Fachtagung „Inklusiver Unterricht – Unterricht inklusive?“

Am Freitag, den 6. Oktober 2017, fand von 9 bis 17 Uhr die Fachtagung „Inklusiver Unterricht – Unterricht inklusive?“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg statt. Die Veranstaltung richtete sich an Fachberater*innen Unterrichtsentwicklung und Praxisbegleiter*innen Inklusion der Schulämter im Regierungspräsidium Freiburg sowie an weitere interessierte Lehrkräfte.

Die Fachtagung ist der inhaltliche Auftakt eines neuen Schuljahreszyklus, während dessen sich die Fachberater*innen Unterricht der Schulämter im Regierungspräsidium Freiburg in fächerbezogenen Qualitätszirkeln mit Expert*innen der Pädagogischen Hochschule bedarfsgerecht fachdidaktisch weiterqualifizieren. Das übergeordnete Thema für das Schuljahr 2017/18 ist „Inklusion“.

Im einführenden Plenarvortrag: „Inklusion als Herausforderung für die Professionalisierung von Lehrkräften“ ging Saskia Opalinski (Pädagogische Hochschule Freiburg) nach einer Annäherung an den vielschichtigen Begriff der Inklusion den Fragen nach, wie die Professionalisierung von Lehrkräften im Kontext von Inklusion skizziert werden kann und was dies für die inklusionsorientierte Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften bedeutet.

Hier können Sie die Videoaufzeichnung des Vortrags sehen.

Im Anschluss daran vertieften Silke Donnermeyer vom Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg – Gymnasien und Manfred Burghardt vom Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg – Sonderpädagogik das Thema im Vortrag „Umsetzung von Inklusion und die Entstehung eines Konzepts für den Einsatz an Schulen“. Unter der These: „Inklusion kann nur in Kooperation gelingen“ zeigten die Referent*innen auf, wie Lehrkräfte von Allgemein- und Sonderpädagogik „zusammenkommen“ können. Barrieren auf dem Weg zu einer schülerorientierten Zusammenarbeit waren ebenso Thema des Vortrags wie das Aufzeigen von Gelingensaspekten.

Am Nachmittag erwartete die Teilnehmer*innen die Einführung in das mit viel Esprit vorgestellte, für diese Runde neue Format des „BarCamps“. Dejan Mihajlovic, routiniert in Sachen BarCamp, moderierte die Zusammenstellung und Einteilung zu den verschiedenen BarCamp-Sessions. Nach einer Runde, in der sich alle rund 80 Teilnehmer*innen mit jeweils 3 Worten vorgestellt hatten, skizzierten Expert*innen der PH in wenigen pointierten Worten, welches fächerbezogene, inklusionsorientierte Thema sie in einer Session mit interessierten Teilnehmer*innen bearbeiten möchten. „Dabei gilt bei BarCamps die Abstimmung mit Füßen“ betonte Moderator Mihajlovic, wem eine Session nicht zusage, der gehe einfach mittendrin in eine andere. Das Besondere an BarCamps ist, – angelehnt an die wertvollen „Randgespräche“, die bei Tagungen meist entstehen – dass auch ganz spontan Sessions aus der Runde angeboten werden können, je nachdem, welche Impulse des Tages aufgegriffen und weiterbearbeitet werden wollen. So entstand auch eine weitere Session als Gesprächsrunde, angeregt und geführt von einer Teilnehmerin, zum Thema „Inklusion / Anschlussorientierung als Querschnittsthema in der Lehrerfortbildung“.

Die Teilnehmer*innen verteilten sich je nach Interesse auf die Sessions „Mehrsprachigkeit & Inklusion: Aus spracherwerbstheoretischer Sicht“, „Inklusiver Mathematikunterricht – Möglichkeiten und Grenzen“, „Inklusives Arbeiten im Religionsunterricht: Methodische Settings – inhaltliche Herausforderungen“, „Klassenmusizieren mit allen, von Atmosphäre bis Virtuosität“, „Aufgaben mit diagnostischem Potenzial in inklusiven Settings im Fach Biologie einsetzen“, „Lernen am Gemeinsamen Gegenstand: Möglichkeiten der Planung und Umsetzung inklusiven Unterrichts“ sowie „Integration von Inklusion in allgemeinen Fortbildungen“.

In intensiven Sessions mit Wechsel in eine zweite Runde wurden in der Folge konkrete Anregungen für inklusives Unterrichten geteilt. Im gemeinsamen abschließenden Plenum trugen die Teilnehmer*innen die für sie zentralen Aspekte des Tages zusammen. Viele Fragen zum Thema Inklusion, welche die Lehrkräfte in der Praxis umtreiben, konnten an diesem Fachtag beleuchtet und diskutiert werden. Außerdem im Gepäck: praktische Impulse für das inklusive Unterrichtshandeln „am Tag danach“.

 

Beate Epting