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3. FACE-Gesamtprojekttreffen am 02. Dezember 2016

Am 02. Dezember 2016 fand nun schon zum dritten Mal ein großes Gesamtprojekttreffen des Freiburg Advanced Center of Education (FACE) statt – dieses Mal im Rektorat der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderten Verbundvorhaben, waren weitere Mitglieder der beiden Hochschulen sowie die regionalen Kooperationspartner anwesend. Insgesamt umfasste der Teilnehmerkreis rund 60 Personen.

Ziel des Treffens war es, Ideen für ein gemeinsames Leitbild der Lehrerbildung am Standort Freiburg zu sammeln und zu diskutieren. Zur Erarbeitung dieser Leitlinien und zur Feststellung dessen, was aus Freiburger Sicht eine gute Lehrkraft und eine gute Lehrerbildung auszeichnet, standen dieses Mal zwei interaktive Gruppenarbeitsphasen im Zentrum.

Nach einem Grußwort von Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger, Projektleiterin und Prorektorin für Studium und Lehre der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wurden die neuen Projektmitglieder vorgestellt. Im Anschluss daran erläuterte Prof. Dr. Ulrich Druwe, Projektleiter und Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg, für alle neuen Akteurinnen und Akteure von FACE nochmals die Struktur des gemeinsamen Netzwerks. Als Anregung für die Gruppenarbeit wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch die Vorträge von Prof. Dr. Jörg Wittwer und Jun.-Prof. Dr. Thamar Voss interessante Impulse aus der Unterrichts- und Bildungsforschung mitgegeben.

In den darauffolgenden Gruppenarbeitsphasen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertieft mit der Fragestellung auseinander, was aus ihrer Sicht eine gute Lehrkraft und eine gute Lehrerbildung auszeichnet. Anschließend präsentierten sie anhand von Postern ihre konkreten Ideen für die Formulierung von Leitlinien zur Lehrerbildung und legten dar, inwieweit diese bereits in den einzelnen Teilprojekten berücksichtigt werden. So entstand eine rege Diskussion über ein gemeinsames Leitbild der Lehrerbildung und es konnten zentrale Punkte gesammelt werden, welche in den nun gestarteten Prozess der Leitbildentwicklung einfließen werden.

 

Kurzbericht zur Evaluation zur ersten Umsetzung des Orientierungspraktikums (OSP) Wintersemester 2015/16

Zum Wintersemester 2015/16 wurde das Lehramtsstudium in Baden-Württemberg auf die Bachelor-Master-Struktur umgestellt. Im Rahmen dieser Umstellung ist für alle Lehramtsstudierenden im polyvalenten Zwei-Hauptfächer-Bachelorstudiengang ein dreiwöchiges Orientierungspraktikum (OSP) an einem Gymnasium in Baden-Württemberg verbindlich vorgeschrieben, das von den jeweiligen Universitäten begleitet wird.

Das OSP ist Bestandteil des Moduls Bildungswissenschaften und besteht aus einer Vorlesung („Einführung in die Bildungswissenschaften“), dem Praktikum sowie einem Vor- und Nachbereitungsworkshop. Das gesamte Modul zielt auf eine bessere Verzahnung von universitärer Ausbildung und Praxisphasen in der Lehrerausbildung ab, um so einen großen Schritt in Richtung einer professionalisierten Lehrerausbildung gehen zu können. Darüber hinaus soll den Studierenden frühzeitig die Möglichkeit gegeben werden, ihre Studien- und Berufswahlentscheidung zu reflektieren bzw. zu überprüfen.

Das OSP wird inhaltlich vom Institut für Erziehungswissenschaft verantwortet und vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen umgesetzt. In allen Phasen findet eine enge Kooperation mit dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg (Abteilung Gymnasien und Abteilung Berufliche Schulen) statt. Die Vor- und Nachbereitungsworkshops werden durch Lehrkräfte der Seminare realisiert.

Zeitlicher Ablauf und Teilnahmen

Der erste Durchlauf des OSP fand im WS 2015/16 zu folgenden Zeiten statt: Begleitveranstaltungen: Vorbereitung am 24./25.02.2016 und Nachbereitung am 21.03.2016 (Anzahl Workshops = 17); Praktikumszeitraum: 29.02. bis 18.03.2016. Insgesamt haben 337 Studierende das OSP erfolgreich absolviert.

Evaluation: Methode und Datenlage

Die Studierenden, die Workshopleiterinnen und -leiter sowie die praktikumsgebenden Schulen haben sich an der Bewertung des ersten Durchlaufs beteiligt; zur Evaluation wurden folgende Verfahren eingesetzt:

  • bei den teilnehmenden 337 Studierenden kam ein Fragebogen zum Einsatz (Rücklauf 324),
  • alle 17 Workshopleiterinnen und -leiter haben im Rahmen eines Evaluationsworkshops Rückmeldungen gegeben und
  • die betreuenden Lehrkräfte an den Schulen nahmen an einer Onlinebefragung teil (Rücklauf: 78 von 153 Schulen haben sich beteiligt).
  • Darüber hinaus wurde die Qualität der zu bearbeitenden Aufgaben, die einen wichtigen Bestandteil der Studienleistung darstellen, durch das ZfS bewertet.

