weiterentwicklung bestehender Lehrveranstaltungen sowie bei der Entwicklung von Lehrbausteinen in Bezug auf Inklusion.

Der Hintergrund

Der Erwerb grundlegender Kompetenzen für Inklusion bei den angehenden Lehrerinnen und Lehrern ist spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ein wichtiges Ziel. Während Inklusion und Heterogenität bislang schon punktuell in den Fächern thematisiert wurden, wird mit der Neugestaltung der Lehramtsstudiengänge im Zuge der Lehramtsreform in Baden-Württemberg Inklusion systematisch in die neue Studienstruktur aufgenommen: Im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Förderungen durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg (MWK) soll durch eine stärkere Kohärenz von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft sowie durch interdisziplinäre Lehr- und Curriculumsentwicklung u.a. auch das Themenfeld Inklusion ausgebaut werden. Es soll als Querschnittsthema nachhaltig in das Lehrangebot für die Studierenden des Lehramts in Kooperation zwischen der Albert-Ludwigs-Universität und der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Rahmen des Freiburg Advanced Center of Education (FACE) verankert werden.

Neben der curricularen Entwicklung eines grundständigen Moduls im Master Lehramt wird daher an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg ein Prozess im Sinne einer lernenden Institution angestoßen, um das Thema Inklusion in unterschiedlichen Fächern und Fachbereichen einzuführen und weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen

Informationen zur FACE-Maßnahme „Inklusion und Heterogenität“

1 Informationen zum Konzept des Universal Design for Learning:
Schlüter, A.-K., Melle, I., & Wember, F. B. (2016). Unterrichtsgestaltung in Klassen des Gemeinsamen Lernens: Universal Design for Learning. Sonderpädagogische Förderung heute(3), 270-286.