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SUMMARY:Ringvorlesung: „Lehr- und Lernperspektiven“ - Impulse aus der Forschung für Schule und Unterricht
DESCRIPTION:Aus Fehlern (nicht) lernen – Über die Funktion des Falschen und die Fehlerkultur in der Schule\nProf. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz Oser (em.)\nUniversität Fribourg (CH)\,\nDep. Erziehungswissenschaft\n \n  \nForschungen zum Umgang mit Fehlern zeigen\, dass nur unter bestimmten Bedingungen davon gesprochen werden kann\, dass Menschen aus Fehlern lernen. So spielen insbesondere die Funktionen des sogenannten Negativen Wissens eine entscheidende Rolle. Eine solche Funktion ist etwa „Sicherheit im Gebrauch des Richtigen“: Wenn man weiß wie etwas nicht funktioniert\, ist man sicherer und weiß besser\, wie es funktioniert. Negatives Wissen besteht aus Vorstellungen darüber\, was nicht ist oder sein darf\, nicht funktioniert\, welche Strategien nicht zum Ziel führen oder welche Konzepte falsch sind. \nIn diesem Zusammenhang wird von Fehlerkulturen in der Schule gesprochen. Bei Fehlern\, die konstitutiv für das Lernen sind\, profitiert man davon\, diese zu machen oder gemacht zu haben. Fehlerkultur allein genügt jedoch nicht\, denn im Umgang mit Fehlern gibt es zwei ambivalente Ansprüche: Fehler entweder nicht mehr zu machen und/oder sinnvoll aus ihnen zu lernen. Besonders von Lehrkräften wird einerseits Fehleroffenheit und ein neues Verständnis dafür\, dass Schülerinnen und Schüler Fehler machen würden\, gefordert. Auf der anderen Seite aber geht es in Betrieben oft darum diese zu vermeiden. Forschungsergebnisse zeigen unter welchen psychischen und situativen Bedingungen beides erfüllt werden kann. Wir lernen nicht bloß aus dem\, was funktioniert; wir lernen aus dem Scheitern und wir lernen aus Fehlern anderer. Eine besondere Frage allerdings ist: Können wir auch aus moralischen Fehlern lernen? Neben Praxisbeispielen wird der wissenschaftliche Forschungsstand zur Fehlerkultur aufgezeigt. \n\nProf. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz Oser\, em. Professor für Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der Universität Fribourg. Arbeitsschwerpunkte: Large- Scale Studien zur politischen Bildung (CivEd und ICCS)\, und zur Qualität des Lehrerberufs (TEDs-M)\, Ethos der Lehrkraft\, Negatives Wissen und Lernen aus Fehlern\, Scheitern und Recovery bei jungen Unternehmerinnen und Unternehmer. \n\nWeitere Informationen zur Ringvorlesung „Lehr- und Lernperspektiven“ finden Sie hier. \nEinen Rückblick zu dieser Veranstaltung finden Sie in unserem Blog-Beitrag.
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