Zusammenfassung zentraler Evaluationsergebnisse

1. Evaluation durch die Studierenden

Positiv bewertet wurden von den Studierenden die Möglichkeiten,

  • einen fundierten Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten des Lehrerberufs zu erhalten.
  • eigene Unterrichtseinheiten durchführen zu können.
  • vielfältige eigene schulrelevante Erfahrungen machen zu können.
  • den Schulalltag eines Lehrers/einer Lehrerin begleiten und beobachten zu können.

Auch die Betreuung durch die Lehrkräfte an den Schulen wurde als sehr gut und hilfreich bewertet. Die Studierenden haben das dreiwöchige OSP insgesamt mit einem Durchschnittswert von 1,5 auf einer Skala von 1-6 bewertet. Die Zufriedenheit der Studierenden mit den Dozentinnen und Dozenten, die die Vor- und Nachbereitungsworkshops geleitet haben, war durchgehend sehr hoch. Die Vor- und Nachbereitungsworkshops haben in der Bewertung insgesamt gut bis befriedigend abgeschnitten. Hinsichtlich der Transparenz der Aufgabenstellungen wurde der Wunsch nach mehr Klarheit bzw. mehr Kohärenz geäußert. In Bezug auf den Umfang und die Komplexität der schriftlich zu bearbeitenden Aufgaben wurde der Wunsch nach einer deutlichen Reduzierung geäußert.

2. Evaluation durch die Workshopleiterinnen und Workshopleiter

Als zentrales Ergebnis des Evaluationsworkshops mit den Workshopleitenden lässt sich festhalten, dass alle Workshopleiterinnen und -leiter hinter dem Konzept stehen und es als in der Gesamtheit sehr gelungen und auch zielführend einschätzen. Durch die Vielfalt und Qualität der zu bearbeitenden Aufgaben für die Studierenden wird in der Einschätzung aller eine umfassende Vor- und Nachbereitung des OSP gewährleistet. Hier einige Aspekte, die thematisiert wurden:

  • Die Beobachtungsbögen sind sehr gut gelungen und aussagekräftig.
  • Die Aufgabenvielfalt ist gut gestaltet und ausgeglichen.
  • Der Einsatz von Fallstudien ist hilfreich und gewinnbringend.
  • Insgesamt sollte der Umfang der schriftlichen Aufgaben reduziert werden.
  • Die Workshopleiterinnen und -leiter wünschen sich mehr Spielräume bei der Gestaltung der Workshops.
  • Die Abstimmung des Informationsflusses aller Beteiligten untereinander sollte verbessert werden.

3. Evaluation durch die betreuenden Lehrkräfte an den Schulen

An der Onlineumfrage unter 153 den praktikumsgebenden Schulen (davon ca. 95 im Regierungsbezirk Freiburg) beteiligten sich 78 Lehrkräfte; die Rückmeldungen zeigen ein differenziertes Bild in der Einschätzung des OSP:

  • Motivation und Engagement vieler Praktikantinnen und Praktikanten waren sehr hoch.
  • Die Studierenden waren gut auf das Praktikum vorbereitet.
  • Genaue Anweisungen und konkrete Aufgabenstellungen sind gerade für Anfangssemester sehr hilfreich.
  • Die Aufgabenstellungen und die jeweilige Zielsetzung sollten klarer beschrieben werden und sind teilweise nicht praxisgerecht.
  • Der Umfang der (schriftlichen) Aufgabenstellungen sollte reduziert werden, um mehr Raum für die Orientierung zu haben.
  • Der organisatorische Ablauf bzw. Aufwand sollte verringert und einfacher/ transparenter gestaltet werden.

Zentral war auch die Frage nach der Einschätzung des eigenen Betreuungsaufwands, den die Lehrkräfte hatten. Hier sagen mehr als zwei Drittel der Befragten, dass der Betreuungsaufwand genau passend war, knapp ein Viertel hielten den Betreuungsaufwand für zu hoch.

4. Die Qualität der zu bearbeitenden Aufgaben

Die Einschätzung und Bewertung der studentischen Aufgaben erfolgte durch den OSP-Fachbereichsleiter und die OSP-Programmkoordinatorin, dabei wurden alle Portfolios einzeln gesichtet. Es lassen sich folgende Aussagen treffen:

  • Die Vorgaben wurden fast durchgehend eingehalten.
  • Die Qualität der zu bearbeitenden Aufgaben lässt sich im Durchschnitt als gut bis sehr gut bezeichnen.
  • Die meisten Studierenden haben sich Mühe gegeben, die Aufgaben angemessen und inhaltlich fundiert auszugestalten.
  • Auch die Portfolios, die ca. zwei Wochen nach Ende des OSP abzugeben waren, weisen eine gute bis sehr gute Qualität auf.

Fazit und Ausblick

In der Gesamtschau aller Bewertungen ergibt ein sehr positives Bild der ersten Umsetzung des OSP. Das Konzept hat überzeugt, die eingeschlagene Richtung und die inhaltliche Ausgestaltung stimmen. Die wesentlichen Zielsetzungen wurden eindeutig erreicht und somit hatte das Orientierungspraktikum für die Studierenden einen großen Benefit. Fast alle Studierenden geben an, jetzt zu wissen, dass sie mit dem Lehramtsstudium die richtige Studien- und Berufswahl getroffen haben. Durch den Core-Practice-Ansatz konnten die Studierenden die relevanten zentralen Tätigkeiten einer Lehrkraft kennenlernen und z.T. in angeleiteten Unterrichtseinheiten praktisch durchführen. Die Verzahnung von bildungswissenschaftlichen Ansätzen/Theorien und schulpraktischen Erfahrungen ist gelungen und hat bei den Studierenden zu einem profunden Verständnis komplexer bildungstheoretischer Zusammenhänge beigetragen. Dies geht einher mit einem Rollentausch vom Schüler/von der Schülerin zur Lehrkraft, den die Studierenden erfolgreich bewältigt haben und der für viele wichtige Erkenntnisse und Einsichten mit sich gebracht hat.

