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Moderne Physik stellt eine Herausforderung für Lehrende und Lernende dar und ist somit ein idealer Gegenstand um didaktisches Denken zu fördern.

Lehrveranstaltung: Fachdidaktik der modernen Physik

M1 Lehrprojektbeschreibung - Physik

Im Physikunterricht sollen Schülerinnen und Schüler elementares physikalisches Wissen sowie fachliche und überfachliche Kompetenzen erwerben. Was so klar und einfach klingt, erfordert bei der Unterrichtsplanung eine Vielzahl an Entscheidungen. Was ist das elementare Wissen zu einem Thema? An welchen Beispielen soll das Wissen gelernt und Kompetenzen gefördert werden? Um Lernschwierigkeiten zu vermeiden, sollten bei der Unterrichtsplanung zudem Überlegungen über das Vorwissen und mögliche Lernwege der Schülerinnen und Schüler angestellt werden. Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion beschreibt diese grundlegenden Fragen und Schritte der Unterrichtsplanung sowie die Wechselwirkungen zwischen ihnen. Didaktische Rekonstruktion bedeutet, dass ausgehend von der Sachstruktur der Physik (Begriffe, Konzepte, Methoden) die Sachstruktur für den Unterricht unter didaktischer Perspektive konstruiert wird.

In dem Seminar „Fachdidaktik der modernen Physik“ planen die Studierenden mithilfe des Modells der Didaktischen Rekonstruktion Unterrichtseinheiten zu Themen der Teilchenphysik. Die Teilchenphysik eignet sich besonders zum exemplarischen Lernen der Unterrichtsplanung, da sie aufgrund aktueller Entwicklungen bisher kaum systematisch für den Schulunterricht rekonstruiert wurde. Im Rahmen des projektartig gestalteten Seminars durchlaufen die Studierenden die Schritte der Didaktischen Rekonstruktion und planen im Team eine Unterrichtssequenz zu aktuellen Aspekten der Teilchenphysik. Am Ende der Veranstaltung werden die Unterrichtssequenzen im Seminar durchgeführt und diskutiert. Abschließend reflektiert jeder Studierende seine eigne Kompetenzentwicklung in einem Portfolio.

 

Zielsetzung: Erhöhung der Kohärenz zwischen der fachlichen und fachdidaktischen Ausbildung im Rahmen des Studiengangs gymnasiales Lehramt Physik.

Veranstaltungsart: Seminar mit Projektcharakter

Studierende: Die Veranstaltung richtet sich an Studierende des gymnasialen Lehramts, die bereits Fachveranstaltungen zur modernen Physik besucht haben.

Verortung im Lehramtsstudium:

  • Modul Fachdidaktik im Studiengang Lehramt an Gymnasien Fach Physik (GymPo1, Staatsexamen)
  • Zukünftig: Modul Fachdidaktik des Master of Education mit dem Fach Physik

 

Beschreibung der Veranstaltung

Weiterführende / vertiefende Informationen

 

Beschreibung der Veranstaltung

Konzeptionelle Basis

Die Veranstaltung fördert mehrere professionsbezogene Kompetenzen durch Nutzung der Projektmethode (Metzger & Müller, 2012). Ein wesentliches Element der Projektmethode ist die Erzeugung eines relevanten (Lern-)Produkts durch die Lernenden. Dabei müssen die Lernenden verschiedenste Tätigkeiten durchführen und selbstständig koordinieren, sodass vielfältige Kompetenzen und Wissen in die Arbeit an dem Lernprodukt eingebracht werden. Als Lernprodukt fertigen die Studierenden in Teamarbeit einen Entwurf für eine Unterrichtssequenz an. Zudem entwickeln sie sämtliche für die Durchführung der Unterrichtssequenz notwendigen Materialien, präsentieren diese im Rahmen des Seminars und reflektieren sie. Die Konzipierung und Durchführung der geplanten Unterrichtssequenz fördern sowohl fachliche als auch fachdidaktische Kompetenzen, da die Studierenden sich selbstständig relevantes Wissen zu Fachinhalten und Unterrichtsmethoden aneignen und vor dem Hintergrund der Unterrichtsziele zusammenführen müssen. Durch die Teamarbeit und die Reflexion im Rahmen des Portfolios werden zudem Personal- und Sozialkompetenz der Studierenden gefördert. Um eine möglichst große inhaltliche Kohärenz mit der entsprechenden fachlichen Lehrveranstaltung zur Teilchenphysik zu erreichen, wird das Seminar in einem Lehrtandem aus Lehrenden der Universität und der PH Freiburg durchgeführt.

Zu erzielende Kompetenzen

Die Studierenden…

  • wenden elementare Konzepte der Kern- und Teilchenphysik (Kernmodelle, Elementarteilchen, Beschleunigerphysik) an;
  • benennen und begründen Lernziele zu einem Themenaspekt der Teilchenphysik;
  • erörtern den Prozess der Elementarisierung anhand eines Beispiels aus der Teilchenphysik;
  • beschreiben eine Unterrichtssequenz vor dem Hintergrund des Modells der Didaktischen Rekonstruktion und ihres Fachwissens zur Teilchenphysik;
  • bewerten eine Unterrichtssequenz vor dem Hintergrund des Modells der Didaktischen Rekonstruktion und ihres Fachwissens zur Teilchenphysik.

Zielgruppe

Studierende des gymnasialen Lehramts, die bereits Fachveranstaltungen zur modernen Physik bzw. Teilchenphysik besucht haben. Die Veranstaltung wird jedes Jahr im Wintersemester angeboten und in Gruppen von 25-30 Studierenden durchgeführt. Idealerweise wird vorher oder parallel die Vorlesung Einführung in die Physikdidaktik besucht.

Durchführung

1

Einarbeitung

2

Didaktische Rekonstruktion

3

Umsetzung

4

Durchführung / Präsentation

5

Reflektion

Selbstständige Erarbeitung der Fachinhalte und möglicher ElementarisierungenAustausch über den fachlichen Hintergrund im Rahmen eines GruppenpuzzlesErstellung und Zusammentragung der erforderlichen Materialein für die Durchführung der Unterrichtssequenz

Erstellung eines ausführlichen Unterrichtsentwurf samt der Schritte der didaktischen Rekonstruktion

Durchführung der Unterrichtssequenz

(90min + 15min Diskussion)

Selbstreflexion & Feedback der Teilnehmer basierend auf Beobachtungsaufgaben

Die Studierenden verfassen ein Portfolio auf Grundlage der von ihnen dokumentierten Planung und Durchführung der Unterrichtssequenz
Einzelarbeit außerhalb des SeminarsTeamarbeit während und außerhalb des SeminarsTeamarbeit während und außerhalb des SeminarsTeamarbeit während des SeminarsEinzelarbeit außerhalb des Seminars

Überprüfung des Lernerfolgs

Der Kompetenzfortschritt der Studierenden wird durch Bewertung der angefertigten Portfolios überprüft.

Rolle und Aufgaben des Lehrenden

Die Lehrenden übernehmen während des Seminars ausschließlich organisatorische sowie beratende Funktionen. Im Anschluss an die Lehrveranstaltung bewerten sie die Kompetenzentwicklung auf Grundlage der Portfolios.

Rolle und Aufgaben des/der Studierenden

Die Studierenden planen eine Unterrichtssequenz zu Themen der Teilchenphysik, führen diese durch und reflektieren sie. Die erforderliche Aneignung des notwendigen Fachwissens und die Koordination sämtlicher Arbeitsschritte erfolgt selbstständig in Teamarbeit. Im Anschluss an die Lehrveranstaltung reflektieren die Studierenden ihre persönliche Kompetenzentwicklung in einem Portfolio.

 

 

Weiterführende / vertiefende Informationen

Quellen / Literatur

Grifftiths (2008). Introduction to Elementary Particle Physics. Wiley-VCH. Weinheim Metzger, S. & Müller, R. (2012). Projekte. In: Mikelskis-Seifert, S. & Rabe, T. [Hrsg.]. Physik Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen. Berlin. S. 211-219.

Reinhold, P. (2006). Elementarisierung und Didaktische Rekonstruktion. In H. Mikelskis, Hrsg., Physikdidaktik – Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II (pp. 86-101). Berlin. Cornelsen Scriptor

Povh, Rith. Scholz & Zetsche. (2014) Teilchen und Kerne. Springer. Heidelberg

 

Links

www.teilchenwelt.de

 

Ansprechpartner/innen

Dipl.-Phys. Michaela Oettle

PH Freiburg

Kunzenweg 21

79117 Freiburg

KG 3 R 109

Sprechstunde: Nach Vereinbarung

Tele: (0761) 682-425

Mail: michaela.oettle@ph-freiburg.de

 

Apl.-Prof. Dr. Thomas Filk

Physikalisches Institut Universität Freiburg

Hermann – Herder Str. 3

79104 Freiburg

Hochhaus Physik R 1009

Sprechstunde: Nach Vereinbarung

Tele: (0761)-203-5803

Mail: thomas.filk@physik.uni-freiburg.de

 

Jun.-Prof. Dr. Martin Schwichow

PH-Freiburg

Kunzenweg 21

79117 Freiburg

KG 3 R 108

Sprechstunde: Im Semester Di 16-17 Uhr oder nach Vereinbarung

Tele: (0761) 682-934

Mail: martin.schwichow@ph-freiburg.de

Verstaubte Klassiker im Englischunterricht? Das muss nicht sein!

