Ende März fand die Tagung „Kommunikation im Lehramt“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg statt. Sprecherzieher*innen, Lehrer*innen, Referendar*innen und Studierende aus Freiburg und vielen anderen Städten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tauschten sich interdisziplinär über Konzepte zur Stärkung der Mündlichkeit im Lehramt aus. An der eineinhalbtägigen Workshop-Tagung nahmen rund 50 Interessierte teil.
Das Programm mit den Schwerpunkten Gespräch, Inklusion und Sprechbildung begann mit Begrüßungen von Prof. Dr. Anne Steiner (PH Pädagogische Hochschule Freiburg) und Andrea Brunner (bvs – Bundesverband Sprechen e.V.). Die erste Keynote hielt Ass.-Prof. Dr. Donata Romizi (Universität Wien), die aus philosophischer Perspektive das argumentative Gespräch im Schulkontext beleuchtete, das sich in einem Spannungsfeld zwischen Erkenntnisgewinn und emotional herausforderndem Streit befindet.
In drei parallelen Workshops wurde das Thema Gespräch in der Schule im Anschluss weiter vertieft:
- Prof. Dr. Judith Kreuz (Pädagogische Hochschule Zug) stellte vor, wie mit Rückgriff auf Gesprächstranskripte Unterrichtsgespräche sprachförderlicher und diskursorientierter gestaltet werden können.
- Dejan Mihajlović sensibilisierte für diskriminierungssensible Kommunikationskultur und den Umgang mit einseitigen Perspektiven in Lehrmaterialien.
- Dr. Susan Burkhardt (HfH Zürich) machte den Teilnehmenden in ihrem Workshop die Relevanz von Wahrnehmung und Benennung von Gefühlen in Gesprächen im Schulalltag bewusst und leitete sie dazu an, den eigenen Umgang mit Emotionen zu reflektieren.
Der Tagesabschluss widmete sich inklusiven Lernarchitekturen. Dr. Laura Lewald-Romahn (Universität Münster) präsentierte in ihrem Workshop ihr Konzept von Lernarchitekturen, die aufgrund von wie Abenteuerspiele gestalteten Szenarien motivierenden, individuellen und inklusiven Unterricht ermöglichen und lud die Teilnehmen dazu ein, Lerndörfer für ihren eigenen Unterricht zu entwickeln.
Ein gemeinsames Abendessen in der Innenstadt bot schließlich noch Raum für informellen Austausch.
Der zweite Tag startete mit Aufwärmübungen für Körper und Stimme on Maika Brüning und Franziska Trischler (beide Pädagogische Hochschule Freiburg). Dr. Nico Hutter und Anna-Lena Schuppe (beide Freiburger Institut für Musikermedizin FIM) präsentierten Studien zur mentalen und stimmlichen Gesundheit von Referendar*innen und stellten ihr Interventionskonzept für diese Zielgruppe vor.
In drei parallelen Workshops wurden daraufhin Prinzipien zur Vermittlung von Stimm- und Sprechbildung vertieft:
- Dr. Nico Hutter und Anna-Lena Schuppe (beide FIM) führten mit ihren Teilnehmenden Übungen aus dem LEHGU-Projekt durch und reflektierten diese im Anschluss ausführlich in Bezug auf Relevanz und Umsetzbarkeit gerade für Referendar*innen.
- Pascal Jessen führte die Teilnehmenden durch kreative Übungen in Unterricht nach Veto-Prinzip ein, die spielerisch herausfordernde Sprechsituationen nutzbar machten und neue Impulse für die Vermittlung sprecherzieherischer Inhalte gaben.
- Kerstin Hillegeist (Pädagogische Hochschule Weingarten) entwickelte mit den Teilnehmenden ein Sprech-Rhythmical als didaktisches Mittel, das Ausdruckskraft und Präsenz fördert und als lebendiger Abschluss der Tagung aufgeführt wurde.
Die Tagung “Kommunikation im Lehramt” bündelte Beispiele und Impulse aus der und für die Praxis und konnte einen wertvollen Beitrag zur interdisziplinären Vernetzung aller leisten, denen die Kommunikationskompetenzen (angehender) Lehrkräfte am Herzen liegen. Die Evaluationen zur Tagung in Freiburg zeigten eine durchgehende Zufriedenheit der Teilnehmer*innen auf organisatorischer und inhaltlicher Ebene und den Wunsch, dass es unbedingt weitergehen sollte mit Austausch, Vernetzung und Impulsen rund um “Kommunikation im Lehramt”.
Die Tagung wurde von Maika Brüning und Franziska Trischler (Sprecherzieherinnen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg) organisiert mit der Unterstützung der School of Education FACE und dem Berufsverband Sprechen e.V. (BSV).
