Hintergrund und Informationen zu laufenden Professionellen Lerngemeinschaften

Allgemeine Informationen

Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Schulen wird durch Professionelle Lerngemeinschaften (PLG) vertieft. Die PLG befassen sich mit drängenden schulischen Entwicklungsthemen im Bereich des Unterrichtens und kooperieren langfristig mit einschlägig forschenden Wissenschaftler*innen. Für die Schulen ergeben sich so Möglichkeiten, ihr Lehrpersonal durch fundierte Unterstützung der Hochschulen weiter zu professionalisieren und den Fachunterricht weiterzuentwickeln.

Die Einrichtung von Professionellen Lerngemeinschaften wird im Rahmen des Verbundprojektes der School of Education FACE in der zweiten Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ unterstützt (Teilprojekt P1: Schulnetzwerk/Professionelle Lerngemeinschaften).

Im Teilprojekt INEXdigital reflektieren Lehrkräfte naturwissenschaftlicher Fächer gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Pädagogischen Hochschule Freiburg aus den Bereichen Physikdidaktik und Bildungswissenschaften in einer Professionellen Lerngemeinschaft darüber, wie barrierefreies Experimentieren im inklusiven Naturwissenschafts- bzw. Physikunterricht gelingen kann. Im Fokus der Diskussion steht die Frage, welche sprachlichen, visuellen, auditiven und weiteren Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um allen Schüler*innen Teilhabe am Experimentierprozess und Zugang zu damit verbundener naturwissenschaftlicher Grundbildung und selbstbestimmtem Lernen zu ermöglichen. Neben der Reflexion über Gelingensbedingungen stellt die konkrete Entwicklung von Unterrichtsmaterialien zur Erweiterung von Experimentierumgebungen für den inklusiven Unterricht eine Hauptaufgabe der PLG dar. Ein Ziel dabei ist es, digitale Unterstützungsmöglichkeiten zu erörtern und zu entwickeln.

FACE Professionelle Lerngemeinschaften

Prjektkoordination und Kontakt:

Dipl.-Phys. Michaela Oettle:

Pädagogische Hochschule Freiburg
Kunzenweg 21, 79106 Freiburg

Tel.: 0761 682 425
Mail: Michaela.Oettle@ph-freiburg.de

Projektleitung:

Prof. Dr. Wolfram Rollett:

Tel.: 0761 682 381
Mail: Wolfram.Rollett@ph-freiburg.de

Prof. Dr. Silke Mikelskis-Seifert:

Tel.: 0761 682 295
Mail: Silke.Mikelskisseifert@ph-freiburg.de

Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg:

Tel.: 0761 682 590
Mail: Katja.Scharenberg@ph-freiburg.de

Professionelle Lerngemeinschaft zum INklusiven EXperimentieren mit digitalen Lernumgebungen

Inhaltliche Schwerpunkte der Lerngemeinschaft im Projekt

Offenes Experimentieren z.B. im Physikunterricht bietet Schüler*innen die Chance, viele eigenständige Tätigkeiten auszuführen und dadurch nicht nur kognitive, sondern auch motorische und praktische Fähigkeiten zu erlangen.

Wenn inklusive Lerngruppen experimentieren, stellen sich eine Vielzahl an Herausforderungen. Im Zusammenspiel von Lernenden und Lernumgebung können Barrieren entstehen, wenn die Anforderungen der Lernumgebung nicht zu den Lernvoraussetzungen der Schüler*innen passen. Die entstehenden Barrieren können unter anderem von kognitiver, affektiver, sozialer, sprachlicher oder auch physischer Natur sein.

Eine zentrale Fragestellung bei der Unterrichtsplanung ist daher: Wie sollten Experimentierumgebungen gestaltet sein um Barrieren zu minimieren und allen Schüler*innen einer Lerngruppe individuelle Teilhabe am Experiment und damit auch an naturwissenschaftlicher Grundbildung und an selbstbestimmtem Lernen zu ermöglichen?

 

Einen Lösungsansatz für möglichst barrierefreie Lernumgebungen bilden digitale Experimentieranleitungen, die alle Informationen und Instruktion parallel in verschiedenen Darstellungsarten anbieten. Dabei kann der/die Schüler*in flexibel wechseln zwischen Erklärvideos, Hörbücher, leichteren Texten u.v.m.

Im Rahmen der PLG entwickeln, erproben und bewerten wir solche neuen digitale Experimentieranleitungen mit Lehrkräften als den Expert*innen aus der Praxis.

