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Delegationsreise nach Island und Schottland mit Fokus auf inklusive Lehrerbildung

Vom 1. bis 6. Oktober 2017 nahmen Mitarbeiter*innen der FACE-Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“ an einer Delegationsreise nach Island (Reykjavik) und Schottland (Edinburgh) teil. Die von Baden-Württemberg international (bw-i) organisierte Informationsreise der sechs Pädagogischen Hochschulen wurde mit dem Ziel durchgeführt, internationale Kooperationen mit Ländern zu initiieren, deren Strukturen und Praxis bezogen auf die Umsetzung von Inklusion in der Lehrerbildung und in der schulischen Praxis fortschrittlich sind.

Der Teilnehmendenkreis der Informationsreise umfasste Kolleginnen und Kollegen aller Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg (Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, Weingarten), u.a. Mitglieder der Rektorate, fachdidaktischer wie bildungswissenschaftlicher Abteilungen sowie der Akademischen Auslandsämter. Von der Pädagogischen Hochschule Freiburg nahmen Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg (Institut für Soziologie), Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer (Institut für Erziehungswissenschaft) und Dr. Juliane Leuders (Institut für Mathematische Bildung) teil, die zugleich in der FACE-Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“ tätig sind.

Die Abstimmung des Programms erfolgte durch zwei Vorbereitungstreffen im Oktober 2016 und Februar 2017 bei bw-i in Stuttgart, an denen Reykjavik (Island) und Edinburgh (Schottland) als Ziele für die Delegationsreise ausgewählt wurden sowie Absprachen zur Reiseroute stattfanden.

Unter der Delegationsleitung von Prof. Dr. Hans-Werner Huneke (Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Professor für deutsche Sprache und ihre Didaktik), der organisatorischen Leitung von Julia Simon (bw-i) und der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Kerstin Merz-Atalik (Professorin für Behinderung und Benachteiligung / Inklusion an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg) wurden in Island und Schottland unterschiedliche inklusionsorientierte Schulen im Bereich der frühen Bildung, der Primar- und Sekundarstufe und Hochschulen besucht sowie Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Bildungsministerium und Wissenschaft geführt. So wurden z.B. in Island die Schulen Sjárlandsskóli und Nordlingaskóli in Reykjavik besichtigt, die sich insbesondere durch ihre architektonische Lernraum- und offene Unterrichtsgestaltung auszeichneten. In Schottland wurde die Delegation im Moray House School of Education der University of Edinburgh durch Prof. Dr. Lani Florian sowie Vertreterinnen und Vertreter des Scottish Teacher Education Committee begrüßt. Dabei wurden insbesondere der „National Framework for Inclusion“ sowie die aktuellen Entwicklungen inklusiver Lehrerbildung in Schottland vorgestellt und mit der Delegation diskutiert.

So konnten die Teilnehmenden interessante und fachlich wertvolle Einblicke in die inklusive Schulpraxis und inklusive Lehrerbildung in Island und Schottland gewinnen. Darüber hinaus regte die Reise auch zur Zusammenarbeit unter den Teilnehmenden und zu weiteren gemeinsamen Projekten und Initiativen zur Etablierung von Inklusion in der Lehrerbildung an den Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg an.

 

Ansprechpartner*innen:

Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer | andreas.koepfer@ph-freiburg.de

Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg | katja.scharenberg@ph-freiburg.de

Dr. Juliane Leuders | juliane.leuders@ph-freiburg.de

Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“

Informationswebseite zum Thema „Forschung an Schulen“

Das Prorektorat Forschung der PH Freiburg hat in Zusammenarbeit mit dem Praxiskolleg eine Informationswebseite zum Thema „Forschung an Schulen“ erarbeitet. Ziel war es relevante Informationen für die Durchführung von Forschungsprojekten an Schulen zusammenzustellen, so dass Forschende und Schulen einen schnellen und umfassenden Überblick über notwendige Verfahren bekommen.

Auf der Webseite, die unter https://www.ph-freiburg.de/de/forschung-nachwuchs/bildungsforschung/forschung-an-schulen.html erreichbar ist, sind Informationen zu Genehmigungsverfahren für Erhebungen an Schulen abrufbar sowie konkrete Antragsformulare und Musterschreiben an Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen. Zudem ist auch ein Code of Conduct für die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Schulen hinterlegt. Die Verhaltensregeln, die im Code of Conduct festgehalten wurden, wurden im Dialog mit den beteiligten Akteur*innen im Rahmen einer FACE-Veranstaltung am 03.06.2017 an der PH Freiburg erarbeitet. Sie sollen eine Orientierung bieten, um im gemeinsamen Einverständnis auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten.

Die unterschiedlichen Dokumente sind für PH-Angehörige (Login via PH-Account) sowie Angehörige der Universität Freiburg (Zugriff auf Nachfrage an forschung(atnospam)ph-freiburg.de) als Download verfügbar.

Auf der Webseite sind zudem die verschiedenen Kontaktdaten und Ansprechpersonen hinterlegt, die für die verschiedenen Fragen im Rahmen von Forschungsvorhaben an Schulen zur Verfügung stehen.

Prof. Fritz Oser: Aus Fehlern (nicht) lernen – Auftakt der Ringvorlesung findet regen Anklang

Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs am 19.10.2017

Am Donnerstag, den 19.10.2017, konnte mit dem Vortrag des in der bildungswissenschaftlichen Forschung hochdotierten Prof. Dr. Dr. Fritz Oser der Universität Fribourg bereits der zweite Zyklus der erfolgreichen Ringvorlesungsreihe „Lehr- und Lernperspektiven“ des Freiburger Advanced Center of Education (FACE) eröffnet werden. Der gut besuchte Beitrag stand unter dem Titel „Aus Fehlern (nicht) lernen – Über die Funktion des Falschen und die Fehlerkultur in der Schule“.