Lehrveranstaltung: Classroom classics reloaded

M1 Lehrprojekte - Anglistik

In deutschen Schulen und Hochschulen geht das Schreckgespenst des Klassikers um: Mit dem Aufkommen der Cultural Studies, der (Wieder-)Entdeckung postkolonialer Literatur(en) und der Gender Studies sind lange vernachlässigte Texte zu Recht in den Blick der Forschung geraten. Nicht selten ging dies mit harscher Kritik am althergebrachten Kanon der white, dead, English authors einher, deren Texte stetig weniger im Lehrangebot vertreten sind.

Das Proseminar für Lehramtsstudierende nach dem Praxissemester nimmt sich zum Ziel, diese „Klassiker“ einer Neubewertung zu unterziehen: Haben sie ihren Lesern heute noch etwas zu sagen? Warum sollten sie möglicherweise nicht ganz verdrängt werden? Welchen Raum sollen und können Literaturklassiker im modernen Englischunterricht der Sekundarstufen einnehmen? Ausgesprochenes Ziel des Seminars ist es, das Kohärenzerleben der Studierenden zu stärken, d. h. die konkreten Verbindungslinien aufzuzeigen zwischen fachwissenschaftlichen Inhalten des Studiums und Handlungskompetenz bei der Unterrichtsplanung. Die Studierenden im Hauptstudium sind mit der ersten schulischen Praxisphase und fachdidaktischen Inhalten bereits für Fragestellungen der jeweiligen Fachdisziplinen (Literaturwissenschaft und Fachdidaktik) sensibilisiert.

Elementar und zentral für die Steigerung der Kohärenz sind die Rückgriffe auf zentrale fachdidaktische und -wissenschaftliche Methoden sowie deren Integration anhand von konkreten Lernaufgaben aus dem Unterrichtsalltag.

Beschreibung der Veranstaltung

Bewertung

Weiterführende / vertiefende Informationen

 

Beschreibung der Veranstaltung

Konzeptionelle Basis

Der methodische Zugriff auf die Fragestellungen wird im Wesentlichen durch das „Four-Component-Instructional-Design“-Modell (kurz: 4C/ID, Jeroen van Merriënboer) bestimmt. Im Zentrum dieser Herangehensweise steht der Erwerb von Handlungswissen, indem konkrete berufsbezogene Lernaufgaben bearbeitet werden. In diesen Aufgaben geht es darum, die Integration von Lernzielen und Teilkompetenzen einzuüben und einem Übertragungsparadoxon (theoretische Einsichten werden nicht auf die praktische Anwendung übertragen) in die Realität des Englischunterrichts vorzubeugen. Die Studierenden sehen sich also mit stets wechselnden literarischen Klassikern konfrontiert, die mit curricularen Vorgaben in Einklang zu bringen sind (etwa: Wie lassen sich mit dem gegebenen Text interkulturelle kommunikative Kompetenzen im schulischen Englischunterricht fördern?). In diesen Lernaufgaben tritt der Zusammenhang von Fachdidaktik und Fachwissenschaften deutlich hervor: Bevor Texte nach ihrem didaktischen Mehrwert befragt werden können, müssen sie literaturwissenschaftlich analysiert werden.

 

Zu erzielende Kompetenzen

Die Studierenden können …

  • Argumente der Kanondiskussion erklären und den Diskurs auf den fremdsprachlichen Literaturunterricht beziehen;
  • ihr vorhandenes fachwissenschaftliches Wissen anwenden, um fiktionale Texte für den Englischunterricht auszuwählen;
  • ihr vorhandenes fachwissenschaftliches Wissen anwenden, um didaktisch zu reduzieren;
  • das Potenzial fiktionaler Texte für den Englischunterricht beschreiben und mit curricularen Vorgaben begründen;
  • Lernziele für den Literaturunterricht formulieren und begründen;
  • geeignete Methoden zur Lernzielerreichung auswählen, anwenden und bewerten.

Zielgruppe

Die Studierenden haben fast alle bereits durch das obligatorische Praxissemester erste Erfahrungen oder Eindrücke von Literaturunterricht am Gymnasium sammeln können. Die Lerngruppe hat durch den Grundlagenkurs Fachdidaktik I und die korrespondierenden fachdidaktischen Begleitseminare parallel zum Praxissemester bereits ein Basiswissen in fachdidaktischen Fragestellungen. Durch das fortgeschrittene Studium sind die Lernenden ebenfalls gut mit den Arbeitsweisen der Literatur- und Kulturwissenschaft vertraut. Viele belegen beispielsweise im gleichen Semester Hauptseminare oder schreiben gar schon an ihrer Zulassungsarbeit zum Ersten Staatsexamen. Einige der Teilnehmenden belegen den Kus nicht mit der Absicht des ECTS-Punkte-Erwerbs, sondern aus der Überzeugung heraus, die Seminarinhalte für das Referendariat nutzen zu können.

Durchführung

Aus der Überzeugung heraus, dass ein besserer Lernerfolg dann gegeben ist, wenn die Studierenden mit authentischen Lernaufgaben konfrontiert sind, erwächst die Herausforderung, einzelne Kompetenzen nicht isoliert einzuüben bzw. anzulegen, sondern stets das Ganze, d. h. die komplexen Lernziele, im Blick zu behalten.

Für die wöchentlichen Seminarsitzungen sind in der ersten Semesterhälfte deshalb immer Lernaufgaben vorgegeben, die zwar in ihrer ganzen Komplexität erkennbar sind, allerdings jeweils wechselnde Teilkompetenzen besonders in den Blick nehmen. Diese erste Phase zeichnet sich durch ein hohes Unterstützungsangebot aus (etwa die Bewertung fertiger Unterrichtsvorschläge), um die neuen Kompetenzen handhabbarer zu machen. Die konkreten Kompetenzen in diesem Proseminar beziehen sich auf die Planung von Englischunterricht mit Literaturklassikern, d. h. die Studierenden lernen fachwissenschaftlich, didaktisch und methodisch das gegebene Material zu analysieren und aus ihren Analyse-Ergebnissen Schlussfolgerungen für die Planung des Unterrichts zu ziehen und Planungsvorschläge zu begründen.

Um überhaupt Analysekompetenz ausbilden zu können, rückt zunächst die Frage in den Mittelpunkt, welche Diskurse allgemein Unterrichtsinhalte bestimmen können (z. B. fachinterne, bildungspolitische, persönliche Präferenzen) und welche Determinanten letztlich ausschlaggebend sind (Einsichten der fachdidaktischen Forschung, curriculare Vorgaben z. B. auf Länderebene). So kann etwa aus der Gesamtbetrachtung aktueller Kursstufenlehrwerke zur Überraschung vieler Teilnehmer die Omnipräsenz von Shakespeares Werken ermittelt werden und nachverfolgt werden, welche fachwissenschaftlichen, didaktischen und methodischen Schwerpunkte bei der Lehrwerksgestaltung eine tragende Rolle gespielt haben müssen. Die Struktur der auf diesen Einstieg folgenden Seminarsitzungen ist somit vorgezeichnet: Im Sinne des 4C/ID-Modells müssen nun Problemlösekompetenz in dieser Lerndomäne (modernen Englischunterricht mit Literaturklassikern entwickeln) erworben werden.

Anhand wechselnder Genres, Texte und Autoren werden diese Kompetenzen in Lernaufgaben eingeübt. Vorbereitend auf die Sitzungen werten die Studierenden die zur Verfügung gestellten Materialien (fiktionale Primärtexte und wissenschaftliche Fachartikel) nach Leitfragen aus und werden dann in den Seminarsitzungen mit weiterführenden Lernaufgaben konfrontiert (z. B. korrekte Durchführung handlungs- und produktionsorientierter Aufgaben im Zusammenhang mit narrativen Texten). Diese Lernaufgaben werden in enger Abstimmung mit der Lehrperson von Referatskleingruppen selbst erstellt und dann in Gruppen- oder Partnerarbeit mit den Teilnehmenden durchgeführt.