Für die zukünftige Weiterentwicklung des OSP war die umfangreiche Evaluation äußerst hilfreich. Sie hat sowohl vielfältige positive Rückmeldungen als auch hilfreiche kritische Anmerkungen ergeben. Wir sehen diese Anregungen als ein Auftrag an uns, das Konzept, da wo es notwendig erscheint, anzupassen bzw. zu optimieren und Verbesserungsvorschläge so weit wie möglich im kommenden Orientierungspraktikum 2017 umzusetzen.

Dezember 2016
Institut für Erziehungswissenschaft & Zentrum für Schlüsselqualifikationen (Universität Freiburg)

Lehrerbildung verbessern durch Kooperation – weitere Verträge mit Partnerschulen unterschrieben

Gleich zwei Hochschulpartnerschulverträge wurden am Montag, 21.11.2016, unterzeichnet: Die Emil-Thoma-Realschule in Littenweiler und die Albert-Schweitzer-Schule II in Landwasser stoßen zu einem Kreis von Schulen hinzu, die eine besondere Forschungs- und Lehrkooperation mit der Pädagogischen Hochschule und der Albert-Ludwigs-Universität eingegangen sind. Im Rahmen des vom Bund und vom Land aus Mitteln der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geförderten FACE (Freiburg Advanced Center of Education) wurde das Konzept der Hochschulpartnerschulen entwickelt, um diese auf Augenhöhe in Forschungsprojekte und Lehrkooperationen einzubinden: Die Lehrenden an den Schulen erhalten bevorzugt Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte wirken in der Forschung mit, und Studierende und Lehrkräfte können als wechselseitige Mentorinnen und Mentoren voneinander in Theorie und Praxis lernen. „Wir erproben ganz neue Kooperationswege und -modelle,“ sagt eine der Praxiskollegskoordinatorinnen Ulrike Dreher, „gefragt sind vor allem Offenheit und der Wunsch Lehrerbildung aktiv weiter zu entwickeln.“ Dorothea Allgaier,  Ausbildungsberaterin der Albert-Schweitzer-Schule II, sieht die Kooperation positiv: „Im Rahmen der Kooperation kann die Mischung aus Theorie und Praxis die Studierenden motivieren und gut auf ihre zukünftige Rolle als Lehrkraft vorbereiten. Unsere langjährige Zusammenarbeit wird durch diesen Vertrag nun endlich sichtbar und damit auch verlässlich weitergeführt.“

Elke Storz, Konrektorin der Emil-Thoma-Realschule, hebt die zahlreichen Vorteile der Hochschulpartnerschaft hervor: „Die Austauschmöglichkeit zwischen allen Institutionen der Lehrerbildung ist für uns sehr interessant und förderlich. Auch Fragestellungen, die sich aus dem Unterricht ergeben, können nun aktiv in die Forschungsarbeit eingebracht werden und unser schulisches Arbeiten bereichern. Ein weiterer Aspekt, der uns dazu bewogen hat, die Kooperation zu intensivieren ist die Kooperation zwischen Hochschule und Schule in spezifischen Lehrerfortbildungen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

In Anwesenheit der Rektors der Pädagogischen Hochschule, Prof. Dr. Ulrich Druwe, unterzeichnete das Leitungsteam des Praxiskollegs, Prof. Dr. Lars Holzäpfel (Pädagogische Hochschule) und Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck (Universität) gemeinsam mit den Schulleitungen, Hans-Jürgen Muri und Elke Storz (Emil-Thoma-Realschule) sowie mit Joachim Diensberg und Eva Röhrich (Albert-Schweitzer-Schule II) die Verträge.

Kooperationspartner bei der Vertragsunterzeichnung

Kooperationspartner bei der Vertragsunterzeichnung, Foto: Helga Epp

Bericht zur Ringvorlesung: „Kompetenzorientiertes Unterrichten – Was heißt das aus Sicht der Lehr-Lern-Forschung?“

Prof. Dr. Jörg Wittwer bei der Ringvorlesung

Prof. Dr. Jörg Wittwer, Foto: Brian Barnhart

Für den zweiten Termin der Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ des Praxiskollegs am 03.11.2016 konnte Prof. Dr. Jörg Wittwer, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaft und der Abteilung Empirische Lehr- und Lernforschung der Universität Freiburg, gewonnen werden. Er legte den Schwerpunkt seines Vortrags „Kompetenzorientiertes Unterrichten – Was heißt das aus Sicht der Lehr-Lern-Forschung?“ auf die Neuerungen des baden-württembergischen Bildungsplans 2016.