Zuvor richtete Frau Orth-Dobler – stellvertretend für das Regierungspräsidium Freiburg – begrüßende Worte an die Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Ringvorlesung. Bereits in der ersten Ringvorlesungsreihe kooperierte das Praxiskolleg mit dem Regierungspräsidium Freiburg in der Ausschreibung der Veranstaltungen für die Lehrkräfte. Lobend hob sie in ihrem Grußwort hervor, dass es dem  Praxiskolleg FACE tatsächlich gelingt, Qualifizierungsmaßnahmen der Fachberater*innen Unterrichtsentwicklung zu unterstützen und die Diskussion aller an der Ausbildung Interessierten zu erleichtern. Hierbei finde der Titel der Ringvorlesung seine Verwirklichung. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden vor Ort abgeglichen, Chancen und Grenzen relevanter Themen für Schule und Unterricht diskutiert und Lehrkräfte und Schulleitungen, aber auch Dozierende in einem Ausbildungsnetzwerk miteinander verbunden. Heterogenität gelingend zu gestalten, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen zu verbinden und nicht zuletzt die Vermittlung von Wissen werden auch zukünftig große Herausforderungen, aber auch Chancen für die Schul- und Unterrichtslandschaft bereithalten. Die Fortsetzung der Kooperation zwischen den Institutionen ist hierbei gewinnbringend.

Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck bedankte sich im Namen des Leitungstandems des Praxiskollegs für die Kooperation und stellte den Referenten des Abends und dessen Arbeitsgebiete vor.

Prof. Dr. Dr. Oser nahm in seinem Vortrag zunächst eine Differenzierung verschiedener Fehler-Typen vor. Wichtig sei es, nicht zu glauben, dass Fehler einfach zuzulassen oder gar zu bewundern seien, das sei „Fehler-Kitsch“, Vielmehr sei der Fehler eine Gelegenheit das Richtige zu erarbeiten und zu erkennen. Das erste Gesetz ist, dass man Fehler verhindert, und wenn man sie macht, dass man daraus lernt, sie zu vermeiden. Es müsse erkannt werden, dass die Funktion des Falschen einerseits eben seine Vermeidung und andererseits zugleich eine Stärkung und Sicherung des Richtigen bedeute. Der produktive Umgang mit Fehlern sei maßgebend. Für den Unterricht sei es überdies wichtig, das Verstehen und die Analyse, nicht aber eine beschämende Bewertung des Fehlers in den Vordergrund zu stellen. Allgemein sei die Schule ein Ort, an dem Fehler konstitutiv seien und zum Erwerb negativen Wissens genutzt werden könnten. Als negatives Wissen bezeichnet Prof. Dr. Dr. Oser jenes Wissen, das als Ergebnis eines Lernvorgangs betrachtet werden kann, bei dem die episodische Erinnerung an das Falsche dessen Wiederholung verhindert und zugleich das Richtige gegenspiegelt. Ein subtiler Umgang mit Fehlern bei Schülerinnen und Schülern führe zu einem spezifischen nicht nur positiven, sondern auch zu einem negativen Wissenszuwachs, der ihnen bei der Vermeidung zukünftiger Fehler helfe und zugleich das Richtige, Funktionelle und Wahre stütze. Durch Lernen aus Fehlern von anderen (advokatorisches, negatives Lernen) sei nicht bloß unsere Kultur in Romanen, Filmen, Tatsachenberichten etc. sondern auch die gesellschaftlich gültige Moral entstanden.  Die Lösungsfindung, so der Appel Osers, sollte vor allem im schulischen Kontext als Prozess betrachtet werden, der einen konstruktiven Einbau in bestehende Wissensstrukturen ermögliche. Dabei arbeitete Prof. Oser acht Punkte heraus, die sich als hilfreich erweisen können. Nebst der Fehlerdetektion, ist das Zeitnehmen für den Umgang mit Fehlern maßgeblich. Zudem sollen Fehler im Unterricht in einer Weise öffentlich gemacht werden, die den Lernenden nicht bloßzustellt sondern positiv begleitet. Damit die Lernenden profitieren können, sind das Kontrastieren und die Begründung von Kontrastierungen einzubinden. Des Weiteren folgt der Aufbau von Gedächtnisstützen, Repetitionsmöglichkeiten und Kontrolle (im Sinne der Prüfung des Richtigen), um mit der Zeit ein positives Bewertungssystem zu schaffen.

In der sich anschließenden Diskussion konnten die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit dem Referenten die Ergebnisse seiner Forschungen mit den Praxiserfahrungen verknüpfen. Die Diskussion beschäftigte sich vor allem mit der Sinnhaftigkeit von Fehlersimulatoren im Unterricht. Prof. Oser verdeutlichte aber, dass Simulatoren dort Sinn machten, wo Abläufe im Mittelpunkt stehen, wie etwa im Sport- oder im Mathematik-Unterricht. Das künstliche Schaffen von Fehlersituationen hingegen seien – so würden empirische  Befunde zeigen – nicht erfolgreich.