Dieses methodische Setup erlaubt im Sinne des 4C/ID-Modells einerseits den ganz konkreten Fokus auf die fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Prozeduren (beispielsweise: Welche Unterrichtseinstiege eignen sich im Literaturunterricht? Welche narrativen Besonderheiten weist der gegebene Primärtext auf? Welche möglichen Probleme ergeben sich daraus für die Gestaltung von Arbeitsaufträgen für meine Schülerinnen und Schüler?). Andererseits rücken Herausforderungen in den Mittelpunkt, die im Kontext der komplexen Lernaufgabe einen hohen Grad an Automatisierung erfordern. Das 4C/ID-Modell spricht hier von „part-task practice“. Als beispielhaft können etwa Fragen der Gesprächsführung, des „classroom management“ oder der Fehlerkorrektur gelten, die allesamt keinesfalls als trivial einzustufen sind, aber im Horizont der Unterrichtsplanung und -durchführung hochfrequent geübt werden müssen.

In der zweiten Phase des Semesters erfolgt schrittweise der Abbau von Unterstützungsstrukturen, d. h. die Anforderungen an die komplexen Handlungsabläufe zur Lösung von Lernaufgaben nimmt stetig zu.  Variation bezüglich der Lernaufgaben ergibt sich etwa im Hinblick auf die fokussierten Klassenstufen, für die Unterricht zu entwickeln ist, oder der Umgang mit besonderen Textgenres (z. B. didaktisierte „reader“) und den Anforderungen an interkulturell-kommunikativ orientierten Englischunterricht.

Überprüfung des Lernerfolgs

Die Prüfungsordnung sieht für den unterrichteten Seminartypus obligatorisch eine mündliche Prüfung als Leistungsmessung vor. Diese wurde als Präsentationseinzelprüfung durchgeführt, in der die Studierenden die erworbenen Kompetenzen auf einen seminarfremden „classroom classics“-Text anwenden. Sie präsentierten fachwissenschaftliche, didaktische und methodische Analyse-Ergebnisse und ließen diese in Unterrichtsvorschläge und -materialien einmünden, welche sie verteidigen.

Rolle und Aufgaben des Lehrenden

Die Rolle des Lehrenden besteht darin, die Lernaufgaben gemäß den Lernzielen zu konzipieren bzw. im weiteren Verlauf des Seminars den Studierenden Hilfestellung bei der Konzeption von Lernaufgaben zu geben. In den einzelnen Lehrveranstaltungen kommt es dem Lehrenden zu, die Sitzungen zu moderieren, Arbeitsphasen unterstützend zu begleiten, Seminardiskussionen zu initiieren, zu lenken und abzuschließen. Schließlich ist es die Aufgabe des Lehrenden, die mündliche Prüfung zu verantworten und durchzuführen.

Rolle und Aufgaben des/der Studierenden

Es kommt den Studierenden zu, sich auf die Lernaufgaben einzulassen und die vorbereitenden Aufgaben zu bearbeiten. Sie müssen ebenfalls einzelne Seminarphasen durch Erstellung von Lernaufgaben mitgestalten. Für die mündliche Prüfung müssen die Studierenden passende Materialien auswählen, erstellen und verteidigen.

Besonderheiten

Die Einschränkung durch die Prüfungsordnung auf eine festgelegte Prüfungsform lässt andere geeignete Leistungsfeststellungsformate nicht zu. So sind Formate, die den Prozesscharakter des Lernens betonen, besonders geeignet, um den Kompetenzzuwachs besser erlebbar zu machen: Zu denken wäre an Lerntagebücher oder Portfolios.

 

Bewertung

Chancen

Der Seminartyp „Proseminar mit Unterrichtsbezug“ bietet die willkommene Chance, vertieft Fachwissenschaft und Fachdidaktik aufeinander zu beziehen, indem ein fachliches Feld mit den Methoden der anderen Disziplin erarbeitet wird. Das Kohärenzerleben wird gestärkt. Für die Studierenden steht der Professionsbezug im Vordergrund, was ganz automatisch eine hohe intrinsische Motivation zur Folge hat.

Rückmeldung / Evaluation

Studierende schätzen die Tatsache, dass der Dozent als abgeordneter Lehrer aus der Praxis stammt und die unterrichtliche Anwendbarkeit im Fokus steht; Bezüge zum Referendariat und zur Berufsrealität sind laut Aussage der Studierenden gegeben. Sie schätzen ebenfalls den Aufbau des Kurses, da sie ihn als nachvollziehbar und inhaltlich sehr gut strukturiert wahrnehmen. Sie sind zudem von der Auswahl der behandelten Konzepte überzeugt und schätzen die Tatsache, dass die übergeordneten Lernziele durchweg im Blick sind. (Zusammenfassung von schriftlichen Studierendenrückmeldungen)

Resümee

Das intensive Studium der Fachinhalte wird besonders dann als sinnvoll erlebt, wenn der Professionsbezug durch eine kohärent strukturierte Lehre erfahrbar wird.

 

Weiterführende / vertiefende Informationen

Quellen / Literatur

Gehring, Wolfgang. Praxis Planung Englischunterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 2015

Merriënboer, J. J. G. van; Kirschner, P. A. Ten Steps to Complex Learning: A Systematic Approach to Four-Component Instructional Design. New York, London: Routledge, 2013.

Ansprechpartner

Andreas Redl, StR

Englisches Seminar der Universität Freiburg

andreas.redl@anglistik.uni-freiburg.de

Tel. +49 761 203 3319

Im Tandem-Teaching arbeiten ein Geschichtswissenschaftler und ein Geschichtsdidaktiker gemeinsam mit Studierenden an einem schulrelevanten historischen Forschungsthema.

Lehrprojekt: Tandem-Teaching: Fachwissenschaft trifft Fachdidaktik. Lehrprojekt der Abteilung Geschichte der Pädagogischen Hochschule und des Historischen Seminars der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Zielsetzung: Durch das Lehrkonzept wird eine enge Integration von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Schulpraxis angestrebt, bei dem alle an der Ausbildung zukünftiger Geschichtslehrer beteiligten Institutionen in einem kohärenten Gesamtkonzept zusammengeführt werden.

Veranstaltungsart: Die zweisemestrigen Tandemseminare werden von je einem Dozierenden der Pädagogischen Hochschule und der Universität durchgeführt.

Inhalte: Im ersten Semester wird ein fachwissenschaftliches Seminar zu einem schulrelevanten Thema gehalten. Bei der Auswahl der Themen und Lektüre spielen bereits fachdidaktische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle und werden im Verlaufe des Semesters immer wieder aufgegriffen. Darauf aufbauend werden im zweiten Semester aktuelle Forschungsdebatten zu eben diesem Thema gezielt unter fachdidaktischen Aspekten bearbeitet und über die Konzeption von Unterrichtsplänen intensiv reflektiert. Am Ende des Semesters werden einzelne Stunden an ausgewählten Schulen im Unterricht umgesetzt.

Studierende: Das Tandem-Seminar ist für Studierende beider Hochschulen geöffnet.

Verortung im Lehramtsstudium: Was jetzt im Rahmen der alten Studien- und Prüfungsordnungen von 2011 noch weitgehend fakultativ ist, soll im gemeinsamen „Master of Education“ ab Herbst 2018 obligatorisch sein, d.h. die Studierenden des gymnasialen Lehramts Geschichte haben künftig die Möglichkeit, zwischen zwei Modulen zu wählen, wobei eines standardmäßig das zweisemestrige Tandem-Modul sein wird.

Zentrale Elemente zur Zielerreichung: Neben den Tandemseminaren als zentrales Element zur Etablierung der Kohärenz zwischen Fachdidaktik, Fachwissenschaft und Schulpraxis in der Lehrerausbildung werden sowohl komplexe Lernaufgaben als auch Reflexionen der Studierenden als Coaching-Maßnahme und integrative Studienleistung in Betracht gezogen, um einerseits den individuellen Lernfortschritt dokumentieren und anderseits die Wahrnehmung der Kohärenz zwischen den beiden Disziplinen stärken zu können.

Beschreibung der Veranstaltung
Bewertung
Weiterführende / vertiefende Informationen

 

Beschreibung der Veranstaltung

Konzeptionelle Basis

Das von uns entwickelte Konzept geht davon aus, ein Kontinuum von fachwissenschaftlicher, fachdidaktischer und bildungswissenschaftlicher Ausbildung im Lehramt zu gewährleisten. Der wechselseitige Zusammenhang von Fachwissenschaft und Fachdidaktik wird über das Tandem nicht nur personell, sondern auch institutionell und inhaltlich transparent hergestellt. Die Aspekte Theorie und Praxis werden im Lehramtsstudium durchgängig und nachhaltig verschränkt.

