„Community of Practice der Lehrerbildung“ im Dialog

Das Praxiskolleg des FACE lud am 7. Juni 2016 zur zweiten Vernetzungsveranstaltung die Akteurinnen und Akteuren der Lehrerbildung im Raum Freiburg ins Rektorat der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ein. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen und Hochschulen, den Staatlichen Seminaren für Lehrerbildung und des Regierungspräsidiums kamen zusammen, um den Grundstein für ein gemeinsames Leitbild für die Lehrerbildung in der Region Freiburg zu legen.

Einführend gab Dr. Patrick Blumschein (Leiter des Zentrums für Lehrerfortbildung (ZELF) der Pädagogischen Hochschule Freiburg) einen Überblick über die bisherigen Aktivitäten: Beim 1. Auftakttreffen im Jahr 2015 beleuchteten die Akteurinnen und Akteure „Visionen – Potenziale – Hürden“ in der Lehrerbildung und formulierten Ziele für die Kooperation in den Praxisphasen und in der Weiterbildung. So sollen durch Absprachen, Hospitationen und Reflexionen an den Schnittstellen die Vernetzung untereinander und das gegenseitige Wissen gefördert werden. Lehrkräfte sollen durch strukturierte Qualifizierungsangebote darin unterstützt werden, ihr fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen aktuell zu halten. Die beiden Koordinatorinnen des Praxiskollegs, Ulrike Dreher und Martina von Gehlen, gaben anschließend einen Überblick über das Konzept des Praxiskollegs und erläuterten den Begriff der Community of Practice in der Lehrerbildung. Der Definition von Hentschel nach ist eine CoP „(…) eine Gemeinschaft von Personen, die inhaltlich durch ein gemeinsames Interesse, eine gemeinsame Tätigkeit oder ein gemeinsames Bestreben sowie durch soziale Beziehungen und gemeinsame Werte miteinander verbunden sind. Im Zentrum stehen der Austausch von Ideen, Einsichten und Erkenntnissen, das gemeinsame Lernen sowie die gegenseitige Hilfe und Unterstützung“ (Hentschel 2001).

CoP im Dialog

Ulrike Dreher (Praxiskolleg) bei der Präsentation der Konzepte

Bei der Vernetzungsveranstaltung wurden nochmals die Ziele des Praxiskollegs konkretisiert: Zum einen soll eine Intensivierung der Theorie-Praxis-Vernetzung in der Lehre und in den schulpraktischen Studien ermöglicht werden. Darüber hinaus sollen der Dialog mit allen Akteurinnen und Akteure durch Workshops und Austauschtagungen gestärkt und Lehrkräfte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch Qualifizierungsangebote in Qualitätszirkeln und Fachtagungen unterstützt werden. In einem Netzwerk von Hochschulpartnerschulen erfolgt modellhaft eine enge Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen zu den Bereichen Praktikumsbetreuung, Forschung, Fort- und Weiterbildung sowie Mentoring. Martina von Gehlen erläuterte daran anschließend die Entwicklungsstufen und Erfolgsfaktoren einer Community of Practice (CoP), da dieses Konzept als Basis der Vernetzungsaktivitäten dient.

180-Sekunden-Netzwerken

Der Netzwerkgedanke wurde an diesem Tag aktiv und spielerisch gelebt: Beim 180-Sekunden-Netzwerken konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung in kurzen Sequenzen zu Leitfragen der Lehrerbildung austauschen und dabei neue Kontakte knüpfen.

Teilnehmende beim 180-Sekunden-Netzwerken

Teilnehmende beim 180-Sekunden-Netzwerken

Im weiteren Verlauf erarbeiteten sie dialogisch in vier Kleingruppen Kriterien für ein gemeinsames Leitbild für die Lehrerbildung in der Region Freiburg anhand von Impulsfragen zur Theorie-Praxis-Vernetzung, zum Lernbegriff, zu Merkmalen einer guten Lehrkraft und zur optimalen Gestaltung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und finden nun Eingang in einen ersten Leitbildentwurf, der beim nächsten Treffen im Herbst 2016 im Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) diskutiert werden soll.

 

 

Arbeit in Kleingruppen der Community of Practice

Arbeit in Kleingruppen der Community of Practice

 

Ein zweiter Schwerpunkt der Veranstaltung lag in der Vorstellung eines konzeptuellen Entwurfs der Maßnahme M5 für die Fort und Weiterbildung von Lehrkräften. Die beiden Koordinatorinnen für die Weiterbildung, Saskia Opalinski (Zentrum für Lehrerfortbildung (ZELF) der Pädagogischen Hochschule Freiburg) und Waltraud Ziegler (Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW) der Universität Freiburg), stellten erste geplante Veranstaltungen vor, die der Beginn eines modularisierbaren Systems von Weiterbildungen sein sollen. Mit den anwesenden Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener Institutionen konnten aktuelle Themen und Bedarfe benannt werden, die für die weitere Planung eine wichtige Ausrichtung darstellen.

Insgesamt unterstützte die Veranstaltung den Dialog der Akteurinnen und Akteure an den Schnittstellen ihrer Aktivitäten. Angestoßen werden konnten auch bilaterale Vernetzungstreffen, um individuellen Fragestellungen nachzugehen. Zur Förderung der Community of Practice der Lehrerbildung in Freiburg werden vom Praxiskolleg im nächsten Schuljahr weitere Formate, wie z.B. eine Ringvorlesung, angeboten, die einen Austausch der Akteurinnen und Akteuren der Lehrerbildung mit Expertinnen und Experten aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften ermöglichen sollen.

Henschel, A. (2001): Communities of Practice: Plattform für individuelles und kollektives Lernen sowie den Wissenstransfer. Bamberg: Difo Druck GmbH (Dissertation der Universität St. Gallen).


Ansprechpartnerinnen Praxiskolleg:



      Ansprechpartnerinnen Fort- und Weiterbildung:



           

          Gefördert vom BMBF

          Das Projekt „Freiburger Lehramtskooperation in Forschung und Lehre [FL]2 – Kohärenz und Professionsorientierung“ wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.