Schülerinnen und Schüler müssten eine Art „Sense of failure“ entwickeln, eine Art Gespür dafür, was in der Situation prozessual, sachlich, strategisch oder konzeptionell falsch sei. Das ist die eine Seite. Auf der andern würde eine Konzentration auf Fehler allein hingegen jede Motivation zerschmettern. In diesem Kontext wurde auch nochmals über die Funktionalität von Beschämen diskutiert. Professor Oser stellte hierbei deutlich heraus, dass Strenge die sachliche Einsicht und der Durchgang vom Falschen zum Richtigen nicht zur Demütigung führen müsse.

Insgesamt vermittelte Prof. Dr. Dr. Oser das Thema sehr lebendig und anschaulich, sodass man sehr schnell einen Zugang zu den wissenschaftlichen Ergebnissen erlangen konnte.

Das Team des Praxiskollegs und interessierte Gäste hatten vor dem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Oser die Gelegenheit, im Rahmen eines vorhergehenden Meet-the-Expert-Treffens von der Expertise des honorierten Schweizer Erziehungswissenschaftlers zu profitieren und durch den gemeinsamen Austausch fruchtbare Erkenntnisse für das eigene Projekt zu gewinnen.

(Christina Metzger, Ulrike Dreher, Martina von Gehlen, Prof. Oser)

 

Videomitschnitt

Hier finden Sie den Mitschnitt des Vortrages von Prof. Dr. Dr. Oser:

Ringvorlesung 2017/18: „Aus Fehlern (nicht) lernen – Über die Funktion des Falschen und die Fehlerkultur in der Schule.“ – Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz Oser (em.)

Weitere Informationen

Überblick über weitere Termine der Ringvorlesung

Kastelbergschule besiegelt ihre Kooperation mit Hochschulpartnerschulvertrag

Am 26.10.2017 unterzeichnete die Kastelbergschule Waldkirch als 10. Schule einen Kooperationsvertrag mit dem Praxiskolleg von FACE. Die Gemeinschaftsschule kooperiert nicht nur im Rahmen der ISP-Betreuung mit der Pädagogischen Hochschule, sondern hat auch bereits Kooperationserfahrung bezüglich der Vernetzung von Fachdidaktik und Fachkonferenz Mathematik.

v.l.n.r.: Lars Holzäpfel, Christian Baier, Manfred Kasten und Wolfgang Hochbruck

Unter Anwesenheit von Christian Baier, der sowohl Ausbildungslehrer der Schule ist als auch Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule, und der zuständigen Koordinatorin des Praxiskollegs, Ulrike Dreher, unterzeichneten der Schulleiter Manfred Kasten und das Leitungstandem des Praxiskollegs, Prof. Dr. Lars Holzäpfel und Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, den gemeinsamen Kooperationsvertrag.

In einem anregenden Gespräch mit der Badischen Zeitung wurde von Herrn Holzäpfel die Chance der wissenschaftlichen Anbindung der Praxis durch Hochschulpartnerschaften hervorgehoben. Manfred Kasten hob die besonderen Herausforderungen der Gemeinschaftsschule hervor, die die Inklusionsklassen bereithalten. Die Kolleginnen und Kollegen leisten dabei sehr gute Arbeit, die sie erfahrungsbasiert koordinieren. Eine wissenschaftliche Anbindung sieht er dann gewinnbringend, wenn man den gemeinsamen Diskurs mit dem Kollegium darüber führt, was guter Unterricht ist.

Am Beispiel des Unterrichtsprinzips der Mehrperspektivität wurde diskutiert, dass theoretische Erkenntnisse durchaus schon lange existieren, die Evidenzbasierung in den Fachdidaktiken und die Materialentwicklung für den Unterricht im Rahmen von Entwicklungsforschung hingehen erst in den letzten Jahren geleistet werden. Von diesen neuen Befunden können insbesondere die Hochschulpartnerschulen durch ihre enge Anbindung an die Hochschulen profitieren.

Die Partner freuen sich auf den gemeinsamen Dialog auf Augenhöhe, der durch das Praxiskolleg begleitet wird.

(Ulrike Dreher)

Jahrestagung „Mathe für alle“

„So sollte Unterricht sein: Man lernt etwas und hat auch noch Spaß dabei.“

„Der Austausch über die Schularten hinweg war sehr interessant.“

„Sehr gut gefallen haben mir die guten Fachvorträge verbunden mit der eigenen Arbeit am Thema.“

„Vielen Dank für das Material.“

 

Am 05.10.2017 fand die Jahrestagung „Mathe für alle“ mit dem Fokus auf Übergänge statt, um die Kohärenz zwischen den Schularten und Schulstufen zu stärken. Die Veranstaltung richtete sich an Mathematiklehrkräfte aller Schularten, die durch einen Hauptvortrag und zwei Workshopangebote über Theorie und Praxisbezüge neue Impulse für ihre Unterrichtspraxis erwerben konnten. Die Schwerpunktsetzung durch das Institut für Mathematische Bildung (IMBF) der Pädagogischen Hochschule entwickelte sich aus der Kooperation mit dem Freiburg Advanced Center of Education, um den Dialog über Übergänge mit den Lehrkräften zu suchen.

