Infor­mationen für Studierende der Universität für das gymnasiale Lehr­amt zu Schul­praktika im Ausland, zu professions­bezogenen Studien­aufenthalten und zur Finanzierung

Übersicht

Angesichts einer globalisierten, vernetzten und mobilen Welt, deren kulturelle Vielfalt und mobilitätsbedingte Heterogenität auch immer stärker in den Schulen und im Unterricht ankommt, ist es nicht für zukünftige Lehrerinnen und -lehrer sinnvoll, einen Auslandsaufenthalt auch als Lerngelegenheit zu nutzen und neben den vielfältigen Erfahrungen, die man bei einem Auslandsaufenthalt sammelt, auch professionsbezogene Kompetenzen zu erwerben.

Im Lehramtsstudium bieten sich Ihnen diese Möglichkeiten über:

  • ein Schulpraktikum im Ausland und/oder
  • einen (professionsbezogenen) Studienaufenthalt im Ausland.

Schulpraktikum im Ausland

Ein Schulpraktikum im Ausland ist in den folgenden Grundvarianten möglich:

  1. Sie absolvieren das Praktikum an einer Deutschen Schule im Ausland.
  2. Sie sind als Praktikant*in oder Assistent*in an einer Schule im Ausland.

Falls bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann dieser Auslandsaufenthalt als Teil des Schulpraxissemesters anerkannt werden.

Tabelle Schulpraxissemester im Ausland

Praktikum an einer Deutschen Schule im Ausland

Für die Organisation eines Praktikumsaufenthalts an einer Deutschen Schule im Ausland gibt es kein vorgeschriebenes Vorgehen. Die Bewerbung für einen Praktikumsaufenthalt erfolgt auf Eigeninitiative. Fragen wie Zeitpunkt, Dauer und Gestaltung des Praktikums klären Sie mit der jeweiligen Schule.

Falls Sie den Praktikumsaufenthalt als Teil des verpflichtenden Schulpraxissemesters anrechnen lassen wollen, muss das Praktikum an einer vom Kultusministerium Baden-Württemberg genehmigten Deutschen Auslandschule stattfinden und die erforderlichen Vorgaben erfüllen.

Eine Übersicht über die Deutschen Schulen im Ausland finden Sie bei der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen beim Bundesverwaltungsamt mit Sitz in Bonn.

Als Praktikant*in oder Assistent*in an einer Schule im Ausland

Um schulpraktische Erfahrung im Ausland zu sammeln, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, von denen wir Ihnen eine Auswahl im Folgenden vorstellen.

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Infoveranstaltung „Auslandsaufenthalt im Lehramstsstudium“ werden weitere Programme sowie Erfahrungsberichte vorgestellt (siehe Veranstaltungskalender).

Beim Programm für Fremdsprachenassistenzkräfte (FSA) des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD)  können Studierende für mindestens sechs Monate bis maximal elf Monate an einer ausländischen Schule im (Fremdsprachen-)Unterricht mitwirken und so ihre Kenntnisse über Sprache und Kultur des Gastlandes vertiefen. Das Programm ermöglicht angehenden Lehrkräften eine intensive sprachliche und methodisch-didaktische Fortbildung.

Die Bewerbung ist ab Juli für das nächste Austauschjahr möglich.

Weitere Informationen

Allgemeine Informationen zum Programm wie Teilnahmevoraussetzungen, Aufgaben, Einsatzorte und Dauer, Höhe des Unterhaltszuschuss etc. finden Sie in der Informationsbroschüre „Als Fremdsprachenassistenzkraft im Ausland unterrichten“ und auf der FSA-Seite des PAD.

Der DAAD unterstützt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in dem umfassenden Gesamtprogramm „Lehramt.International“ Lehramtsstudierende bei ihren Auslandsaufenthalten und die Hochschulen bei der Internationalisierung der Lehramtsstudiengänge. Lehramtsstudierende erhalten im Programm „Auslandspraktika für Lehramtsstudierende“ Stipendien für ein- bis sechsmonatige Praktika an schulischen und Hochschuleinrichtungen im Ausland.

Lehramtsstudierende aller Fächerkombinationen und aller Schulformen erhalten ein Stipendium für selbstorganisierte Praktika an schulischen und Hochschuleinrichtungen im Ausland. Dafür stehen u.a. das PASCH-Netzwerk, Kooperations- und Partnerschulen der deutschen Hochschule im Ausland zur Verfügung. Bei dem Praktikum kann es sich sowohl um ein Pflichtpraktikum als auch um ein freiwilliges Praktikum handeln.
Unter schulische Einrichtungen fallen Einrichtungen im Elementar-, Primar-, Sekundar- und berufsbildenden Bereich. Praktika an privaten Sprachschulen und Sprachkursanbieter werden nicht gefördert. Praktika an Hochschuleinrichtungen, z.B. für den Unterricht DaF am Sprachenzentrum der ausländischen Hochschule, sind möglich.

Bewerben können sich Studierende schon ab dem 1. Semester. Die Bewerbung ist das ganze Jahr über möglich, spätestens vier Wochen vor Praktikumsbeginn.

Weitere Informationen
Informationen zum Programm sowie zur Bewerbung und den Bewerbungszeiträumen gibt es auf der Webseite des DAAD.

Das Goethe-Institut hat 2015 ein zentrales, stipendienbasiertes Programm zur Vermittlung von kurzzeitigen Schulpraktika für Lehramtsstudierende und junge Lehrkräfte an vom Goethe-Institut betreuten Schulen im Ausland mit dem Fokus auf Studierende der MINT-Fächer aufgelegt.