In seinem Vortrag stellte Prof. Dr. Wittwer zwei wichtige Funktionen von Lernzielen heraus: Zum einen konkretisieren Lernziele das jeweilige Wissen, das erworben werden muss, um ein bestimmtes Lernziel zu erreichen (z.B. Wissen über Konzepte oder über Prozeduren). Zum anderen stärken sie die Selbstreflexion von Schülerinnen und Schülern z. B. durch Fragestellungen wie: „Was kann ich schon? Was kann ich noch nicht?“. Er stellte ausführlich ein Instrument der Informationsverarbeitungsanalyse vor. Hierbei wird strukturiert, welche einzelnen Schritte notwendig sind, um das gewünschte Lernziel zu erreichen. Ergänzt wird diese Analyse durch die Voraussetzungsanalyse, die den Blick darauf richtet, welche Vorkenntnisse vorhanden sein müssen, um die einzelnen Schritte durchzuführen. Mit Hilfe dieser Analysen erhalten Lehrkräfte Anhaltspunkte darüber, welche Arten von Wissen Schülerinnen und Schülern erwerben müssen, um ein Lernziel zu erreichen.

Ausgehend von den Lernzielen können für den Unterricht, laut Prof. Dr. Wittwer, dann jeweils spezifische Lehr- und Lernformen ausgewählt werden. Bei der Umsetzung der Lehr- und Lernformen ist es auch wichtig, Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, ihre Aufmerksamkeit auf die lernrelevanten Aspekte des zu vermittelnden Stoffs zu legen und Lernstrategien einzusetzen, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Lernstoff anregen.

Überdies wurde die Lernerfolgsmessung fokussiert, auch hier bildet das selbstdefinierte Lernziel die Basis für die angepassten Prüfungsaufgaben. Dabei steht die kriteriale Bezugsnorm im Zentrum, da man am festgelegten Lernziel sehr konkret Kriterien formulieren kann, anhand derer man dann möglichst reliabel, valide und objektiv den Lernerfolg feststellen kann.

Eine Herausforderung ist es allerdings, passende Prüfungsaufgaben zu konzipieren. Die in diesen Aufgaben zum Tragen kommenden Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler können nämlich sehr unterschiedlich sein: Sie reichen von dem Erinnern einzelner Informationen über das Nennen von Beispielen für neu eingeführte Konzepte bis hin zur Anwendung von Prozeduren. Prof. Dr. Wittwer betonte, dass Prüfungen nicht nur im klassischen Sinne als Lernerfolgsmessung nach einer Unterrichtseinheit, sondern auch für die Erhebung des Vorwissens von Schülerinnen und Schülern zu Beginn einer Unterrichtseinheit eingesetzt werden können.

Durch die vorgestellten Analysemethoden können Lehrkräfte ihren Einfluss auf das Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler gezielt reflektieren und effektiv weiterentwickeln.

In der anschließenden Diskussion mit dem Plenum stand die Sicht der Praxis auf den neuen Bildungsplan im Mittelpunkt. Es wurde kritisiert, dass es dennoch schwierig sei, die neuen Begrifflichkeiten der Kompetenzorientierung von den bislang gebräuchlichen und vertrauten Begriffen der Lernziele klar abzugrenzen.

So zeigte sich einmal mehr, dass der Diskurs zwischen Praxis und Theorie notwendig und für beide Seiten gewinnbringend ist.

Plenum der Ringvorlesung am 3.11.2016

Ringvorlesung am 3.11.2016: Diskussion mit Prof. Dr. Jörg Wittwer, Foto: Brian Barnhart

„Chancen für die Sprachbildung – Materialentwicklung für die Lehrkräftebildung“

Save the date! Ganztätiger Workshop am 04.11.2016 an der Freien Universität Berlin

SchultafelSeit dem Sommer 2014 fördert das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache das universitätsübergreifende Projekt „Sprachen – Bilden – Chancen“.
Im Rahmen des Projektes wird nun ein ganztägigen Workshop veranstaltet. Es werden mit den Fachdidaktiken entwickelte Materialien für die Lehre in den einzelnen Schulfächern präsentiert, grundlegende Fragen zur Verankerung von Sprachbildung in den Fachdidaktiken diskutiert und Möglichkeiten zur Verzahnung von fachdidaktischer und fächerübergreifender Lehre konkretisiert.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker sowie Dozentinnen und Dozenten für Sprachbildung und/oder Deutsch als Zweitsprache aller Universitäten, Leitungen schulpraktischer Seminare und Fachseminare, Dozentinnen und Dozenten der Fort- und Weiterbildung, Vertreterinnen und Vertreter der Senatsverwaltung. Auch interessierte Lehrkräfte sind herzlich eingeladen.

Programm und Anmeldeformular werden im Sommer auf der Projektseite veröffentlicht.

„Community of Practice der Lehrerbildung“ im Dialog

Das Praxiskolleg im Freiburg Advanced Center of Education lud am 07.06.2016 zur zweiten Vernetzungsveranstaltung die Akteurinnen und Akteure in der Lehrerbildung im Raum Freiburg ins Rektorat der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen und Hochschulen, den Staatlichen Seminaren für Lehrerbildung und vom Regierungspräsidium kamen zusammen, um den Grundstein für ein gemeinsames Leitbild für die Lehrerbildung in der Region Freiburg zu legen.

Einführend gab Dr. Patrick Blumschein (Leiter des Zentrums für Lehrerfortbildung (ZELF) der Pädagogischen Hochschule Freiburg) einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten: Beim 1. Auftakttreffen im Jahr 2015 beleuchteten die Akteurinnen und Akteure „Visionen – Potenziale – Hürden“ in der Lehrerbildung und formulierten Ziele für die Kooperation in den Praxisphasen und in der Weiterbildung. So soll durch Absprachen, Hospitationen und Reflexionen an den Schnittstellen die Vernetzung und das Wissen voneinander gefördert werden. Lehrkräfte sollen durch strukturierte Qualifizierungsangebote darin unterstützt werden, ihr fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen aktuell zu halten.