Prof. Dr. Lisa Hefendehl-Hebeker (Universität Duisburg-Essen)

Für den Hauptvortrag konnte Prof. Dr. Lisa Hefendehl-Hebeker (Universität Duisburg-Essen) gewonnen werden. Die Referentin konnte die Perspektiven auf Theorie und Praxis aufgrund ihrer Biographie gut miteinander verbinden, da sie sowohl Lehrerin als auch promovierte Mathematikerin ist. Unter dem Titel „Arithmetisches Denken – Grundlage für die gesamte Schullaufbahn“ stellte sie anschaulich heraus, welche Rolle ein flexibler Umgang mit dem Zahlensystem spielt. Arithmetisches Denken umfasst eben gerade nicht das bloße Rechnen und Anwenden von starren Schemata, sondern bezieht sich auf das Erfassen von Beziehungen, Mustern und Strukturen im Bereich der Zahlen. Ein Struktursinn und Zahlensinn wird somit schon in der Grundschule vermittelt und legt den Grundstein für einen flexiblen Umgang mit den weiteren Zahlenbereichen und der Algebra (bspw. mit Termen und Gleichungen) in höheren Klassenstufen. An praktischen Bespielen wurde aufgezeigt, wie im Unterricht ein solcher Zahlensinn sukzessive anhand von verschiedenen Denkwegen aufgebaut werden kann. Es wurde deutlich, dass „Rationalität und Kreativität in der Mathematik verträglich zusammenwirken.“

 

Im Anschluss wurde am Vormittag und am Nachmittag je ein eineinhalbstündiger Workshop angeboten, in dem sich die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verschiedenen mathematikdidaktischen Themen vertiefen konnten. Die Workshops wurden sowohl von den Institutsmitgliedern des IMBF als auch von Vertretern der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (Grundschule, Sonderschule, Gymnasium und Berufl. Gymnasium) Freiburg, Offenburg und Lörrach und weiteren Institutionen (Fachberaterinnen und Fachberater) ausgerichtet, die jeweils ihre spezifische Expertise einbringen konnten. Hierbei wurden die Inputphasen gekonnt mit Beispielen aus der Praxis kombiniert, sodass die eigene unterrichtliche Praxis reflektiert werden konnte und bspw. an Aufgabenstellungen für den Unterricht gearbeitet wurde. Zumeist wurde so der Transfer in die Schule bereits innerhalb der Workshops geleistet.

Im Abschlussvortrag lieferte Prof. Dr. Timo Leuders „Ein mathematisch-didaktisches Überraschungs-Ei zum Staunen und Mitnehmen“. Er präsentierte das Vier-Farben-Problem aus der diskreten Mathematik. Dabei geht es darum zu zeigen, dass zum Färben einer beliebigen Karte vier Farben ausreichen, um aneinandergrenzende Gebiete unterschiedlich zu färben. Anschaulich erläuterte er, wie die Lehrkräfte mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu dieser Problemstellung entwickeln können, die nicht Teil des Lehrplans, aber durchaus dazu geeignet ist, die „Faszination Mathematik“ zu vermitteln.

Durch die gelungene Kombination aus Impulsvortrag und Workshops konnten die interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vermittelten fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in Verbindung mit der unterrichtlichen Praxis bringen.

Ulrike Dreher

 

Informationsmaterial:

Praxisphasentag 2017: „Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten“

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Zukunft der Lehrerbildung tatsächlich etwas ist, was vom ersten Semester bis zum Ende der ganz langen Praxisphasen durchgehend sich gegenseitig ergänzt und befruchtet und verstärkt. Und in diesem Sinne brauchen wir die Innovationskraft der Praktiker, die heute zahlreich vertreten sind. Ich freue mich auf den heutigen Tag.“
– Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Universität Freiburg, Leitung FACE-Praxiskolleg

Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Hochbruck am 22.09.2017 den Praxisphasentag 2017 und verdeutlichte zugleich das Kernanliegen des Praxiskollegs, welches sich auch im Konzept der Tagung widerspiegelt: Einerseits wurde die Theorie-Praxis-Verzahnung vor, nach und während der Praxisphasen im Lehramtsstudium fokussiert, andererseits wurde der Dialog zwischen den Vertreter*innen der Institutionen, die an der Lehrerbildung beteiligt sind, intensiviert.

Worum ging es?

Der Praxisphasentag wurde ausgerichtet vom Praxiskolleg in Kooperation mit der Abteilung Fort- und Weiterbildung des FACE. Für die Organisation und Durchführung war hierbei Ulrike Dreher verantwortlich, die gemeinsam mit Beate Epting, Dr. Martina von Gehlen und Maren Klein für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte. Die Tagung mit fortbildendem Charakter wurde gemeinsam von Albert-Ludwigs-Universität und Pädagogischer Hochschule veranstaltet. Unter dem Titel Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten subsummierten sich zwei wissenschaftliche Hauptvorträge, Austauschforen, Workshops, ein Forschungsforum und eine Abschlussdiskussion.

Wer hat teilgenommen?

Mit der Veranstaltung wurden alle Personen und Institutionen angesprochen, die Studierende und Referendar*innen in Praxisphasen betreuen und Wissenschaftler*innen, die sich mit den einzelnen Praxisphasen, deren Begleitung und Gelingensfaktoren beschäftigen. Demzufolge war das Teilnehmerfeld sehr heterogen und spiegelte die Diversität der Community of Practice wider. Lehrkräfte und Schulleitungen aller Schularten, Bereichsleiter*innen, Fachleiter*innen und Lehrbeauftragte der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung (aller Schularten), Zuständige der Staatlichen Schulämter und des Regierungspräsidiums Freiburg, Dozierende der Universität und der Pädagogischen Hochschulen und Wissenschaftler*innen anderen deutscher und Schweizer Hochschulen nahmen teil, um neue Impulse für ihre Arbeit mit Studierenden und Referendar*innen und für die Kooperation zwischen den Institutionen zu bekommen.