Das Ziel des Praktikums besteht darin, die Förderung der durch das Goethe-Institut betreuten Schulen im Ausland nachhaltiger zu gestalten und die Internationalisierung der deutschen Lehrerausbildung zu unterstützen. Gefördert wird SCHULWÄRTS! durch das Auswärtige Amt sowie die Praktikumsaufenthalte in China, Nordafrika und im Nahen Osten und in der Türkei durch die Stiftung Mercator.

Pro Kalenderjahr gibt es mehrere Bewerbungsrunden.

Weitere Informationen

Informationen zum Programm sowie zur Bewerbung und den Bewerbungszeiträumen gibt es auf der Webseite des Goethe-Instituts.

easyGo-easyCome ist ein interkulturelles Austauschprogramm, das Schul- und Sozialpraktika u.a. für Lehramtsstudierende im außereuropäischen Ausland im Zeitraum von sechs Wochen bis sechs Monate vermitteln.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite von easyGo-easyCome.

Anrechnung von Auslandsaufenthalten bzw. Assistenzzeiten im Ausland für das Schulpraxissemester

Falls Sie planen, als Fremdsprachenassistent*in ins Ausland zu gehen oder ein Schulpraktikum an einer deutschen Schule im Ausland zu verbringen, können Sie damit bis zu acht Wochen der Schulpraxis im Schulpraxissemester (SPS) ersetzen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind.

Aufenthalte an einer deutschen Schule im Ausland

  • mindestens 8 Wochen am Stück
  • 10 Assistenzstunden pro Woche
  • Sekundarstufe

Um anerkannt werden zu können, muss das Praktikum an einer vom Kultusministerium Baden-Württemberg genehmigten Deutschen Auslandschule stattfinden.

Aufenthalte im Ausland

(insbesondere im Rahmen des Fremdsprachenassistenzprogramm (FSA) des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD)):

  • mindestens 6 Monate am Stück
  • 10 Assistenzstunden pro Woche
  • Sekundarstufe

Der entsprechende Aufenthalt muss durch eine formlose schriftliche Bescheinigung der ausländischen Schule bzw. des PAD bestätigt und von den Studierenden durch eine entsprechend strukturierte Ausarbeitung des Praktikums im Rahmen des studienbegleitenden Portfolios dokumentiert werden. 

Die letzten vier Wochen des SPS müssen nach Absolvieren des Praktikums im Ausland an einer baden-württembergischen Schule absolviert werden. Der Besuch der kompletten Begleitveranstaltungen eines Seminars ist verpflichtend.

Die Anerkennung/Anrechnung des Auslandsaufenthalts auf die im Rahmen des SPS zu erwerbenden Kompetenzen wird vom LLPA – Außenstelle des Kultusministeriums beim Regierungspräsidium Stuttgart – geprüft und bescheinigt. Die Bescheinigung über die Anerkennung der Auslandspraxis ist von den Studierenden zusammen mit der Dokumentation im Verlauf der  vierwöchigen Schulpraxis der Praktikumsschule in Baden-Württemberg vorzulegen.

Zeitpunkt des Praktikums im Ausland

Im Master of Education empfiehlt es sich, den Auslandsaufenthalt in die Zeit von Januar bis August zu legen und anschließend von September bis Dezember die Begleitveranstaltungen am Seminar zusammen mit den letzten vier Wochen Schulpraxis an einer Schule in Baden-Württemberg zu absolvieren.

Das Absolvieren des Auslandspraktikums an einer deutschen Schule im Ausland bzw. der Aufenthalt im Rahmen eines Fremdsprachenassistentenprogramms ist auch im späten Bachelorstudium (ab dem 5. Semester) möglich. Die Begleitveranstaltungen und das 4-wöchige Praktikum an einer Schule in Baden-Württemberg sind jedoch im Masterstudium zu absolvieren.

(Professionsbezogener) Studienaufenthalt im Ausland

Einen Studienaufenthalt im Ausland sinnvoll im Lehramtsstudium zu integrieren, ist das Ziel professionsbezogener Auslandsaufenthalte. Während des Studienaufenthaltes sollen dabei z.B. wenn möglich (auch) bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Veranstaltungen an der ausländischen Hochschule belegt werden.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Finanzierung

Falls Sie nicht an einem finanzierten Programm teilnehmen wie dem FSA-Programm des PAD oder Schulwärts des Goethe-Instituts gibt es weitere Angebote zur Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes. Im Folgenden finden Sie einige Angebote, die insbesondere für Praktikumsaufenthalte im Lehramtsstudium konzipiert sind.

Ausführliche Informationen und Beratung zu Austauschprogrammen und Auslandsaufenthalte erhalten Sie beim Service Center Studium.

Lehramt. International für Studierende – Stipendienprogramme des DAAD

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet seit Anfang 2019 mit Lehramt.International zwei Stipendienprogramme, die Lehramtsstudierenden, aber auch Absolventinnen und Absolventen von Lehramtsstudiengängen helfen, Schule und Unterricht in einem anderen Land zu erfahren. Gefördert werden selbst organisierte Praktika an Schulen im Ausland mit einer Dauer von einem bis sechs Monate.

Die Bewerbung ist das ganze Jahr über möglich, muss aber bis spätestens vier Wochen vor Praktikumsbeginn erfolgen.