CoP im DialogDie beiden Koordinatorinnen des Praxiskollegs Ulrike Dreher und Martina von Gehlen gaben anschließend einen Überblick über das Konzept des Praxiskollegs und erläuterten den Begriff der Community of Practice in der Lehrerbildung. Ulrike Dreher legte die Ziele des Praxiskollegs dar: Zum einen soll eine Intensivierung der Theorie-Praxis-Vernetzung in der Lehre und in den schulpraktischen Studien ermöglicht werden. Darüber hinaus sollen der Dialog mit allen Akteurinnen und Akteure durch Workshops und Austauschtagungen gestärkt und Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch Qualifizierungsangebote in Qualitätszirkeln und Fachtagungen unterstützt werden. In einem Netzwerk von Hochschulpartnerschulen erfolgt modellhaft eine enge Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen zu den Bereichen Praktikumsbetreuung, Forschung, Fort- und Weiterbildung sowie Mentoring.
Martina von Gehlen erläuterte anschließend die Entwicklungsstufen und Erfolgsfaktoren einer Community of Practice (CoP), da dieses Konzept als Basis der Vernetzungsaktivitäten dient. Eine CoP ist „eine Gemeinschaft von Personen, die inhaltlich durch ein gemeinsames Interesse, eine gemeinsame Tätigkeit oder ein gemeinsames Bestreben sowie durch soziale Beziehungen und gemeinsame Werte miteinander verbunden sind. Im Zentrum stehen der Austausch von Ideen, Einsichten und Erkenntnissen, das gemeinsame Lernen sowie die gegenseitige Hilfe und Unterstützung.“ (Hentschel 2001).

Im anschließenden Kurzaustausch beim 180-Sekunden-Netzwerken konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung in kurzen Sequenzen zu Leitfragen der Lehrerbildung austauschen und dabei neue Kontakte knüpfen. Im weiteren Verlauf erarbeiteten sie dialogisch in vier Kleingruppen Kriterien für ein gemeinsames Leitbild für die Lehrerbildung in der Region Freiburg anhand von Impulsfragen zur Theorie-Praxis-Vernetzung, zum Lernbegriff, zu Merkmalen einer guten Lehrkraft und zur optimalen Gestaltung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Die Ergebnisse wurde im Plenum vorgestellt und finden nun Eingang in einen ersten Leitbildentwurf, der beim nächsten Treffen im Herbst 2016 im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) diskutiert werden soll.

CoP im DialogEin zweiter Schwerpunkt der Veranstaltung lag in der Vorstellung eines konzeptuellen Entwurfs der Maßnahme M5 für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften. Die beiden Koordinatorinnen für die Weiterbildung Saskia Opalinski (Zentrum für Lehrerfortbildung (ZELF) der Pädagogischen Hochschule Freiburg) und Waltraud Ziegler (Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW) der Universität Freiburg) stellten erste geplante Veranstaltungen vor, die der Beginn eines modularisierbaren Systems von Weiterbildungsangeboten sind. Mit den anwesenden Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Institutionen konnten aktuelle Themen und Bedarfe benannt werden, die für die weitere Planung eine wichtige Ausrichtung darstellen.

Insgesamt unterstützte die Veranstaltung den Dialog der Akteurinnen und Akteure an den Schnittstellen ihrer Aktivitäten. Angestoßen werden konnten auch bilaterale Vernetzungstreffen, um individuellen Fragestellungen nachzugehen. Zur Förderung der Community of Practice der Lehrerbildung in Freiburg werden vom Praxiskolleg im nächsten Schuljahr weitere Formate, wie z.B. eine Ringvorlesung, angeboten, die einen Austausch der Akteurinnen und Akteure der Lehrerbildung mit Expertinnen und Experten aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften ermöglichen sollen.

Reise zu einer der ältesten Universitäten

FACE-Mitarbeiterin nahm an einer Konferenz an der Karls-Universität in Prag teil

Methoden des Unterrichtens und Testens von Fremdsprachen /
Metody výuky a testování cizích jazyků

Thema der Konferenz, die am 21.06.2016 und 22.06.2016 an der Karls-Universität in Prag stattfand, waren Methoden des Unterrichtens von Fremdsprachen sowie des Testens der Kenntnisse über diese. Unter den Teilnehmenden war auch FACE-Mitarbeiterin Dr. Ursula Stohler, welche in dem Bereich der Entwicklung didaktischer Konzepte für Fremdsprachen aktiv ist. Sie arbeitet hier mit den Fachdidaktiken der Slavistik und der Sinologie der Universität Freiburg zusammen und vernetzt sich mit Fachpersonal zu Russisch als Herkunftssprache an anderen Hochschulen.

Gemeinsam mit Christiane Klein hat Sie einen Beitrag über die Anwendung des 4C/ID-Modells für das Üben von Beurteilungskompetenzen von Russischlehrerinnen und -lehrern geschrieben und auf der Konferenz einen Vortrag hierzu gehalten.

Christiane Klein ist Expertin für das 4C/ID-Modell und ebenso wie Frau Stohler für das FACE tätig. In dem BMBF-geförderten Projekt „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung“ spezifiziert sie unter anderem das 4C/ID-Modell in der Lehrerbildung anhand einer systematischen Umsetzung in den Bildungswissenschaften und qualifiziert einzelne Akteurinnen und Akteure der am Lehramt beteiligten Fächer in der Anwendung des Modells und anderer kompetenzbasierter Lehrmodelle.