„Lernen für die Praxis als Lernen in zwei Praxen?“

Im ersten Hauptvortrag diskutierte Prof. Dr. Tobias Leonhard (Pädagogische Hochschule der FH Nordwestschweiz) die Frage „Lernen für die Praxis als Lernen in zwei Praxen? – Versuch einer theoretischen Neuorientierung schulpraktischer Studien mit praktischen Konsequenzen“.

Mit Bezug auf eine alte Weisheit der Dakota-Indianer: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab.“ brachte Herr Leonhard dem Publikum ein „totes“ und ein „quicklebendiges Pferd“ mit:

„Das sind die Bilder dafür, dass ich eine ganz zentrale Rahmung schulpraktischer Studien vehement kritisieren möchte – das ist das tote Pferd. Und Ihnen deswegen eine alternative Rahmung vorstellen möchte, mit der Idee, dass gerade das für die Zusammenarbeit zwischen einer lehrerbildenden Institution und der beruflichen Praxis von kolossalem Wert sein kann.“

Im Kontext schulpraktischer Studien ist meist die Rede von Theorie und Praxis, von einem theory-practice-divide oder auch der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Figur von Theorie und Praxis ist für Leonhard jedoch „im Grunde ohne heuristischen Wert“ oder eben „ein totes Pferd“:

„Pointiert gesagt, in der Figur von Theorie und Praxis werden Hochschulen und Berufsfeld jeweils halb amputiert. Denn die Identifikation der Hochschulen mit der Theorie und der Arbeit an Schulen als Praxis blendet jeweils die Hälfte aus. Sie unterstellt der Hochschule implizit, wir würden nichts tun. Die Hochschule hätte keine Praxis. Die Figur unterstellt aber auch, und das erscheint mir persönlich noch viel schlimmer, das alltägliche Handeln an Schulen hätte keine Theorie. Beides ist meines Erachtens eindeutig kontrafaktisch.“

Als alternative Rahmung schlägt Leonhard vor von zwei Praxen zu sprechen, „der Berufspraxis von Lehrpersonen und der Wissenschaftspraxis der Hochschulen“. Studierende nehmen im Rahmen ihres Lehramtsstudiums an beiden Praxen teil und lernen jeweils von den Könner*innen dieser Praxis. Von entscheidender Bedeutung ist nach Leonhard dabei, dass Studierende an der „echten“ und nicht nur an einer „didaktisierten und simulierten Praxis“ teilhaben können. Er appelliert daher an die Zuhörer*innen:

„In dieser Rahmung lautet dann entsprechend das Postulat für die Hochschulen: Prozessieren sie Wissenschaftspraxis als diskursive Praxis und Theorien, Konzepte und Argumente und binden sie Studierende frühzeitig in die Praxis der Arbeit mit Erkenntnismethoden ein. [… ]Das analoge Postulat für die Kolleginnen und Kollegen aus dem Berufsfeld hieße: Werden sie als Praktikerinnen und Praktiker der Berufspraxis sichtbar. Zeigen sie, was sie tun und erklären sie, was sie wie tun und worauf es aus ihrer Sicht ankommt.“

Sehen Sie hier den kompletten Vortrag von Prof. Dr. Tobias Leonhard:
 

 

Vernetzung und Dialog in Workshops und Austauschforen

In Austauschforen boten sowohl das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (SSDL) (Gymnasium) Freiburg, vertreten durch Prof. Dr. Ulrich Maneval, als auch das SSDL (WHRS) Freiburg, vertreten durch Patrick Beuchert, Diskussionsrunden für Mentor*innen an, in denen die Aufgabe der Praxisphasenbetreuung durch die beteiligten Institutionen abgeglichen werden konnte. Die ISP-Schulen der Pädagogischen Hochschule wurden von Dr. Jutta Nikel über die Portfolioaufgaben im Praktikum informiert und Prof. Dr. Lars Holzäpfel initiierte einen Austausch zwischen den Ausbildungsberater*innen und den Dozierenden. Übergreifenden Fragen zur Kooperation widmeten sich Prof. Dr. Sebastian Jünger und Dr. Michael Ruloff (FH Nordwestschweiz) in den beiden Workshops Partnerschulen zur Professionsentwicklung im Bildungsraum Nordwestschweiz und Ausbildung gemeinsam verantworten im hybriden Raum. Die Workshops zur Begleitung der Praxisphasen fokussierten Teamteaching (Lea de Zordo, PH Bern), Portfolioarbeit (Dr. Gerd Bräuer, PH Freiburg und Georgia Gödecke, Universität Bremen), bedürfnisorientierte Begleitung (Dr. Benjamin Dreer, Universität Erfurt), Klassenführung (Dr. Patrick Blumschein, PH Freiburg) und Diagnose (Dipl. Psych. Sabine Peucker, PH Freiburg). In einem Forschungsforum konnten lokale (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen aktuelle Forschungsprojekte und deren Ergebnisse den Praktiker*innen an Postern präsentieren. In intensiven Einzelgesprächen konnten dabei zukünftige Kooperationen angebahnt und vergangene Kooperationen reflektiert werden.

„Gemeinsam über Unterricht sprechen: Aber wie?“

Dr. Kathrin Futter von der Pädagogischen Hochschule Schwyz konnte indes mit dem zweiten Hauptvortrag „Gemeinsam über Unterricht sprechen: Aber wie? – Nutzen Lehramtsstudierende Lerngelegenheiten im Gespräch? Welches Unterstützungsverhalten der Praxislehrpersonen hilft ihnen dabei?“ zum wissenschaftlichen Diskurs der Teilnehmenden beitragen.

