Vom 1. bis 3. Juli 2026 wurde die Europa-Universität Flensburg zum Treffpunkt für Akteur*innen der Lehrkräftebildung aus ganz Deutschland: Der 18. Bundeskongress der Zentren für Lehrkräftebildung und Professional Schools of Education (BuKo) brachte Vertreter*innen aus Hochschulen und Bildungsinstitutionen zusammen, um über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven von Lehrkräftebildung zu diskutieren. Unter dem Titel „System unter Spannung – Lehrkräftebildung zwischen Mangel, Reform und Innovation“ standen dabei zentrale Fragen im Mittelpunkt, die das Bildungssystem aktuell bewegen.

Zwischen Personalmangel und Qualität
Ein roter Faden des Kongresses war der zunehmende Lehrkräftemangel und die Frage, wie sich trotz angespannter Personalsituation eine qualitativ hochwertige Lehrkräftebildung sichern lässt. Bereits die Keynote von Prof. Dr. Dirk Richter (Universität Potsdam) widmete sich dem Spannungsfeld zwischen Personalgewinnung und Qualitätssicherung beim Quer- und Seiteneinstieg. Am zweiten Kongresstag wurden darüber hinaus u. a. diskutiert, welchen Mehrwert Querschnittsthemen in der Lehrkräftebildung spielen können und wie mit der Herausforderung umgegangen werden kann, dass mehr und mehr Studierende sich bereits sehr früh im Studium als Vertretungslehrkräfte engagieren und ihr Studium nicht mehr prioritär verfolgen.
Darüber hinaus ging es auch um strukturelle Herausforderungen, die die Lehrkräftebildung derzeit prägen: Digitalisierung, Inklusion und Bildung für nachhaltige Entwicklung waren ebenso Thema wie neue Formen der Kooperation und innovative Ansätze in Studium und Ausbildung zu finden. Ziel war dabei bestehende Herausforderungen zu benennen und gemeinsam nach Lösungen und zukunftsfähigen Strategien im Rahmen einer sehr heterogenen Bildungslandschaft in Deutschland zu diskutieren. Prof. Dr. Falk Radisch (Universität Rostock) wies in seinem Impuls vor allem auf die bedeutende Rolle der Schools of Education und Zentren für Lehrkräftebildung als innovative Motoren für die Bewältigung der Herausforderungen auf die Mangelkrise im Bildungssystem und appellierte an die Teilnehmenden, sich ihrer Stärke bewusst zu sein.
Austausch und Vernetzung als Stärke
Neben Keynotes und Vorträgen bot der BuKo viel Raum für Austausch via Workshops und Netzwerkstätten. Letztere zielten ausdrücklich darauf, bestehende Kooperationen weiterzuentwickeln, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Vorhaben anzustoßen. Dieser Mix machte den Kongress zu einer Plattform für fachlichen Austausch und Vernetzung über die Grenzen einzelner Hochschulen und Bundesländer hinweg.
Michael Wiedmann lud beispielsweise in Kooperation mit den Universitäten Tübingen und Regensburg zur gemeinsamen Arbeit an einem Qualifizierungskonzept im Bereich Wissenschaftskommunikation von Bildungsforschung ein und präsentierte in einer Netzwerkstatt das Transfernetzwerk Bildung, in welcher anschließend Ideen für Aktivitäten des Netzwerks im kommenden Jahr erarbeitet wurden.
Großartige Arbeitsatmosphäre und norddeutscher Charme
Auch das gesellige Miteinander kam in Flensburg nicht zu kurz. Nach dem Auftakt mit einem Get-together am ersten Kongresstag, bot insbesondere der Gesellschaftsabend an der Flensburger Förde am Donnerstagabend Gelegenheit, Gespräche in entspannter Atmosphäre fortzusetzen und neue Kontakte zu vertiefen. So verband der BuKo 2026 in Flensburg intensive fachliche Diskussionen mit einer angenehmen norddeutschen Atmosphäre.
Das Freiburger Team dankt herzlich für die Gastfreundlichkeit und großartige Arbeitsatmosphäre und freut sich schon sehr auf eine Fortführung des BuKo im Jahr 2028.