Großes FACE-Treffen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Nach der feierlichen Eröffnungsveranstaltung des Freiburg Advanced Center of Education im Dezember fand das zweite große Treffen aller Akteurinnen und Akteure in der Aula der Pädagogischen Hochschule statt.

2. FACE-TreffenDie Runde der anwesenden Personen an diesem Tag ist groß. Immerhin zählen zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmer Mitwirkende des FACE aus bis dato insgesamt drei Projekten mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 10 Millionen Euro.

Neben den rund 40 Projektstellen in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) (Links zum Freiburger Projekt auf der BMBF-Website  und auf der FACE-Website) ist FACE auch mit derzeit rund 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Förderprogramm „Lehrerbildung in Baden-Württemberg“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) (Link zum Freiburger Projekt) aktiv. Zu den somit rund 50 Projektstellen kommen noch mehrere assoziierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die steuernden Professorinnen und Professoren beider Hochschulen hinzu. Es ist bereits jetzt eine große Interessensgemeinschaft zusammengekommen, die der Lehrerbildung gemeinsam und nachhaltig ein neues Gesicht geben möchte. Diese Gemeinschaft wird in den kommenden Monaten noch weiter wachsen. So wird es ein Projekt in der Förderlinie 2 des MWK „Leuchttürme der Lehrerbildung ausbauen“ geben, an dem neben PH und Universität auch die Musikhochschule beteiligt ist.

Im Zentrum des Treffens standen der Austausch zu den bisherigen Arbeitsergebnissen sowie die kontinuierliche Fortentwicklung der Projektorganisation und -gestaltung. Zusätzlich zu dem interaktiven Einstieg zu den zentralen Fragestellungen der Teilprojekte kam es während der gesamten Zusammenkunft zu einem regen Austausch der Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter untereinander. Mittels Postergalerie und Präsentationen berichteten die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Teilprojekte von ihren Vorhabensfortschritten.

Ein Höhepunkt in der bisherigen Arbeit des  Freiburger Praxiskollegs war ein Vernetzungstreffen ganz besonderer Art: In einem Worldcafé stellten Doktorandinnen und Doktoranden des Teilprojekts Wissenschaftsorientierung und Nachwuchsförderung ihre Forschungsvorhaben den Schulvertreterinnen und Schulvertreter vor. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, wie Schulen, Lehrkräfte und Forscherinnen und Forscher von Forschungsprojekten wechselseitig profitieren können. Neben dem Schwerpunkt „Forschung trifft Praxis“ stand in diesem Vernetzungstreffen zusätzlich der Ausbau des lehramtsspezifischen Mentoringnetzwerkes im Mittelpunkt. Von Seiten des Teilprojekts Lehrkohärenz wurde unter anderem von der frisch konzipierten Lehrwerkstatt Lehrerbildung berichtet, welche in diesem Sommer starten wird. Darüber hinaus haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Teilprojekts interne Entwicklungsgruppen gebildet, die sich verstärkt mit den fünf Themenbereichen Lehrwerkstatt, Kohärenzerfassung, Philologien, Mathematik, Naturwissenschaften und Wirtschaft sowie Curriculumsentwicklung befassen. Herausragend waren auch die Workshops und Vorträge mit dem niederländischen Bildungsforscher Jeroen van Merrienboer, dem Begründer des Vier-Komponenten-Instruktions-Design-Modells (4C/ID) im März. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Maßnahme Fort- und Weiterbildung stellten ihre umfassenden Konzepte für eine modularisierte Weiterbildung für die Lehrerbildung vor. Die genannten Beispiele veranschaulichen sehr gut den gelebten Vernetzungsgedanken, der eine zentrale Rolle im FACE einnimmt.

Mehrere Rektoratsmitglieder beider Hochschulen sind aktiv in FACE involviert und gestalteten einen aktiven Part des Treffens. Seitens der Face-Leitung in Person von Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger (Prorektorin für Studium und Lehre der Universität) und Prof. Dr. Ulrich Druwe (Rektor der Pädagogischen Hochschule) wurden wichtige Details für die weitere qualifizierte Zusammenarbeit verkündet. So hat das paritätische Leitungsduo die Struktur des FACE mit seinen vier Handlungsfeldern Lehre, Praxis- und Weiterqualifizierung, Bildungs- und Unterrichtsforschung sowie Lernende Institution und die Einordnung der Projekte und ihrer Teilprojekte in diese Handlungsfelder dargelegt. Auch auf das Thema der Evaluation wurde nochmals ein besonderes Augenmerk gelegt. Mit dem gemeinsamen Mittagessen wurde das gelungene Treffen fröhlich abgeschlossen.

2. FACE-Treffen
2. FACE-Treffen
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Mehr Informationen zu den Projekten:

2. Schulnetzwerktreffen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg „Lehrerbildung in Forschung und Praxis“ des Freiburger Praxiskollegs

Unter dem Motto „Wissenschaft und Praxis im Dialog“ lud das Praxiskolleg am 21.04.2016 Schulvertreterinnen und Schulvertreter aus dem Bezirk des Regierungspräsidiums Freiburg sowie Doktorandinnen und Doktoranden der Pädagogischen Hochschule und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein.

