Inklusion als Querschnittsthema

Eine weitere Aktivität des FACE in der Lehre besteht in der Etablierung der Thematik Inklusion und Heterogenität als Querschnittsthema. Das FACE folgt damit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20. Oktober 2011, nach welchem der Bereich in Lehre und Forschung zusätzlich zu etablieren ist. Dieser Bereich ist von großer Relevanz um Lehrer*innen bestmöglich auf alle Herausforderungen ihres Berufsalltags vorzubereiten.

Zur Unterstützung der Etablierung von Inklusion und Heterogenität in die Ausbildung von Lehrer*innen wurden im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ zwei Juniorprofessuren eingerichtet. Sie befassen sich je mit einem Schwerpunktthema und zusätzlich in der Lehre mit der gesamten Breite der Thematik Inklusion. Beide Juniorprofessuren setzen sowohl für die Lehrentwicklung als auch für die Lehrerweiterbildung wichtige Impulse.


Lehre

Im Bereich Lehre richten die Mitarbeitenden der FACE-Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“ jedes Semester Lehrveranstaltungen für Studierende des Lehramts aus, die in den Studienanteilen in den Bildungswissenschaften und Fachdidaktiken verankert sind. In den bildungswissenschaftlichen Veranstaltungen werden dabei aus erziehungswissenschaftlicher und soziologischer Perspektive z.B. theoretische Grundlagen von Inklusion und Heterogenität, der Stand der Umsetzung der rechtlichen Grundlegung durch die UN-Behindertenrechtskonvention, empirische Forschungsbefunde sowie Aspekte inklusiver Schulentwicklung thematisiert. Im Bereich der fachdidaktischen Lehrveranstaltungen mit Bezug zu Inklusion werden z.B. Aspekte des fachbezogenen Lehrens und Lernens, (multiprofessionelle) Kooperation, Heterogenitätssensibilität, konkrete Handlungsfelder im Fachunterricht sowie Bausteine einer inklusiven Didaktik fokussiert.

Ab dem Wintersemester 2018/2019 ist für Studierende aller Lehramtstypen (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II) und Fächer ein eigenständiges Modul „Inklusion und Heterogenität“ mit sechs ECTS-Punkten im Masterstudiengang verpflichtend. Dies umfasst neben einer Vorlesung auch ein begleitendes Kolloquium.

Hier finden Sie eine Übersicht aktueller Lehrveranstaltungen zum Themenbereich „Inklusion und Heterogenität“.

Die Lehrveranstaltungen werden z.T. in kooperativen Lehrtandems im Rahmen des Projekts „Tandem-Teaching · IntegraL-TT“ durchgeführt, um durch interdisziplinäre und praxisintegrierende Lehrveranstaltungen zur Kohärenz im Studium beizutragen.

Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung (FRISBI)

Durch die UN-Behindertenrechtskonvention wurde nochmals bestärkt, dass Inklusion an Schulen umgesetzt werden muss. Bei der Umsetzung stoßen Schulen auf viele Herausforderungen. Die FACE-Maßnahme 3 „Inklusion und Heterogenität“ hat daher das Konzept „Freiburger Inklusive Schulbegleitforschung“ (FRISBI) entwickelt. Dieses Lehr-Forschungsprojekt hat das Ziel, Schulen bei ihren Entwicklungen wissenschaftlich zu begleiten. FRISBI initiiert einen gemeinsamen Dialog zwischen Schule und Hochschule und setzt dabei an den Bedarfen und Fragen der Schulen im Bereich Inklusion an. Unsere Studierenden bearbeiten dann in ihren Abschlussarbeiten forschungsbasiert konkrete Fragestellungen inklusiver Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Ergebnisse dieser Arbeiten diskutieren wir anschließend gemeinsam mit den Schulen. FRISBI ist also eine innovative Verknüpfung von Forschendem Lernen und inklusionsorientierter Schulentwicklung. FRISBI wird in Kooperation mit dem FACE-Praxiskolleg (Maßnahme M2) durchgeführt. Die Evaluation der Pilotphase von FRISBI zeigte, dass das Konzept sehr positiv aufgenommen wurde. Daher wird FRISBI nachhaltig in die Lehrerbildung im Bereich Inklusion an der Pädagogischen Hochschule Freiburg integriert. Hierfür wird derzeit ein begleitendes Kolloquium entwickelt.

Forschung

In der interdisziplinären Forschungsgruppe Inklusion (FINK) wird der Themenbereich Inklusion und Heterogenität durch eine Vielzahl forschungsbasierter und drittmittelgeförderter Projekte empirisch bearbeitet. Das breite Themenspektrum unserer Forschung trägt dazu bei, Inklusion als Querschnittsthematik in unterschiedlichen disziplinären Teilbereichen zu adressieren und aus den gewonnenen empirischen Erkenntnissen Impulse für eine inklusionsorientierte Lehrerbildung anzustoßen.

Laufende Forschungsprojekte:

Veranstaltungen: Inklusion & Heterogenität

Blog: Inklusion & Heterogenität

Interdisziplinäres Kooperationstreffen „Inklusion und DaZ – Querschnittsaufgaben in der Lehrer*innenbildung“

Am 24. Juli 2019 fand ein interdisziplinäres Kooperationstreffen der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zum Thema „Inklusion und DaZ – Querschnittsaufgaben in der Lehrer*innenbildung“ statt. Inspiriert von zwei Kurzimpulsen zu Kasuistik und zum SIOP-Modell tauschten sich die Teilnehmenden über fachbezogene und fachübergreifende Fragestellungen bezogen auf Inklusion und DaZ auf hochschuldidaktischer Ebene aus und vernetzten sich zur weiteren Zusammenarbeit.

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World-Café und Workshop zur inklusiven Hochschul­entwicklung mit Ines Boban und Prof. Dr. Andreas Hinz

Am 6. Mai 2019 fand an der Pädagogischen Hochschule Freiburg ein World-Café und Workshop zur inklusiven Hochschulentwicklung statt. Die Veranstaltung wurde mitorganisiert durch das Teilprojekt L4 “Inklusion und Heterogenität” im Projekt der School of Education FACE in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ in Kooperation mit der „WiRKSTATT inklusive hochschulentwicklung“ sowie der Pädagogischen Werkstatt und der Stabsstelle Gleichstellung der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

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Forschungsgruppe Inklusion präsentiert sich auf der AERA 2019

Auch in diesem Jahr präsentierte die Forschungsgruppe Inklusion (FINK) erneut aktuelle Forschungsergebnisse auf dem Jahreskongress der American Educational Research Association (AERA), der vom 05. bis 09. April 2019 in Toronto/Kanada stattfand und unter dem Motto „Leveraging Education in a ‚Post-Truth‘ Era: Multimodal Narratives to Democratize Evidence” stand.

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