Aus ihrer Sicht können vor allem die Praxislehrpersonen eine Verbindung zwischen den Systemen Hochschule und Berufspraxis herstellen, „denn sie kennen beide Systeme, sie sind ausgebildet als Praxislehrpersonen und sie können eben als sogenannte „broker“ diese beiden Systeme miteinander verbinden“ und damit das Lernen im Praktikum unterstützen.

„Das Lernen im Praktikum ist sehr vielfältig und hochkomplex. Es ist prozessorientiert, situativ, sozial, subjektiv und stellt einen wichtigen Ausgangspunkt dar für die professionellen Entwicklungsprozesse, die sich selbstverständlich über die gesamte Berufstätigkeit ziehen respektive die gesamte Berufspraxis durchziehen.“

In ihrer empirischen Untersuchung wertete Frau Futter Unterrichtsbesprechungen zwischen Praxislehrpersonen und Studierenden auf deren Anteil von Lerngelegenheiten aus. Dabei sind es vor allem die ko-konstruktiven Dialoge, bei denen sich beide Gesprächspartner aufeinander beziehen und gemeinsam neue Ideen entwickeln, die Studierende in ihrem Lernprozess am meisten unterstützen. Eine lernförderliche Gesprächssituation sei empirisch zudem dadurch gekennzeichnet, dass die Praxislehrpersonen weniger direktiv agieren und eher die Studierenden Themen einbringen. Bei längeren Gesprächen mit einer größeren Anzahl an reflexiven Passagen sind mehr Hinweisstellen auf das Lernen der Studierenden erkennbar. Diese Befunde regten dazu an, die eigene Beratungspraxis dahingehend zu prüfen und sich in diesem Themenfeld fortzubilden.

Abschlussdiskussion „Praxisphasen betreuen, optimieren, vernetzt gestalten“

„Ich glaube das, was wir hier machen, wird in zehn oder zwanzig Jahren selbstverständlich sein. Aber wir sind die Pioniere.“
– Dr. Patrick Blumschein (Zentrum für Lehrerfortbildung PH Freiburg)

Abgerundet wurde die Tagung durch eine Abschlussdiskussion von Vertreter*innen der beteiligten Institutionen mit Dr. Kathrin Futter und Prof. Dr. Sebastian Jünger. Unter der Moderation von Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Leitungstandem Praxiskolleg) wurde über den vermeintlichen Graben zwischen Theorie und Praxis diskutiert und wie man diesen als hybriden Raum gestalten kann. Die schulische Sicht brachten die beiden Schulleiter von Hochschulpartnerschulen, Heiko Schrauber (Kreisgymnasium Bad Krozingen) und Joachim Diensberg (Albert-Schweitzer-Schule II Landwasser) mit ein, während Prof. Dr. Ulrich Maneval als Vertreter des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasium) seine Einschätzung kundtat. Hochschulseitig diskutierten Sybille Schick (Stabstelle Lehrer*innenbildung, Universität) und Dr. Patrick Blumschein (ZeLF, PH Freiburg) mit. Die Diskutant*innen benannten Gelingendes im Rahmen der Kooperation, zeigten aber auch sehr direkt auf, welche Aufgaben in der Zukunft angepackt werden müssen: Hierbei seien die Ressourcen auch der schulischen Partner zu stärken und begleitende Lehrpersonen (Ausbildungslehrkräfte und Mentor*innen) fortzubilden zentrale Gelingensfaktoren, um für die Professionalisierung Studierender im Praxissemester zu sorgen.

Fazit

Die Veranstaltung bot den rund 200 Teilnehmenden sowohl die Möglichkeit der wissenschaftlich fundierten Weiterbildung im Themenbereich der Praxisphasenbetreuung als auch den Raum der Vernetzung, des Austauschs und der Abstimmung von Positionen zwischen den Institutionen und trug so weiter zu einem engeren Dialog der Community of Practice am Standort Freiburg bei.

– Jana Dornfeld, Ulrike Dreher und Dr. Martina von Gehlen

 

Wie hat der Praxisphasentag gefallen?

Wir haben nachgefragt. Wie hat der Praxisphasentag den Teilnehmer*innen, den Workshop-Leiter*innen, den Nachwuchsforscher*innen des Forschungsforums und den Ausstellern der Berufsverbände gefallen? Lesen Sie hier ihr Feedback.

Feedback der Teilnehmer*innen
Feedback der Workshop-Leiter*innen
Feedback der Nachwuchswissenschaftler*innen
Feedback der Aussteller*innen

Impressionen

 

Ansprechpersonen:

Ulrike Dreher, Dr. Martina von Gehlen, Beate Epting, Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Prof. Dr. Lars Holzäpfel

Informationsmaterial:

 

 

Grundschule Denzlingen unterzeichnet Kooperationsvertrag

 
Feierlich unterzeichneten im Rahmen des Praxisphasentags am 22.09.2017 Rektorin Silke Siegmund und Konrektorin Cornelia Stein von der Grundschule Denzlingen gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Pädagogische Hochschule Freiburg) – Leitungstandem des Praxiskollegs des FACE – den Hochschulpartnerschulvertrag. Damit ist die Grundschule Denzlingen bereits die zweite Grundschule, die sich für eine Hochschulpartnerschaft mit Kooperationsvertrag mit der Pädagogischen Hochschule und der Albert-Ludwigs-Universität im FACE (Freiburg Advanced Center of Education) entschieden hat.