2. Vernetzungstreffen

Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage, welche Rolle Schulen und Lehrkräften bei der Durchführung von Forschungsprojekten zukommen kann. Schließlich kennen diese als Experten den Schulalltag und v.a. ihre Schülerinnen und Schüler besser als außenstehende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ziel war es, Lehrkräften die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Expertise als Partner und Mitgestalter in Forschungsprojekten einbringen und erweitern können. Durch die Schaffung eines persönlichen Begegnungsraumes im Rahmen des Praxiskollegs soll das große Potenzial einer engen Vernetzung zwischen Schulen und Hochschulen für beide Partner gestärkt werden.

Prof. Dr. Lars Holzäpfel veranschaulichte in seinem Einführungsvortrag anhand konkreter Aufgabenbeispiele, welchen Nutzen eine Fehlerdiagnose für die gezielte Förderung im Unterricht haben kann. Er zeigte als einer der zehn professoralen Begleiter des Freiburger Verbundprojekts in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung Möglichkeiten auf, wie Lehrkräfte als Mitgestalterinnen und Mitgestalter in Forschungsprojekte eingebunden werden können und wie auf diese Weise Schulentwicklung und professionelle Weiterentwicklung gelingen kann.

Wir wollen weiter an einem Schulnetzwerk arbeiten, das für alle eine Win-Win-Situation darstellt. Wir möchten es gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen, Forschung und Wissenschaft im Schulalltag zu verknüpfen und freuen uns über den weiteren Austausch von Praxis und Wissenschaft im Freiburg Advanced Center of Education. (Elke Storz, stellvertretende Schulleiterin, Emil-Thoma-Realschule Freiburg)

Elke Storz, Konrektorin der Emil-Thoma-Realschule, stellte anschließend heraus, welchen Gewinn die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule bzw. Universität für die schulische Arbeit darstellt. So profitiere das Kollegium im Rahmen der gelungenen Kooperationen von der professionellen Weiterentwicklung, aber auch von der Bereitstellung neuer (Unterrichts-)Materialien sowie der Möglichkeit persönlicher Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei konkreten schulischen Belangen.
Um Forschung und Praxis zusammenzubringen und damit für beide Seiten nutzbare Synergieeffekte zu schaffen, präsentierten sich acht Forschungsvorhaben aus unterschiedlichen Bereichen der Bildungs- und Unterrichtsforschung. Unter ihnen auch vier Mitglieder des FACE-Promotionskollegs CURIOUS und ergänzend das Lehrermentoringprojekt des Projekts von FACE in der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Das Format des Worldcafés bot die Gelegenheit, sich an Posterständen tiefergehend zu informieren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Schulleitungen und Lehrkräfte sowie weitere Gäste der Hochschulen) konnten „Face to FACE“ einen Eindruck von dem gewinnen, was aktuell an der Pädagogischen Hochschule bzw. der Universität beforscht wird, und sich überlegen, welches Konzept zu ihrer Schule passen könnte. Die Promovierenden stellten ihr Vorhaben detailliert vor und diskutierten die Mehrwerte für die teilnehmenden Schulen. Flyer und Kontaktformulare ließen gemeinsame Ideen für Kooperationen konkret werden. Hierbei wurde deutlich, dass der Dialog mit Schulen nicht allein auf die Gewinnung von Daten abzielt, sondern Schulen als wichtiger und verlässlicher Partner auf Augenhöhe betrachtet werden. Ihnen ist daher eine Schlüsselfunktion zuzuschreiben, da sie als Expertinnen und Experten für die Bedingungen vor Ort ebenso eine wichtige Rolle bei der Interpretation und Validierung von Daten einnehmen können.

Dass von möglichen Kooperationen alle Beteiligten profitieren können, wurde in vielen Gesprächen deutlich:
Die Promovierenden gewinnen Praxispartnerinnen und Praxispartner für ihre Forschungsarbeiten. Die Schulen erhalten durch die Forschungsanbindung nicht nur Anregungen für ihren Unterricht, sondern sie profitieren im Rahmen der Vernetzung auch von aktuellen Inhalten und Modellen, die daher auch weiterbildend wirken können. Dies spiegelte sich auch in den Feedbacks zur Veranstaltung wider:

„Für mich als Schulleiter ist das eine sehr gute Gelegenheit, gerade die Kolleginnen und Kollegen zu erreichen, die Fortbildungsangebote bislang nicht so stark nutzen. Sie können in der Zusammenarbeit mit den Hochschulen wichtige Impulse erhalten, über die Weiterentwicklung von Unterricht nachzudenken“ (Schulleiter, Gymnasium)

„Ich verspreche mir von dem Konzept mehr Professionalisierung für mich persönlich, mein Kollegium, die Schulen meiner Kinder und (später) Enkelkinder und mehr Praxisrelevanz bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern“. (Schulleiterin, Grundschule)

„Sehr interessant. Ich verspreche mir den Ausbau der bisher schon sehr guten Kooperation im Integrierten Semesterpraktikum und das „up to date“ bleiben als Schule. (Schulleiter, Werkrealschule)

„Ich finde das Konzept der Hochschulpartnerschulen gut und sehe darin eine Möglichkeit zur Stärkung der Professionalisierung der Kolleginnen und Kollegen.“ (Schulleitung, Realschule)

Auch die Doktorandinnen und Doktoranden äußerten sich sehr zufrieden mit den gewonnenen Kontakten – für sie wurden Türen geöffnet, die ohne eine solche Veranstaltung erfahrungsgemäß eher schwer zugänglich gewesen wären.

