"Gute Ausbildung für gute Lehrerinnen und Lehrer" – Dass die Arbeit des FACE-Kooperationsnetzwerkes und dessen Ideen gut und notwendig sind, beweisen, neben der Förderung durch das BMBF in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, auch die beiden erfolgreichen Förderanträge beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg (MWK) im Förderprogramm "Lehrerbildung in Baden-Württemberg".
Gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Hintergrund: Förderprogramm des Landes

Das Land möchte mit dem Förderprogramm „Lehrerbildung in Baden-Württemberg“ die Lehrer*innenbildung reformieren und die Entstehung starker Orte der Lehrer*innenbildung fördern. Auf diese Weise sollen zukünftige Lehrer*innen noch besser auf ihre spätere anspruchsvolle Tätigkeit mit all ihren Herausforderungen vorbereitet werden. An den starken Orten wird die Lehrer*innenbildung derart weiterentwickelt, dass fachdidaktische Kompetenzen und fachliche Kenntnisse in optimaler Ergänzung gelehrt werden.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Lehrerbildung in Baden-Württemberg“ finden Sie auf der Website des MWK.

Die Freiburger Projekte in den zwei Förderlinien

Das Förderprogramm „Lehrerbildung in Baden-Württemberg“ umfasst zwei Förderlinien. In der ersten Förderlinie „Innovative Strukturen in der Lehrerbildung stärken“ konnten die kooperierenden Hochschulen erfolgreich Fördermittel in Höhe von 1,72 Millionen Euro einwerben. Die zweite Förderlinie trägt den Titel „Leuchttürme der Lehrerbildung ausbauen“. Auch hier war ein Freiburger Verbundantrag erfolgreich und es stehen nun rund 2 Millionen Euro zur Verfügung.

In acht Weiterentwicklungsmaßnahmen wollen die Kooperationspartner die Lehrer*innenbildung am Standort Freiburg weiterentwickeln:

  • WEM1: Förderung der Übertragbarkeit und Nachhaltigkeit von Konzepten zur Kohärenz in der Lehre im Master Lehramt
  • WEM2: Schwerpunkt Inklusion – Curricula zur Verbindung von Bildungswissenschaft und Fachdidaktik
  • WEM3: Dokumentation und Analyse der Lehr- und Strukturentwicklung für eine professionsorientierte Lehrerbildung
  • WEM4: Förderung der Forschungsorientierung im Lehramt
  • WEM5: Weiterentwicklung des FACE und strukturelle Verankerung der Lehrkooperationen
  • WEM6: Entwicklung von Auswahlverfahren für den Master of Education
  • WEM7: Konzeptentwicklung E-Learning in den Erziehungswissenschaften
  • WEM8: Entwicklung didaktischer Konzepte für den Bereich Fremdsprachen

In Kooperation mit der Hochschule für Musik Freiburg

Logo Hochschule für Musik Freiburg

In der Förderlinie 2 ermöglicht ein erfolgreicher Verbundantrag von Pädagogischer Hochschule, Hochschule für Musik und Universität Freiburg eine kooperative Musiklehrer*innenbildung am Standort. Die drei Hochschulen werden künftig gemeinsam der Ausbildung aller Freiburger Musiklehrer*innen ein neues, professionsorientiertes Profil geben. Darüber hinaus wird auch mit dem Institut für Musikermedizin des Universitätsklinikums Freiburg zusammengearbeitet. Ein gemeinsames Arbeiten um ein großes Ziel zu erreichen, schafft neue Möglichkeiten und kann verborgene Kräfte wecken. Die Pädagogische Hochschule, die Hochschule für Musik und die Universität Freiburg haben aus diesem Grund beschlossen, ihre Stärken zu bündeln.

Angehende Lehramtsstudierende im Fachbereich Musik profitieren bereits in der Phase vor ihrem Studium von dem Projekt: So wird eine Beratung etabliert, die allen Interessierten einen Überblick über die unterschiedlichen Studienmöglichkeiten in Musik an der Pädagogischen Hochschule und an der Musikhochschule gibt. Darüber hinaus werden gemeinsame Aufnahmeprüfungsverfahren entwickelt werden, um eine optimale Passung von Hochschule und Bewerber*in zu erreichen. Zudem werden die Studierenden besser auf aktuelle Anforderungen des Musiklehrer*innenberufs vorbereitet – insbesondere hinsichtlich Themen wie Interkulturalität, Heterogenität und Inklusion.

Mit großen Schritten geht es in fünf Teilprojekten an die Schaffung des neuen Profils. Durch die Projekte werden innovative Formen der Eignungsfeststellung, bessere Beratungsangebote, mehr Praxisbezug in Lehre und Forschung sowie eine stärkere Vernetzung mit dem Berufsfeld für die zukünftigen Musiklehrer*innen realisiert.

  • Teilprojekt 1: Strukturen stärken und institutionelle Brücken bauen
    Im ersten Teilprojekt geht es um die Entwicklung und den Ausbau der institutionellen Kooperation zwischen den drei Hochschulen. Um die gemeinsamen Strukturen zu stärken, wird es eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Lehrentwicklung geben.
  • Teilprojekt 2: Musizieren, Improvisieren und Musik erfinden im Musikunterricht
    Das zweite Teilprojekt befasst sich mit der Entwicklung innovativer Unterrichtskonzepte zum Musizieren, Improvisieren und Musik erfinden in den Stilfeldern Pop, Jazz, Klassik und Neue Musik. Für die Ausarbeitung hochwertiger Konzepte werden musikdidaktische Forschungs- und Entwicklungsprogramme verwendet.
  • Teilprojekt 3: Inklusion im Musikunterricht
    Der Umgang mit heterogenen Gruppen und das Einbinden von Menschen in eine bestehende Gesellschaft sind aktuelle Themen, die auch im Fachbereich Musik stärker in den Fokus rücken sollen. Das Fachpersonal an der Pädagogischen Hochschule wird aus diesem Grunde zum Thema „Inklusion und Heterogenität“ durch zusätzliches Personal in Forschung und Lehre zu Fragen der Umsetzung im Fach Musik ergänzt.
  • Teilprojekt 4: Interkulturalität im Musikunterricht
    Es werden musikdidaktische Konzepte entwickelt, die das Thema der Interkulturalität, Migration und wechselseitigen Lernerfahrungen in der Tiefe bearbeiten. In diesem Zusammenhang werden auch bereits entstandene Projekte und vorhandene kreative Ideen zur Integration von Flüchtlingen aufgegriffen.
  • Teilprojekt 5: Umgang mit der Stimme im Musikunterricht
    Die Stimme einer Lehrerin oder eines Lehrers ist eines der wichtigsten Werkzeuge. Das fünfte Teilprojekt befasst sich daher mit der Stimmbildung unter dem Aspekt einer gesunden (Stimm- und Sprach-) Entwicklung in der Schule.