Seit mehreren Jahren ist die Grundschule Denzlingen bereits in der Praxisphasenbetreuung im Rahmen des Integrierten Semesterpraktikums von Studierenden an der Pädagogischen Hochschule eingebunden. Die Vertragsunterzeichnung ist nun ein folgerichtiger Schritt, um die bestehende Kooperation auszubauen und bietet der Schule die Möglichkeit sich über schulspezifische Anliegen mit den Hochschulpartnern intensiv auszutauschen.

Die Zusammenarbeit kann über verschiedene Schwerpunkte ausgestaltet werden. Die Schwerpunkte können in mindestens einem der vier Bereiche – Praxisphasenbetreuung, Forschung, Fort-/Weiterbildung, Mentoring – individuell je nach Schulanliegen vertieft werden. Außerdem bietet die Einbindung der Schulen in die Vernetzungsveranstaltungen des Praxiskollegs eine gute Chance, um den Dialog zwischen Praxis und Theorie zu intensivieren, da hierbei die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulpartnerschulen auf Augenhöhe mit allen weiteren Institutionen der Lehrerbildung unmittelbar diskutieren können. Die Ausgestaltung der Kooperation zwischen der Grundschule Denzlingen und den beiden Hochschulen wird in diesem Schuljahr gemeinsam entwickelt und umgesetzt.

Die Koordinatorinnen des Praxiskollegs, Ulrike Dreher und Dr. Martina von Gehlen, freuen sich gemeinsam mit dem Leitungstandem des Praxiskollegs und den Schulleiterinnen der Grundschule Denzlingen auf die Zusammenarbeit.

(Ulrike Dreher)

‟El vínculo entre nosotros es la didáctica”: Didaktik verbindet

Freiburger Dozierende der Romanistik bilden sich in Madrid fort

Im Rahmen des Kooperationsnetzwerkes FACE fand vom 18. bis 22.09.2017 für Dozierende der Romanistik eine Fortbildung an der Universidad Nebrija (Madrid) statt. Die durch Erasmus+ geförderte Maßnahme richtete sich an Lektorinnen der spanischen Sprache der Universität sowie an Mitarbeiterinnen der PH, die sich aufgrund der Umstrukturierungen in der Lehramtsausbildung seit einiger Zeit intensiv mit der Fachdidaktik der romanischen Schulsprachen beschäftigen. Neben der Erasmus+ Förderung wurde die Maßnahme vom Institut für Romanistik der PH sowie vom Romanischen Seminar der Universität finanziert.

Schon im Mai dieses Jahres hatte das Institut für Romanistik der PH eine Fortbildungsveranstaltung für die Fremdsprachenlektor*innen der beiden Freiburger Hochschulen organisiert. Themen, wie Handlungsorientierung in der sprachpraktischen Ausbildung angehender Fremdsprachenlehrer*innen, heterogene Studierendengruppen und Mehrsprachigkeitsdidaktik standen dabei im Fokus. Diskussionsbedarf bestand jedoch weit über diesen Tag hinaus.

Um diese Inhalte intensiv und auf die universitäre Fremdsprachenlehre ausgerichtet erarbeiten zu können, initiierte Eva Nelz, Doktorandin im Promotionskolleg CURIOUS von FACE, die fachdidaktische Fortbildung an der Universidad Nebrija und gestaltete, unter der Leitung von Prof. Dr. Isabelle Mordellet-Roggenbuck, den inhaltlichen Rahmen.

Mit einem vierstündigen Workshop zum Thema „Mehrsprachigkeit“, den die Dekanin der „Facultad de Lenguas y Educación“ der Universidad Nebrija, Prof. Dr. Susana Martín Leralta, leitete, wurde der Fokus der Fortbildungswoche erneut auf dieses weite Themenfeld gelegt, das im Kontext von lernpsychologischen sowie didaktischen Erkenntnissen sowohl ein wünschenswertes Ziel als auch eine Gegebenheit des fremdsprachlichen Unterrichts ist. Durch eine Vielzahl von Gelegenheiten zur Diskussion und Reflexion hatten die Teilnehmerinnen immer wieder die Möglichkeit, Workshopinhalte direkt auf die eigenen Sprachkurse an der Hochschule zu übertragen. Verschiedene Sichtweisen zu Hürden und Schwierigkeiten auf Seiten der Studierenden wurden offengelegt und die Rolle des Dozierenden diskutiert: Besonders angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Studierenden des Romanischen Seminars der Universität Freiburg die spanische Sprache für das Lehramt am Gymnasium lernt, wurde deutlich: „Wir sind das ‘Modell’ für die Studierenden. Das ist eine riesige Verantwortung.“ (Anna Subarroca Admetlla)

An einem der Vormittage konnten die Fortbildungsteilnehmerinnen zudem in Sprachkursen des Spanischen als Fremdsprache hospitieren: Trinidad Manchado, die bereits seit 30 Jahren in der universitären Fremdsprachenlehre tätig ist, berichtete: „Dort sah ich mal als unbeteiligter Zuschauer, wie der Dozent in der Praxis als „Navegante Entre Culturas“ agiert“, also stets zwischen seiner eigenen und der Kultur der Studierenden „navigieren“ muss.

Weitere Themen der Workshops waren u. a. Lernerautonomie, Digitale Medien in der Hochschullehre und Grammatikvermittlung.

In einer von den beiden Organisatorinnen Eva Nelz und Isabelle Mordellet-Roggenbuck geführten Gruppendiskussion zum Ende der Fortbildung wurde schließlich auch die Relevanz der Maßnahme für die Arbeit der Lektorinnen in der neuen Studienstruktur besprochen sowie die Wahrnehmung möglicher Synergieeffekte aus der Kooperation der beiden Hochschulen. Nadya Viascan-Bauer merkte dabei an: „Seit 13 Jahren gebe ich mittlerweile Spanischkurse an der Uni. In den gemeinsamen Fortbildungen wurde ich davon überzeugt, dass der Fokus mehr auf Handlungs- und Professionsorientierung liegen muss.