Lernziele

Angestrebt wird beim Tandem-Teaching eine kohärente Lehre. Fachwissenschaft und Fachdidaktik sollen nicht getrennt gelehrt und als gegensätzlich wahrgenommen werden, sondern integrierte und zusammenhängende Bestandteile der Lehrerausbildung bilden. Die Studierenden sollen daher vor allem den Zusammenhang der Fachdidaktik als Teildisziplin der Fachwissenschaft erkennen, indem konkrete Zusammenhänge zwischen geschichtswissenschaftlicher und geschichtsdidaktischer Forschung hergestellt und in Unterrichtskonzeptionen in Abstimmung mit dem Bildungsplan 2016 umgesetzt werden.

Zielgruppe

Idealerweise sollte der Kurs zur einen Hälfte aus Studierenden der Pädagogischen Hochschule und zur anderen aus Studierenden der Universität bestehen. Die Gruppe besteht aus in der für Hauptseminare der Universität üblichen Größe von 20-25 Personen. Da die Studierenden der Universität mit dem zweiten Teil des Tandems ihren Fachdidaktik-II-Schein absolvieren können, sollten sie vor Beginn des Tandems schon eine Fachdidaktik-I-Veranstaltung besucht haben.

Da die Uni-Studierenden bereits in der Bachelorphase eine Fachdidaktik-Vorlesung an der Pädagogischen Hochschule besuchen, die PH-Studierende in ihrem ersten Semester wiederum fachwissenschaftliche Vorlesungen an der Universität, wird eine inhaltliche und curriculare Kohärenz in der Lehrerausbildung bereits vor dem Besuch des Tandems im „Master of Education“ gewährleistet.

Durchführung

Das von den Dozierenden ausgewählte Forschungsthema wird zunächst in einen direkten Zusammenhang mit dem aktuellen Bildungsplan gebracht, um sowohl die Relevanz als auch das didaktische Potenzial des Themas für die Studierenden deutlich zu machen. Anschließend werden verschiedene Forschungsfelder und -ansätze des jeweiligen Themas wissenschaftlich bearbeitet. Dies bietet kontinuierlich Anlass sowohl für eine Diskussion der fachwissenschaftlichen Ergebnisse im fachdidaktischen Kontext als auch für eine kritische Reflexion von verschiedenen Umsetzungen im Medium Schulbuch. Durch das stete Herstellen von Bezügen werden Fachwissenschaft und Fachdidaktik nicht additiv nacheinander behandelt.

Im zweiten Tandemteil werden eben diese fachwissenschaftlichen Ergebnisse verstärkt in den fachdidaktischen Diskurs gebracht. Neuere Forschungsansätze des gewählten Themas werden durch die Konzeption von Unterrichtsplänen im Sinne historischen Denkens und Lernens neu reflektiert. Um auch die Schulpraxis in das Lehrkonzept einzubeziehen, werden an Schulen, mit denen eine Kooperation etabliert wurde, am Ende des zweiten Semesters einzelne Stunden von den Studierenden gehalten.

Der erste Teil des Tandems wird hauptsächlich durch einen Dozierenden der Universität durchgeführt, der zweite durch eine Lehrperson der Pädagogischen Hochschule, wobei die Verantwortung für die Planung und Vorbereitung bei beiden liegt und auch ergänzend zum fachwissenschaftlichen oder fachdidaktischen Schwerpunkt durch den jeweiligen Dozierenden Sitzungen, Teile von Sitzungen, Materialien, Hintergrundinformationen, usw. bereit gestellt werden. Beide Dozierenden sind also in jedem Semester, unabhängig von ihrem eigenen Schwerpunkt, an der Seminargestaltung und -durchführung beteiligt und bringen in beiden Tandemteilen ihr Wissen und ihre Erfahrung mit ein.

Überprüfung des Lernerfolgs

Es werden Evaluationen, die auf das Tandemkonzept zugeschnitten wurden, an drei Phasen jeweils eines Tandemteils durchgeführt, nämlich zu Beginn, in der Mitte und am Ende, um die Wahrnehmung der Studierenden hinsichtlich des Konzepts, der Durchführung und der Wirksamkeit des Tandems aufzunehmen und das Konzept gegebenenfalls daran anzupassen.

Grundsätzlich wird eine Abstimmung von Lernzielen, Lehr-Lernformen und Prüfungsformen angestrebt. Um eine gezielte Steuerung der Wahrnehmung von Kohärenz seitens der Studierenden zu gewährleisten, werden derzeit ebenso semesterbegleitende reflexionsanregende und selbstregulierende Lernformate als integrative Studienleistung erprobt, die Fachwissenschaft und Fachdidaktik miteinander verbinden. Zudem besteht die Möglichkeit, am Ende des jeweiligen Seminars mit einer Hausarbeit, bestehend aus fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Anteilen, einen benoteten Schein zu erhalten.

Rolle und Aufgaben des Lehrenden

Die Lehrenden führen vor allem durch ihre gemeinsame Planung und Durchführung des Tandemseminars Fachdidaktik und Fachwissenschaft professionsorientiert zusammen und verdeutlichen den Studierenden durch ihre kollegiale Zusammenarbeit die Kohärenz beider Disziplinen. Dazu kommen die kontinuierliche Anleitung, Begleitung und Beurteilung der seminartypischen Aufgaben und Anforderungen für die Studierenden, wie zum Beispiel Hausarbeiten, Unterrichtsentwicklung, Reflexionen usw.

Rolle und Aufgaben des/der Studierenden

Die Studierenden sollen sich auf das neue Lehrkonzept einlassen und mit ihrer Mitarbeit ebenfalls zu einer kohärenten Lehrerausbildung beitragen. Besonders durch die Reflexionen über das Konzept können Studierende dazu beitragen, das Tandem stetig zu verbessern und ihren eigenen Lernerfolg, Lernzuwachs und ihre Wahrnehmung zur Lehrerausbildung, Lehrerprofession und zur Kohärenz zwischen Fachdidaktik und Fachwissenschaft kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren.

Besonderheiten

Da eine kohärente und professionsorientierte Lehrerausbildung eine Zusammenführung von Fachdidaktik und Fachwissenschaft beinhaltet, die Pädagogische Hochschule auf dem einen, die Universität auf dem anderen Gebiet kompetente und qualifizierte Lehrende stellen kann, bietet sich eine kollegiale Zusammenarbeit der Institutionen auf Veranstaltungsebene an.

 

Bewertung

Chancen

Dadurch, dass Studierende der Pädagogischen Hochschule und der Universität gemeinsam über zwei Semester hindurch sich mit einem Thema befassen, wird der Austausch zwischen den beiden Hochschulen nicht nur auf Ebene der Dozierenden anregt. Beide Studierendengruppen können von den Erfahrungen und dem Wissen der jeweils anderen Hochschule profitieren und dabei ihre Sicht auf die Lehrerausbildung und die Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik erweitern.

Rückmeldung / Evaluation

Insgesamt ist der Bedarf an kohärenten Lehrveranstaltungen als gut zu bewerten: 47,5% der Befragten schätzen die Relevanz des Konzeptes für eine zukünftige professionsorientierte Lehramtsausbildung als „sehr gut“ und 37,5% als „gut“ ein. 76% der Befragten gaben an, dass Sie das Konzept empfehlen und gern mehr Lehrveranstaltungen besuchen würden, die speziell auf die Profession und auf das Berufsbild Lehrer und Lehrerin zugeschnitten sind: „Die Arbeit mit Studenten der Pädagogischen Hochschule Freiburg war interessant und sehr ertragreich. Insbesondere bei der Vorbereitung unseres Referates fand ein reger Austausch statt. Mein Referatspartner, der an der PH studiert, kannte sich besonders in der Didaktik aus, während ich mich überwiegend mit der Wissenschaft beschäftigt hatte. Uns beiden hat das Referat einen tieferen Einblick in den jeweils anderen Bereich gebracht.“

(Evaluation 2016, Studierendenmeinung)

Resümee

Das Tandemprojekt „Fachwissenschaft trifft Fachdidaktik!“ ist eine gute Möglichkeit, die Lehrerbildung in Freiburg kohärent und professionsorientiert zu gestalten. Die gemeinsame Kooperation bietet sowohl für Dozierende als auch für Studierende beider Hochschulen vielfältige Möglichkeiten einer interdisziplinären Verknüpfung und institutionellen Austauschs.

 

Weiterführende / vertiefende Informationen

Quellen / Literatur

Buck, Thomas Martin; Kreutz, Jessica, Fachwissenschaft trifft Fachdidaktik. Das Freiburger Modell in der Lehrerbildung im Fach Geschichte, in: Integrative Lern- und Lehrformate in der Lehrerbildung, Greifswalder Beiträge zur Hochschullehre 8, 2017 (im Druck).

Kreutz, Jessica; von Reden, Sitta, Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik im Dialog. Das Thema Migration und Kolonisation in der griechischen Antike in Wissenschaft und Schule, in: VHD Journal 6, 2017 (im Druck).

