Tagung „Das WIE im Blick: Kernpraktiken von Aus- und Fortbildenden fokussieren“

Die zweite Tagung der Reihe „Das WIE im Blick“ nahm Kernpraktiken von Aus- und Fortbildenden in den Fokus

Die Prinzipien von Lipowsky & Rzejak (2021) für die Gestaltung guter Fortbildungen finden in Baden-Württemberg bereits breite Anwendung. Ein gemeinsames Verständnis der Tätigkeiten, mit denen diese Prinzipien realisiert werden können, stand bisher noch nicht im Fokus. Die Tagung am 12. und 13. März 2026 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg stellte daher die Frage: was sind häufige Tätigkeiten von Multiplikator*innen während einer Professionalisierungsmaßnahme, die zum Lernen der Lehrkräfte beitragen? Mit dieser Perspektive auf Professionalisierung greifen wir das Konzept der Kernpraktiken auf (Fraefel, 2024; Grossmann et al., 2009), das häufige und lernwirksame Tätigkeiten von Lehrkräften im Unterricht beschreibt.

Andreas Gorgas und Prof. Dr. Franziska Birke eröffneten in der gut gefüllten Aula die Tagung
Andreas Gorgas und Prof. Dr. Franziska Birke eröffneten die Tagung
Daniela Rzejak hält die Keynote
Keynotespeakerin Daniela Rzejak stellte Merkmale wirksamer unterrichtsbezogener Lehrkräftefortbildungen vor

Die Kernpraktiken von Multiplikator/-innen wurden auf der Tagung auf zweierlei Weise betrachtet. In der Keynote stellte Daniela Rzejak (Universität Kassel) grundlegende Prinzipien wirksamer Lehrkräftefortbildung vor und leitete daraus Überlegungen zu professionellen Handlungskompetenzen von Fortbildenden ab. So findet etwa die Tätigkeit „Praktische Erprobungen und Umsetzungen anleiten“ Entsprechungen in mehreren als wirksam identifizierten Fortbildungsmerkmalen. Das Diskussionsforum am Ende der Tagung beleuchtete mit Perspektiven aus Wissenschaft, Fortbildungspraxis und Steuerung die Frage, welche Rolle das Konzept der Kernpraktiken für die weitere Qualifizierung von Fortbildenden spielen kann.

Einen konkreten Zugang zu zentralen Tätigkeiten boten mehrere praxisnahe Workshops, in denen die Teilnehmenden unterschiedliche Facetten professionellen Handelns vertieften. Die Themen reichten von der Planung von Fortbildungen mit Unterstützung von KI über die Gestaltung von Gruppendynamiken bis hin zum Umgang mit herausfordernden Situationen, der Arbeit mit Videoclubs, Fragen des Erwachsenenlernens, Kernpraktiken in der beruflichen Bildung sowie der Frage, wie wiederum Kernpraktiken von Lehrkräften in Fortbildungen trainiert werden können.

Zahlreiche Teilnehmende besuchen einen Workshop
Blick von hinten in die gut gefüllte Aula während der Eröffnung der Tagung

In der Evaluation zeigte sich, dass Thema und Inhalte von den Teilnehmenden als relevant für die eigene Tätigkeit wahrgenommen wurden. Fragen, die von den Teilnehmenden online in das Diskussionsforum eingebracht wurden – etwa „Wie vermeide ich über das Trainieren der Kernpraktiken nur an den Oberflächenstrukturen zu bleiben?“ – weisen darauf hin, dass in diesem Themenfeld Potenzial für die Zukunft besteht. Viele formulierten konkrete Vorhaben für ihre Praxis, etwa im Hinblick auf die bewusste Gestaltung von Kernpraktiken oder methodische Elemente. Als besonders gewinnbringend wurden neben der Keynote als Impulsgeber und den vielfältigen Austauschmöglichkeiten vor allem beteiligungsintensive, teilnehmerzentrierte Workshopphasen sowie die Möglichkeit zum Transfer in die eigene Praxis hervorgehoben – und dort auch kritisch angemerkt, wo dies zu kurz kam.

„Mit zwei Veranstaltungen sind wir schon bei einer Reihe“, sagte Prorektorin Prof. Dr. Franziska Birke, die die Tagung gemeinsam mit Andreas Gorgas, dem Leiter der Regionalstelle Freiburg des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung, eröffnete und schloss. Bei dieser Gelegenheit stellten die Kooperationspartner bereits eine dritte Tagung der Reihe „Das WIE im Blick“ in Aussicht. Wir freuen uns darauf, zentrale Fragen der Fortbildungspraxis auch künftig gemeinsam zu vertiefen.

(Alle Fotos: Christina Wiese | Pädagogische Hochschule Freiburg)