Und in der Tat gibt es den einen sprachpraktischen Unterricht für alle Studiengänge nicht. Um neue Wege für die universitäre Sprachpraxis zu finden, soll auch im kommenden Jahr die Fachdidaktik als Bindeglied zwischen den Romanist*innen der beiden Hochschulen fungieren: ‟El vínculo entre nosotros es la didáctica”, merkte Trinidad Manchado abschließend passend an – Didaktik verbindet.

 

Einladung zur Teilnahme an einer Befragung für Lehramtsstudierende und Referendar*innen

Gesucht: Studierende im Lehramt oder polyvalenten Zwei-Hauptfach-Bachelor sowie Referendar*innen, die mit ihrer Studienteilnahme einen Beitrag zur Erweiterung des Beratungsangebot für Studierende im Lehramt leisten wollen.

Im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung wird am Standort Freiburg aktuell ein Beratungsverfahren entwickelt, in dem Studierende Informationen und Feedback zu verschiedenen Aspekten erhalten sollen, die im Lehramtsstudium und im Lehrer*innenberuf von Bedeutung sein können. Für dieses Verfahren führen wir aktuell eine Fragebogenuntersuchung durch, in der verschiedene Komponenten der Einstellung und Arbeitsweise von Studierenden im Lehramtsstudium und Referendariat erfasst werden. Um ein möglichst repräsentatives Bild aus Studierenden verschiedener Lehramtsfächer zu erhalten, würden wir uns über eine rege Beteiligung freuen. Auch eine Verbreitung des Fragebogenlinks an Lehramtsstudierende anderer Universitäten begrüßen wir.

Die Bearbeitung der Fragebogenstudie nimmt etwa 20 – 25 Minuten in Anspruch und unter allen Teilnehmenden werden 15 Geldbeträge à 20 Euro verlost. Dazu können Sie am Ende des Fragebogens in einem separaten Fenster Ihre E-Mail-Adresse hinterlegen, sodass keine Verbindung zu Ihren Fragebogendaten hergestellt werden kann. Ihre Fragebogendaten werden anonym erfasst und lassen keine Rückschlüsse auf die Person zu.

Der Fragebogen kann unter folgendem Link bearbeitet werden:
https://www.soscisurvey.de/Pilot_Beratung/

 

 

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Unterstützung. Für Rückfragen und weitere Informationen zur Studie kontaktieren Sie bitte helen.ernst@ezw.uni-freiburg.de.

Scientific Retreat des Praxiskollegs und der Lehrer*innenfort- und -weiterbildung

Am 22.06.2017 traf sich das Team des Praxiskollegs (M2) und der Fort- und Weiterbildung  (M5) mit den Assoziierten, um zusammen im Rahmen eines Scientific Retreats die bisherige Zusammenarbeit zu diskutieren und daran anschließend Eckpunkte für die weitere Projektlaufzeit festzulegen. Ergänzt wurden die Ausarbeitungen des Teams, vertreten durch die Professoren Wolfgang Hochbruck und Lars Holzäpfel (Leitungstandem), Dr. Patrick Blumschein, Ulrike Dreher, Dr. Martina von Gehlen und Beate Epting, durch die Sichtweisen der Mitarbeiterinnen des Zentrums für Schulpraktische Studien (Pädagogischen Hochschule Freiburg), vertreten durch Dr. Jutta Nikel und Christine Menzer, sowie der Stabstelle Lehrer*innenbildung (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), vertreten durch Sybille Schick und Brigitte Busching.

Nach einer gemeinsamen Rückschau auf bereits erfolgreiche Projektergebnisse (u.a. die Ringvorlesung im Wintersemester 2016/17, das Konzept für die Fort- und Weiterbildung von Ausbildungsberater*innen, die Etablierung von Hochschulpartnerschulen, die Praxisphasentagung sowie die Veranstaltungsreihen z.B. Community of Practice und Schulnetzwerkveranstaltung) wurden die Anliegen und Bedarfe der Beteiligten im Hinblick auf die zukünftige Projektgestaltung (Lehrer*innenfortbildung, Praxisphasen und Vernetzung) diskutiert.

Als übergreifendes Ziel für die gemeinsame Projektkooperation wurde eine möglichst transparente Zusammenarbeit hinsichtlich der unterschiedlichen Aufgaben- und Einflussbereiche aller beteiligten Akteure beschlossen. Auf diese Art und Weise soll die Verstetigung der Initiativen zur Qualitätsentwicklung im Bereich der schulpraktischen Studien, der Lehrkräfteausbildung und im Bereich der Lehrkräftefortbildung gesichert werden. Die angewendeten Lehrkonzepte im Bereich der Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung wurden gemeinsam zusammengefasst und erörtert. Dabei konnten Optimierungspotentiale von den Beteiligten identifiziert werden, die in der weiteren Durchführung der Veranstaltungsformate und der Konzeptentwicklung nun weiter berücksichtigt finden. Die konkrete Umsetzung und Gestaltung der erarbeiteten Ziele sollen im kommenden Wintersemester in einem weiteren Retreat vertieft werden.

(Christina Metzger, Dr. Martina von Gehlen, Dr. Jutta Nikel, Ulrike Dreher)