Link

Poster-Präsentation, Tag des Lernens und Lehrens, Universität Freiburg am 18.11.2016, online verfügbar unter http://www.lehrentwicklung.uni-freiburg.de/content-1/pdf-dokumente/archiv-lehrentwicklung/tag-des-lernen-und-lehrens/poster-2016/tag-des-lernens-poster-8.pdf (Stand 3.3.17).

Ansprechpartner/innen

Professor Thomas Martin Buck: https://www.ph-freiburg.de/de/sozialwissenschaften/institut/mitglieder/geschichte/prof-dr-thomas-martin-buck.html

Dr. Jessica Kreutz: http://www.face-freiburg.de/staff-members/jessica-kreutz/

Rebekka de Vries: http://www.mittelalter1.uni-freiburg.de/personal/de-vries.html

Eigenständige Wissensaneignung und gemeinsame Vertiefung (Biologie)

Lehrveranstaltung: Biologie des Menschen im Flipped Classroom

Die fachwissenschaftliche Veranstaltung „Biologie des Menschen“ ist Teil des integrativen Moduls „Humanbiologie“, welches zusätzlich eine fachdidaktische Veranstaltung zu „Humanbiologie unterrichten“ enthält. Die „Biologie des Menschen“ soll als semesterbegleitende Flipped Classroom-Veranstaltung konzipiert werden, in der die Studierenden sich zunächst in einer Selbstlernphase auf ILIAS eigenständig Wissen aneignen. Mit Hilfe unterschiedlicher ILIAS-Komponenten (Interaktive Videos, Lernmodule, etc.) sollen die einzelnen Themen dargeboten werden. Verständnisfragen, die während der Selbstlernphase entstehen, dienen in der Präsenzphase zur vertiefenden Diskussion und ggf. Ausweitung der Themen unter der Moderation Lehrender.

Zielsetzung: Humanbiologische Themen mit Alltags- und Gesellschaftsbezug in einer Selbstlernphase erarbeiten und im Plenum diskutieren und vertiefen

Veranstaltungsart: Seminar inkl. praktischer Phasen im Flipped Classroom, 6 ECTS, semesterbegleitend

Inhalte: Ernährung und Verdauung, Immunbiologie, Informationsaufnahme durch Sinne, Lernen und Drogen, Fortpflanzung & Entwicklung, Humangenetik & Reproduktionstechnik, Humanevolution

Studierende: Künftige Biologielehrer*innen für die Sekundarstufe I (PH) und Sekundarstufe II (Uni)

Verortung im Lehramtsstudium: Master of Education Biologie, erstes Semester (Wintersemester)

Zentrale Elemente zur Zielerreichung: Für die Konzeption des Flipped Classroom wird die E-Learning-Plattform ILIAS genutzt. Hier können die heterogenen Studierenden (Vorwissen, Motivation, Lernstil) sich die zur Verfügung gestellten Inhalte in ihrem Tempo und bedarfsgerecht aneignen. In der Präsenz wird auf die in der Selbstlernphase vermittelten Inhalte aufgebaut, in dem sie diskutiert und vertieft werden.

Abb. 1: Einblick in den entstehenden ILIAS-Kurs der Veranstaltung „Biologie des Menschen“.

Abb. 1: Einblick in den entstehenden ILIAS-Kurs der Veranstaltung „Biologie des Menschen“.

Fachtag “Raum und Räumlichkeit im Kontext von Heterogenität & Inklusion“

Diskussion im Workshop von Merle Hummrich

Diskussion im Workshop von Merle Hummrich

Am 28. April 2017 fand an der Pädagogischen Hochschule Freiburg der Fachtag „Raum und Räumlichkeit im Kontext von Heterogenität & Inklusion – Theorielinien und empirische Zugänge“ statt. Ausgewiesene Ziele des Fachtages waren einerseits die Bündelung, Systematisierung und Schärfung der Begriffe Raum und Räumlichkeit und andererseits die Ermöglichung des Dialogs einer raumbezogenen, rekonstruktiven Inklusions- und Heterogenitätsforschung im deutschsprachigen Kontext. Die über 40 teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Studierende der Pädagogischen Hochschule Freiburg hatten die Möglichkeit, in den Workshops und in den „Zwischenräumen“ des Fachtags zu Themen der raumbezogenen Inklusionforschung zu diskutieren und sich zu vernetzen.

Im Kontext von erziehungswissenschaftlichen Fragen und Herausforderungen, die den (u.a. behinderungs- oder genderbedingten) Umgang mit und die Herstellung von Heterogenität thematisieren, werden oftmals Raumbegriffe aufgerufen und als Analyseflächen verwendet, in denen sich Inklusions- und Exklusionsordnungen ausdrücken. An dieser Schnittstelle setzte der Fachtag an und fokussierte vor dem Hintergrund unterschiedlicher theoretischer wie methodologisch-methodischer Zugänge auf Relationen von Raum/Räumlichkeit und Heterogenität/Inklusion.

Vortrag von Silke Schreiber-Barsch

Vortrag von Silke Schreiber-Barsch

Impulse für die Diskussion setzten die systematisierenden Einstiegsvorträge von Dr. Martin Nugel (Universität Bamberg) zum Thema „Der Raum im Blick der Erziehungswissenschaft – theoretische Aspekte und methodologische Konsequenzen“ und von Jun.-Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch (Universität Hamburg) zur Problematik „’…die Hoheit über die Räume haben…‘ – Räumlichkeit professionellen  Handelns an Lernorten Erwachsener“.

 

Workshop Ina Herrmann

Workshop Ina Herrmann

In den Workshops bearbeiteten die Kolleginnen und Kollegen anschließend exemplarische Themenfelder entlang von vorbereitetem Material und unterschiedlichen theoretischen, methodologisch-methodischen Perspektiven:

  • „Intersektionale Perspektiven auf Raum: An den verräumlichten Schnittstellen von Männlichkeit und Fähigkeit“ Tobias Buchner (querraum Wien)
  • „Differenzierungsraum: Schulkultureller Möglichkeitsraum“ Dr. Merle Hummrich (Europa-Universität Flensburg)
  • „Form und Struktur: Zur (Bild-)Rekonstruktion schulischer Architekturen“ Ina Herrmann (Martin Luther Universität Halle-Wittenberg)
  • „Raum/Räumlichkeit und Geschlecht im Kontext von Unterricht aus praxistheoretischer Perspektive“ Dr. Jürgen Budde (Europa-Universität Flensburg)
  • „Differenzherstellung und -bearbeitung im ‚inklusiven’ Unterricht – Dokumentarische Videointerpretation mit Fokus auf Raum und Räumlichkeit“ Monika Wagner-Willi & Benjamin Wagener (PH FHNW Basel)
  • „Die Geographie der Inklusion: Zum Zusammenspiel von Raumproduktionen und gesellschaftlicher Problembearbeitung“ -Prof. Dr. Verena Schreiber (PH Freiburg)

Zum Abschluss des Fachtages resümierte Prof. Dr. Andrea Dlugosch in Ihrem „Final Comment“ zentrale Diskussionslinien der Tagung und skizzierte Zugänge zu raumbezogener Inklusionsforschung durch Netzwerk- bzw. Konstellationsanalysen.

Der Fachtag wurde federführend organisiert und geleitet von Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer (FACE Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität) und Georg Rißler (Mitarbeiter im Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft).

 

Ansprechpartner

Jun.-Prof. Dr. Andreas Köpfer

Andreas.koepfer@ph-freiburg.de

Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“

Kompetenz durch Kohärenz – Die Maßnahme „Lehrkohärenz“ vertritt Freiburg auf einem Workshop in Potsdam

Wie kann die Vernetzung von Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften in der LehrerInnenbildung gelingen? Worin liegen die besonderen Potenziale dieser Vernetzung? Und wie lässt sich das Gelingen von Vernetzungsmaßnahmen empirisch messen? Diesen zentralen Fragen widmete sich Ende März ein Workshop des Projektes „PSI-Potsdam“ im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Dr. Katharina Hellmann, StR Lukas Schmitt und Jun.-Prof. Dr. Katja Zaki waren als Vertreter des FACE dabei und berichten von Ihren Erfahrungen.