„Für mich als Promovendin war der Austausch am Poster sehr bereichernd. Ich habe mit mehreren Schulen Kontakte geknüpft und mit diesen sowohl inhaltlich als auch über die Möglichkeit der Erhebung an den Schulen gesprochen. Mit einer Schule habe ich bereits während des Schulnetzwerktreffens Termine für die Erhebung konkretisiert. Mit den anderen Schulen stehe ich diesbezüglich im Austausch.“ (Promovendin, PH Freiburg)

„Alle gedruckten Flyer waren am Ende der Veranstaltung vergriffen – und ich habe mehrere wichtige Kontakte geknüpft!“ (Promovendin, Univ. Freiburg)

„Schön zu sehen, dass Interesse für solche Studien und Veranstaltungen da ist!“ (Promovend, PH Freiburg)

In der abschließenden Feedbackrunde kam zum Ausdruck, dass diese Veranstaltung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine sehr gute Gelegenheit für Vernetzungsmöglichkeiten darstellte und sie sich auf die weitere Zusammenarbeit im Praxiskolleg von FACE freuen. Dass die Veranstaltung über diesen Nachmittag hinaus Impulse und Anstöße in der Praxis geben wird und dass der Weg für einen Dialog auf Augenhöhe gebahnt wurde, ist sicherlich eines der wichtigsten Ergebnisse der 2. Schulnetzwerkveranstaltung.

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Informationen zum Freiburger Praxiskolleg

Informationen zu CURIOUS – dem FACE-Promotionskolleg

Informationen zum Lehreramtsbezogenen Mentoring

Feierliche Eröffnung mit hoher politischer Aufmerksamkeit

Mit einem eindrucksvollen Festakt eröffneten die Rektoren gemeinsam mit Ministerin Theresia Bauer das FACE am Donnerstag, den 10.12.2015.

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK)Universität und Pädagogische Hochschule besiegeln mit FACE ein neues und weitreichendes Kooperationsformat für den Bereich Lehrerbildung. Nachdem die Idee zu FACE bereits im Jahr 2014 entstanden war, wurde nun die offizielle Eröffnung unter prominenter Beteiligung gefeiert. Neben Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) waren weitere Bundes- und Landespolitikerinnen und -politiker sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter zentraler Stellen des Lehrerbildungsstandortes Freiburg anwesend.

Rund 80 Lehramtsstudierende sorgten für eine eindrucksvolle und professionelle musikalische Gestaltung der Feierlichkeit. Für den Festvortrag war extra Frau Prof. Dr. Cornelia Gräsel aus Wuppertal angereist, sodass die rund 160 geladenen Gäste noch in den Genuss eines Expertenvortrages zum Thema „Qualität in der Lehrerbildung“ kamen.

8,6 Millionen für die Lehrerbildung

Die bereits eingeworbenen Drittmittelprojekte unter dem Dach von FACE wurden von Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger und Prof. Dr. Timo Leuders vorgestellt. Im Rahmen der BMBF-Initiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ erhält das Freiburger Verbundvorhaben 6,9 Millionen Euro. Durch die zusätzlich eingeworbene Landesförderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro wird der Bereich Lehrerbildung an den beiden Freiburger Hochschulen nun mit insgesamt 8,6 Millionen Euro gefördert.

Die Rektoren der beiden Hochschulen bei der VertragsunterzeichnungFeierliche Vertragsunterzeichnung als Höhepunkt der Veranstaltung

Der Höhepunkt der Veranstaltung war schließlich die feierliche Unterzeichnung des FACE-Vertrages von Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer und Prof. Dr. Ulrich Druwe.

Die Eröffnung fand breites mediales Interesse:

Fernsehen, Radio und Zeitung waren vertreten und stellten in der anschließenden Pressekonferenz Ministerin Bauer und den Rektoren noch weitergehende Fragen.

Auf den offiziellen Startschuss von FACE wurde im Anschluss noch beim gemeinsamen Sektempfang angestoßen, bevor es dann für die 40 Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter sowie die begleitenden Professorinnen und Professoren beider Hochschulen in einem internen Workshop mit der inhaltlichen Arbeit weiterging.

Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter im Gruppenbild


Vier zentrale Handlungsfelder

Vier tragende Säulen sind unter dem Dach des FACE zusammengeführt- die vier zentralen Handlungsfelder: Lehre, Praxis und Weiterbildung, Bildungsforschung sowie lernende Institution.

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Ein eigens zusammengestelltes Team aus Expertinnen und Experten der Pädagogischen Hochschule und der Universität erarbeitet alle erforderlichen Strukturen und Maßnahmen, um die Kooperation in der Lehrerbildung weiter zu stärken. Unterstützt wird das Team durch zwei Förderprogramme – durch die Qualitätsoffensive Lehrerbildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und das Förderprogramm Lehrerbildung in Baden-Württemberg des Landes.

Das FACE bietet mit dieser Website ein Onlineportal für das Lehramt und wird zukünftig auch einen Onlinecampus etablieren. Die Studierenden erhalten dadurch einen Raum für ihr Selbstverständnis als Lehramtsanwärterinnen und -anwärter. Für sie und alle anderen Akteure der Lehrerbildung ist die Website eine Plattform mit allen wichtigen Informationen, Neuerungen und Austauschmöglichkeiten.

Derzeit befindet sich diese Website im Aufbau. Es wird kontinuierlich an Fortschritten und Ergänzungen gearbeitet. Mit einer E-Mail an info@face-freiburg.de können Sie das Projektteam kontaktieren.