Das neue Palais Potsdam, Treffpunkt des 2. Workshops der Qualitätsoffensive Lehrerbildung zum Thema "Vernetzung"

Das neue Palais Potsdam, Treffpunkt des 2. Workshops der Qualitätsoffensive Lehrerbildung zum Thema „Vernetzung“

Der Park Sanssouci in Potsdam mit dem gleichnamigen Schloss galt als Lieblingsort und Refugium Friedrichs des Großen, in das er sich in bewegten Zeiten gerne zurückzog. Ein Rückzugsraum war der Park vom 27. bis 28. März 2017 auch für Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Standorte der Qualitätsoffensive Lehrerbildung, u.a. einer Delegation unseres Projekts Freiburg Advanced Center of Education (FACE) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

An verschiedenen Standorten der Qualitätsoffensive Lehrerbildung werden seit 2014 unterschiedliche innovative Ansätze im Bereich der Lehrerausbildung entwickelt und evaluiert, wobei insbesondere Projekte zur Vernetzung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften großen Raum einnehmen. Diese drei “Säulen” gelten schließlich als zentrale Bausteine einer ganzheitlichen Lehrerbildung und spielen eine wichtige Rolle in der Förderung und Entwicklung berufsspezifischer Kompetenzen angehender Lehrerinnen und Lehrer. Vor diesem Hintergrund ist auch der kontinuierliche Dialog der verschiedenen Projekte über die neu etablierten Konzepte und Veranstaltungsformate zur Vernetzung von besonderer Bedeutung. Nach einem ersten Workshop zum Thema Vernetzung im Juni 2016 in Hannover fand an der Universität Potsdam ein weiteres Arbeitstreffen zum Austausch der ersten Erfahrungen an den Standorten statt. Im Fokus stand diesmal die empirische Messbarkeit der jeweiligen Vernetzungsmaßnahmen.

Am ersten Tag wurde der Austausch zur Vernetzung auf struktureller, curricular-inhaltlicher und kollegialer Ebene in zwei Workshop-Phasen thematisiert. So stellte z.B. das Potsdamer Team um Herrn Prof. Dr. Andreas Borowski Ansätze zum Potential “vertieften Schulwissens” für integrative Lehr- und Prüfungsformate in der Lehrerbildung vor. Außerdem präsentierte das Marburger Projekt ProPraxis das ProfiForum, das einen gemeinsamen Raum für den wissenschaftlichen Diskurs zwischen Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft bietet. Im Workshop wurden, wie auch im ProfiForum selbst, exemplarische Themen zu Verstehensschwierigkeiten von Studierenden in den Fächern Geographie, Chemie und Sport vorgestellt und diskutiert.

Lukas Schmitt (Theologie, Mitarbeiter der Maßnahme Lehrkohärenz) beim Austausch mit KollegInnen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Lukas Schmitt (Theologie, Mitarbeiter der Maßnahme Lehrkohärenz) beim Austausch mit KollegInnen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

Das standortspezifische Konzept Freiburgs wurde, vertreten durch Jun.-Prof. Katja Zaki (Romanistik, PH Freiburg) und Dr. Katharina Hellmann (Bildungswissenschaft, PH Freiburg) aus der Maßnahme “Lehrkohärenz”, ebenfalls in einem Workshop (“Kompetenz durch Kohärenzorientierung? Der Freiburger Weg einer vernetzten LehrerInnenbildung”) präsentiert. Dieser Workshop wurde von vielen interessierten Teilnehmenden am ersten Tag besucht.
Zunächst gingen Frau Zaki und Frau Hellmann auf das theoretische Konzept der “Kohärenz” ein und stellten dessen theoretischen sowie praktischen Nutzen für integrative Lehr-Lern-Formate am Standort Freiburg heraus. Anschließend wurde auf Basis eines Arbeitsmodells demonstriert, auf welchen Ebenen und zu welchen Zeitpunkten im Studienverlauf “Kohärenz” bei der Lehramtsausbildung für die Studierenden geschaffen werden kann. Horizontale Kohärenz als Vernetzung zwischen den Säulen der Lehrerbildung wurde ebenso thematisiert wie vertikale Kohärenz, also die Möglichkeit zur Vernetzung über den Studienverlauf. Hierbei wurde auf (Organisations)Strukturen der Hochschulebene ebenso eingegangen wie auf personelle Vernetzungen, curriculare Ausgestaltungen sowie gemeinsame Lehrentwicklungsprojekte. Auch die Theorie-Praxis-Verzahnung im und nach dem Studium sowie die professionelle Weiterbildung von Lehrkräften wurde modellhaft vorgestellt. Fachspezifische und fächerübergreifende Beispiele der diversen Lehrentwicklungsprojekte aus der Maßnahme “Lehrkohärenz” (z.B. integrierte Professionsbereiche in der Curriculumsstruktur, Tandemseminare und Service Learning” auf der Lehrveranstaltungsebene, begleitende e-Portfolio-Konzepte) veranschaulichten den Teilnehmenden den Kohärenzgedanken, der den Freiburger Arbeiten zugrunde liegt, zusätzlich.

Gemeinsames Arbeiten und Ergebnissicherung zu "Vernetzung" in einer Workshop-Phase

Gemeinsames Arbeiten und Ergebnissicherung zu „Vernetzung“ in einer Workshop-Phase

Am zweiten Tag wurden die Möglichkeiten zur empirischen Untersuchung der Vernetzungsaktivitäten in einer dritten Workshop-Phase in den Blick genommen. An Themen-Tischen bot sich anschließend die Gelegenheit zum vertieften Austausch methodischer Fragen und zur gemeinsamen Vernetzung von Projekten.
In einer abschließenden Diskussion mit der Gesamtgruppe wurden aktuelle Chancen sowie Herausforderungen der Vernetzung an den Hochschulen diskutiert und Synergien für die Weiterarbeit geschaffen. Der konstruktive und fruchtbare Austausch im Workshop wird der Maßnahme “Lehrkohärenz” bei der Weiterentwicklung Ihrer Lehrprojekte sehr nützlich sein und hat viele Anregungen geliefert.

AutorInnen:
Dr. Katharina Hellmann (Bildungswissenschaft, PH Freiburg)
StR Lukas Schmitt (Theologische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Jun.-Prof. Dr. Katja Zaki (Romanistik, PH Freiburg)

Eine besondere Lehr- und Lernkooperation – Walter-Eucken-Gymnasium als fünfte Hochschulpartnerschule

Seit Freitag, 5. Mai 2017, ist das Walter-Eucken-Gymnasium offiziell Hochschulpartnerschule des Freiburg Advanced Center of Education (FACE). Dies wurde mit der feierlichen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Walter-Eucken-Gymnasium, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Albert-Ludwigs-Universität besiegelt.

Kooperationspartner bei der Vertragsunterzeichnung: Dr. Martina von Gehlen, Albert-Ludwigs-Universität; Prof. Dr. Lars Holzäpfel, Pädagogische Hochschule Freiburg; Claudia Feierling, Schulleiterin Walter-Eucken-Gymnasium (v.l.n.r.)

Kooperationspartner bei der Vertragsunterzeichnung: Dr. Martina von Gehlen, Albert-Ludwigs-Universität; Prof. Dr. Lars Holzäpfel, Pädagogische Hochschule Freiburg; Claudia Feierling, Schulleiterin Walter-Eucken-Gymnasium (v.l.n.r.)

 

Das WEG ist bereits im Bereich der Mathematikdidaktik sehr aktiv. So gibt es momentan ein Projekt effektiver Matheerklärungen in Form von „Lernen mit Visualisierungen“ in der Klassenstufe 11 unter Mitwirkung von Prof. Dr. Lars Holzäpfel und Prof. Dr. Anika Dreher von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Prof. Dr. Lars Holzäpfel betont, dass alle von der engen Theorie-Praxis-Vernetzung profitieren und konstatiert: „Wir erhoffen uns, dass das, was aus der Forschung bekannt ist, zu einem nachhaltigen Lernen führt.“

Auch Claudia Feierling, Schulleiterin des WEG, sieht diese besondere Lehr- und Lernkooperation sehr positiv und hebt die fruchtbare Zusammenarbeit hervor: „Seit vielen Jahren sind wir Partner hinsichtlich von Schulpraktika, d.h. viele Studierende absolvieren ihre Praktika am WEG. Die Unterzeichnung des Vertrages besiegelt diese Partnerschaft und weist den Weg für eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft.“

Das Konzept der Hochschulpartnerschulen wurde im Rahmen von FACE entwickelt, um diese auf Augenhöhe in Forschungsprojekte und Lehrkooperationen einzubinden. Neben dem WEG gibt es bereits vier Hochschulpartnerschulen: die Max-Weber-Schule Freiburg, das Kreisgymnasium Bad Krozingen, die Emil-Thoma-Realschule Freiburg und die Albert-Schweitzer-Schule II Werkrealschule.

 

Für weitere Informationen:

Bericht der Badischen Zeitung

Bericht im Online-Magazin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

 

Berichte zu den weiteren Hochschulpartnerschulen:

Lehrerbildung verbessern durch Kooperation – weitere Verträge mit Partnerschulen unterschrieben

Kreisgymnasium Bad Krozingen ist Hochschulpartnerschule

Erster Vertrag mit Hochschulpartnerschule unterzeichnet

Zweite Dialogveranstaltung „Community of Practice in der Lehrerbildung“

Das Praxiskolleg des FACE lud am 28. November 2016 in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Abteilungen Gymnasien und Sonderpädagogik) Freiburg Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur zweiten Dialogveranstaltung „Community of Practice“ im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung ein.

Prof. Georg Gnandt, Leiter der Abteilung Gymnasien im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg

Prof. Georg Gnandt, Leiter der Abteilung Gymnasien im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg

Manfred Burghardt, Leiter der Abteilung Sonderpädagogik im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg

Manfred Burghardt, Leiter der Abteilung Sonderpädagogik im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Einführend stellten Prof. Gnandt, als Leiter der Abteilung Gymnasien, und Herr StD Burghardt, als Leiter der Abteilung Sonderpädagogik, die Institutionen der staatlichen Seminare, ihre Arbeitsbereiche und Aktivitäten vor. Das Seminar Freiburg ist mit über 250 Ausbildungsschulen der größte Standort in der Ausbildung junger Lehrkräfte in Baden-Württemberg. Die Herausbildung der „Lehrerpersönlichkeit“ bei Referendarinnen und Referendaren ist eine besondere Zielsetzung des Seminars. Wesentliche Aufgabe des Seminars ist es daher, diese in der Entwicklung ihrer berufsbezogenen, personalen und sozialen Kompetenzen zu unterstützen. Im Anschluss fuhr Herr StD Burghardt von der Abteilung Sonderpädagogik fort. Die Abteilung Sonderpädagogik bildet Lehrkräfte für die Erziehung und Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot aus. Aufgrund der verschiedenen Herausforderungen in diesem Tätigkeitsbereich, sollen in Zukunft die verschiedenen Bedarfe bei Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern noch besser erfasst und deren Ausbildung noch stärker individualisiert werden. Der derzeitige große Mangel an Sonderpädagoginnen und -pädagogen im Schulsystem sowie steigende Zahlen von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf stellen eine Herausforderung für das Seminar dar. In überfachlichen Modulen der Abteilungen Gymnasien und Sonderpädagogik, die für alle Lehramtsanwärterinnen und -anwärter geöffnet sind, wird es Referendarinnen und Referendaren ermöglicht, über den Tellerrand zu schauen und das Lehramt in Querdimensionen zu erfassen.

Referendarinnen berichten aus der Praxis

Referendarinnen berichten aus der Praxis

Zwei ehemalige Referendarinnen berichteten anschließend über ihre Erfahrungen im Rahmen ihrer Ausbildung. Beide stellten heraus, dass die Möglichkeit des ‚learning-by-doing’ bei zielgerichteter Führung durch Mentorinnen und Mentoren besonders wertvoll gewesen ist. Dennoch wünschten sie sich eine stärkere Vernetzung von Theorie und Praxis im Hinblick auf die Gestaltung des Unterrichtsstoffs. So könnten in den Ausbildungsmodulen eine noch intensivere Unterstützung für die Lehrerpersönlichkeitsentwicklung, die Rolle der Lehrkraft als Organisator sowie Fortbildungen für die Arbeit an Gemeinschaftsschulen noch stärker in den Vordergrund treten.

In der darauf folgenden gestuften Gruppenarbeit wurde zunächst in Zweiergruppen diskursiv die Sichtweise der jeweiligen Institutionen auf die Ausbildung der Lehrkräfte im Abgleich mit dem Seminar erörtert. Im zweiten Schritt diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer institutionsgemischt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Anschließend stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die diskutierten Themenfelder im Plenum vor. Der Wunsch nach einer glückenden Theorie-Praxis-Vernetzung, die Nutzung vorhandener Fachdidaktik-Standards für ein einheitlicheres Leitbild in der Ausbildung sowie die Festlegung und Klärung inhaltlicher Terminologien standen dabei besonders im Vordergrund.

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

Diskursiver Dialog der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung zur Theorie-Praxis-Vernetzung

 

Die nächste Dialogveranstaltung findet am 26.06.2017 statt und wird vom Praxiskolleg in Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (WHRS) Freiburg veranstaltet.

Ausbildungsberaterinnen und -berater im Dialog mit Hochschule und betreuenden Dozierenden des Semesterpraktikums

Die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen der Pädagogischen Hochschule und den Ausbildungsberaterinnen und -berater der Studierenden innerhalb ihres Semesterpraktikums sind essentiell für ein gelingendes Praxiserfahren der Studierenden.
Am 10.03.2017 wurde ein Gesamttreffen der Ausbildungsberaterinnen und -berater der Pädagogischen Hochschule vom Zentrum für Schulpraktische Studien der PH (kurz: ZfS) in Kooperation mit dem Praxiskolleg ausgerichtet.

Nach der Begrüßung durch den Rektor der Pädagogischen Hochschule, Prof. Dr. Ulrich Druwe, hob der Leiter des ZfS, Prof. Dr. Lars Holzäpfel, die Bedeutung des Semesterpraktikums für die Studierenden vor und bedankte sich für die hervorragende Arbeit der Ausbildungsbeteiligten an den Schulen.

Thomas Kanstinger, stellvertretender Amtsleiter des Staatlichen Schulamts Freiburg, begrüßt die Zusammenarbeit zwischen dem Schulamt und der PH im Rahmen der Ausbildung der Ausbildungsberaterinnen und -berater und unterstreicht die Wichtigkeit der kontinuierlichen Weiterqualifizierung dieser Personengruppe. Um eine systematische Weiterqualifizierung gewährleisten zu können, hat das ZfS um Dr. Jutta Nikel, Geschäftsführerin des ZfS, das Weiterqualifizierungskonzept „Praxisphasenbetreuung PLUS (PraBe+)“ entwickelt. Dieses Konzept wurde bei der Veranstaltung vorgestellt und richtet sich adressatenspezifisch an Ausbildungsberaterinnen und -berater sowie Ausbildungslehrkräfte. Es bietet vielfältige Fortbildungsformate an. Vorgesehen sind hierbei Gesamttreffen der Ausbildungsberaterinnen und -berater an der PH in jedem Semester, Fortbildungen in grundlegenden Bereichen wie ‚Organisieren und Koordinieren von Schulpraktika‘ oder ‚Beratungskompetenz sowie das Erstellen eines „schulischen Ausbildungskonzepts“ und das Lernen in offenen Formaten(z.B. kollegiale Hospitation).

Die Möglichkeit, dass Qualifizierungsleistungen von einzelnen Personen in ein Zertifikat zur „Begleitung von Professionalisierungsprozessen in der Lehramtsausbildung“ einfließen können, sieht  Herr Kanstinger als äußert positiv für den Weiterbildungsbereich. Die Kooperation kann im Zuge dessen noch intensiver zwischen dem Staatlichen Schulamt Freiburg, dem ZELF (Zentrum für Lehrerfortbildung Freiburg), dem ZfS und den ISP-Schulen stattfinden.

Im Anschluss berichtete Christine Menzer, akad. Mitarbeiterin des ZfS, über aktuelle Evaluationsergebnisse der jedes Semester stattfindenden Befragung unter den ISP-Studierenden. Hierbei wird insgesamt eine hohe Zufriedenheit der Studierenden mit dem ISP festgestellt. Die Zufriedenheit wird u.a. auf die gute Betreuung an den Schulen und auf die Möglichkeit Praxiserfahrungen  (v.a. hinsichtlich des Unterrichtens) zu sammeln, zurückgeführt. Als eher schwierig schätzen die Studierenden die Theorie-Praxis-Verknüpfung innerhalb ihres Praxissemesters an. Um in genau diesem Bereich eine Verbesserung zu erreichen, ist eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsbeteiligten an Schule und Hochschule notwendig. Hierfür ist u.a. vorgesehen, dass Ausbildungsberaterinnen und -berater detaillierter darüber informiert werden, was bisherige fachliche Inhalte im Studium waren und was in den Begleitseminaren zum Praxissemester mit den Studierenden fokussiert wird.

Im vergangenen Jahr wurden bezüglich einer besseren Theorie-Praxis-Verknüpfung und einer optimierten Kooperation zwischen den Schulen und der PH zwei Arbeitskreise eingerichtet. Diese stellten Ihren Arbeitsstand vor und luden jeweils zur Diskussion ein.

Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung durch Frau Menzer, kam der Arbeitskreis „Schulisches Ausbildungskonzept“ zu Wort, der sich aus einer kleinen Gruppe freiwilliger  Ausbildungsberaterinnen und -berater unterschiedlicher Schulformen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZfS zusammensetzt. Stellvertretend für die Gesamtgruppe äußerten sich sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihren Erfahrungen mit der Verschriftlichung ihres schulischen Ausbildungskonzepts auf der Basis einer gemeinsam erarbeiteten Gliederung. Sie betonten die Chancen, die diese Arbeit bietet und setzten sich auch kritisch mit den Herausforderungen des Prozesses auseinander. Vorteile werden in der jetzt möglichen Transparenz und Vergleichbarkeit gesehen, wie auch im Dialog mit den anderen Mitgliedern des Arbeitskreises. Ebenso konnte Klarheit geschafft werden, welche weiteren Potenziale entwickelt werden können. Mehrfach hervorgehoben wurde zudem, dass die Dokumentation schulischer Praktiken mehr Verbindlichkeit schafft und zu einer Art Selbstverpflichtung führen kann. Dennoch sei es durchaus herausfordernd gewesen, sich zu den einzelnen Punkten Gedanken zu machen, sich die Zeit zu nehmen und alleine zu formulieren. Als besonders schwierig wurde das Finden von Möglichkeiten zum Theorie-Praxis-Bezug gesehen. Im Allgemeinen sind die Erfahrungen des Arbeitskreises mit der Verschriftlichung durch weg positiv. Eine anschließende Diskussion mit dem Plenum bot die Möglichkeit für Rückfragen und Kommentare der Kolleginnen und Kollegen.

Nach einer kurzen Kaffeepause wurde der Arbeitskreis „ISP-Begleitung Dozierende“ von Ulrike Dreher, akadem. Mitarbeiterin des ZfS und Praxiskolleg (FACE), vorgestellt. Das Grundanliegen dieses Arbeitskreises ist in erster Linie die Verschriftlichung von Kernelementen der Begleitseminare, um eine größere Transparenz für die Kooperation mit den Schulen im Semesterpraktikum herzustellen. Der Wunsch nach einem intensiveren Austausch erfolgt sowohl von Seiten der ISP-Schulen, als auch von Seiten der PH. Zunächst arbeiten fünf Pilotfächer (Geographie, Chemie, Deutsch, Geschichte, Mathematik) eine Struktur aus, wie die Inhalte der Begleitseminare für die Ausbildungsberaterinnen und -berater sowie Ausbildungslehrkräfte aufbereitet werden können. In einem zweiten Schritt werden dann alle Fächer in die Arbeit des Arbeitskreises mit eingebunden.
Die anwesenden Fachvertreterinnen und -vertreter, Barbara Hanke (Geschichte), Reinhold Haug (Mathematik) und Michael Müller (Geographie), konnten die Gespräche mit den Ausbildungsberaterinnen und -berater im Rahmen einer Austauschphase sehr gut nutzen, um abzufragen, welche Austauschformate und Inhalte die Schulen benötigen, um auch ihrerseits die Studierenden bei einer gelingenden Theorie-Praxis-Verknüpfung zu unterstützen. Ergebnisse dieser Gespräche können im Anschluss in die weitere Arbeit der Dozierenden im Arbeitskreis einfließen. Der direkte Austausch zwischen allen Beteiligten wurde als sehr sinnvoll und anregend empfunden.
Abschließend stellte das Praxiskolleg (FACE), vertreten durch Ulrike Dreher und Dr. Martina von Gehlen, seine Arbeit vor. Innerhalb der angestrebten Kohärenz zwischen Theorie und Praxis in allen drei Phasen der Lehrerbildung, wird auf die Möglichkeit verwiesen, zu einer Hochschulpartnerschule zu werden bzw. die Hochschulpartnerschaft auf mehrere Felder auszuweiten. Da die ISP-Schulen schon sehr intensiv auf dem Feld der Praxisphasenbetreuung mit der Hochschule kooperieren, können sie direkt den Status Hochschulpartnerschule erwerben. Über die Möglichkeiten, wie das Signet und die inhaltliche Beschreibung auf der Schulhomepage eingepflegt werden kann, informierten Frau Dreher und Frau von Gehlen. Die Kooperation eröffnet Lehrkräften an der Hochschulpartnerschule den Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen, Informationen zu Ausbildungsinhalten sowie zu Fort- und Weiterbildungsangeboten. Hierzu können weitere Informationen über die Homepage des Praxiskollegs abgerufen werden.
Weitere anstehende Veranstaltungstermine sind zudem über hier  vorzufinden. Besonders wird auf die Tagung zu der Praxisphasenbetreuung in der Lehrerbildung am 22.09.2017 an der Pädagogischen Hochschule hingewiesen. Hierzu werden gerne auch Wünsche und Anregungen entgegengenommen, damit diese Veranstaltung für alle Teilnehmenden so interessensorientiert wie nur möglich gestaltet werden kann. Diesbezüglich wird auch ein paritätisch besetzter Planungsausschuss initiiert, der sich am 03.04.2017 trifft.

Das Gesamttreffen der Ausbildungsberaterinnen und -berater eröffnet erneut weitere Perspektiven zur Intensivierung der Theorie-Praxis-Verzahnung in den Praxisphasen von Lehramtsstudierenden. Der direkte Austausch zwischen allen Beteiligten, die Lehramtsstudierende im Semesterpraktikum betreuen ist eine wertvolle Unterstützung in dieser Arbeit.

Symposium „Erfolgreich erklären?!“ – Perspektiven und Herausforderungen in der Forschungsarbeit“

Erklärungen sind allgegenwärtig im Schulalltag und werden als zentrale Tätigkeit von Lehrkräften angesehen. Fragt man Schülerinnen und Schüler welche Fähigkeiten eine gute Lehrkraft auszeichnet, geben laut Wagner und Wörn (2014) 68% Schülerinnen und Schülern „gutes Erklären“ als eine der drei wichtigsten Kompetenzen guter Lehrkräfte an. Doch worauf sollten Lehrkräfte achten, wenn sie Erklärungen für Schülerinnen und Schüler formulieren? Was zeichnet lernförderliche Erklärungen in den verschiedenen Disziplinen aus? Die allgemeine sowie die fachbezogene Lehr-Lern-Forschung setzt sich bislang trotz der Relevanz von Erklärungen für den schulischen Lernerfolg vergleichsweise wenig mit diesen Fragen auseinander. Es gibt zwar durchaus theoretische Ansätze, was gute Erklärungen auszeichnet, allerdings wenig empirische Evidenz hinsichtlich der Merkmale lernförderlicher Erklärungen. Den angehenden Lehrkräften wird während ihrer Ausbildungsjahre an der Universität daher nur in geringem Umfang die Kompetenz des Erklärens vermittelt, sodass diese darauf angewiesen sind, diese Fähigkeit allein auf Basis ihrer berufspraktischen Erfahrungen zu entwickeln. Um angehende Lehrkräfte besser auf die Herausforderungen des Schulalltags vorzubereiten, setzt sich das Freiburger Projekt im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung, welches durch das Advanced Center of Education koordiniert wird,  für eine Optimierung der Lehrerbildung und die Förderung der Praxisorientierung während der Ausbildung ein. Das Geben lernförderlicher Erklärungen spielt in diesem Zusammenhang eine prominente Rolle in Forschung und Lehre.
Einen Beitrag zur Verbesserung der Forschungslage lieferte ein viertägiges Symposium vom 06. bis zum 09.03.2017 unter dem Titel „Erfolgreich erklären?! – Perspektiven und Herausforderungen in der Forschungsarbeit“ in den Räumlichkeiten der Universität Freiburg.

Insgesamt 16 Doktorandinnen und Doktoranden aus 12 Fachbereichen und 4 Universitäten, die sich in ihren Promotionen mit dem komplexen Themenschwerpunkt „Erklären“ auseinandersetzen, nahmen an der Veranstaltung teil. In mehreren Gesprächsrunden und Präsentationen diskutierten die Nachwuchswissenschaftler über Bestandteile und Bedingungen einer erfolgreichen Erklärung im schulischen Kontext und tauschten sich zu ihren jeweiligen Forschungsvorhaben bezüglich Methodik und theoretischer Fundierung aus. Zusätzlich konnten auf fachlicher Seite die Professoren Prof. Dr. Nückles, Prof. Dr. Wittwer und Junior-Professor Dr. Lachner für Vorträge gewonnen werden, die über Merkmale und Arten von Erklärungen referierten, einen Einblick in den bisherigen Forschungsstand gewährten und den Forscherinnen und Forschern neue Impulse für ihre Arbeiten mitgaben.

Initiiert und organisiert wurde das Symposium von Mona Weinhuber (Promotionskolleg CURIOUS, Universität Freiburg), Christina Ehras (Projekt FALKE, Universität Regensburg) und Teresa Connolly (Universität Mainz). Aufgrund der positiven Resonanz zur Möglichkeit des intensiven Austauschs zwischen Forschern des gleichen Themengebiets sowie der Vernetzung über Fachdisziplinen und methodologische Zugänge hinweg soll die Veranstaltung im nächsten Jahr ausgebaut und wiederholt werden.