Zusammenarbeit von Lehrkräften und Wissenschaftler*innen

Die Art, wie Lehrkräfte und Wissenschaftler*innen in unserer PLG zusammenarbeiten, lässt sich am Besten durch eine Symbiose von Forschung und Praxis beschreiben. Die Symbiose ist dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedliche Expertise der verschiedener Akteure auf die gemeinsam zu erarbeitende Innovation anerkannt wird und dadurch keine hierarchischen Strukturen unter den Symbiose Mitgliedern zu finden sind. Außerdem stellt wie in einer Symbiose das Resultat der gemeinsamen Arbeit auch bei uns für alle Beteiligten einen (beruflichen) Vorteil dar.

Die PLG-Gruppe besteht aus max. 10 Lehrkräften sowie 2 bis 3 Wissenschaftler*innen, trifft sich etwa alle 2 Monate und bearbeitet dazwischen ihre selbst gesetzten Aufgaben.

Was haben wir bisher zusammen erreicht?

Im Oktober 2019 sind wir auf den gemeinsamen Weg der Professionellen Lerngemeinschaft mit einem Auftaktreffen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg gestartet:

Gemeinsam ist aus interessanten Diskussionen heraus zunächst eine Zusammenfassung davon entstanden, was erfolgreiche didaktische Modelle zur Planung von Physikunterricht für inklusive Lerngruppen gemein haben. (In Kürze werden die Ergebnisse hier veröffentlicht.)

Für den Hauptfokus der PLG (barrierefreies Experimentieren) wurden zunächst aus Forschungssicht und aus der Praxis der Lehrkräfte heraus Barrieren zusammengetragen, die in Experimentiersituationen im Unterricht eine Rolle spielen. Es wurde hier insbesondere ein Fragenkatalog entwickelt, mit welchem sich bestehende Experimentierumgebungen im Unterricht evaluieren lassen. (Veröffentlichung des Fragenkatalogs folgt demnächst hier.)

Gemeinsam haben wir uns auch auf den Weg gemacht, eine barrierefreie, digitale Experimentierumgebung zu entwickeln, die als Web-App z.B. über Tablets und Smartphones im Unterricht abrufbar ist. Die App stellt die digitale Einbettung zu typischen lehrplanrelevante Hands-On-Experimenten für Schüler*innen zur Verfügung. Das Grundprinzip der App besteht darin, Inhalte und Instruktionen parallel über verschiedene Darstellungsarten dem Nutzenden zur Verfügung zu stellen.

Aktuell untersuchen wir in der Lerngemeinschaft, ob die App Chancen bezüglich der Barrierefreiheit bietet und welche Schüler*innen von welchen Funktionen der App besonders profitieren.

Für interessierte Lehrkräfte

Sie haben Interesse an der PLG mitzuarbeiten? Kontaktieren Sie uns unter oben angegebenem Kontakt für die Anmeldung für einen der freien Plätze!

Auf einen Blick

Wenn Sie Interesse und Lust darauf haben, in der PLG mitzuwirken, können Sie sich jederzeit der PLG-Gruppe anschließen oder auch einfach erstmal mal nur informell an einem Treffen teilnehmen.

Wann und wo?

Die PLG trifft sich während vier bis fünf Terminen im Schuljahr für jeweils die Dauer eines Nachmittags in den Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule Freiburg.  Aktuell finden die Treffen jedoch weitestgehend digital statt. Kontaktieren Sie uns für Terminabsprachen!

Ich möchte nicht regelmäßig teilnehmen. Wie kann ich mich sonst einbringen?

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Engagement! Gerne können Sie auch die entwickelten Materialien für Experimentierumgebungen im inklusiven Physikunterricht ausprobieren, von weiteren Ergebnissen profitieren und auf dem aktuellen Stand bleiben. Schreiben Sie einfach kurz an die oben angegebene Kontaktadresse und wir nehmen Sie in den Mailverteiler auf.

Wer kann an der PLG teilnehmen?

Lehrkräfte aus weiterführenden Schulen mit Inklusionskonzept, die folgende Aussagen für sich bestätigen können:

  • Ich unterrichte im Rahmen meines NTW-Unterrichts Physik in der Sekundarstufe I oder II.
  • Ich bringe gerne meine Expertise ein, um neue Konzepte und Materialien zu bewerten, zu entwickeln und einzusetzen.
  • Ich bin zur regelmäßigen Teilnahme an der PLG während des Schuljahrs bereit.

Wichtig: Die Teilnahme mehrerer Kolleg*innen aus einer Schule wird stark befürwortet! Eine unterstützende Haltung der Schulleitung ist erwünscht. Teilnehmende Lehrkräfte sollten außerdem zu begleitender fachdidaktischer Beforschung des Projekts durch die PH Freiburg einwilligen.

Was bringt teilnehmenden Lehrkräften die Teilnahme an der PLG?

  • Einsicht in vorhandene Experimentierumgebungen
  • Innovative Materialien und Anregungen für den eigenen Unterricht
  • Weiterbildung u.a. in den Bereichen inklusiver Naturwissenschaftsunterricht, Barrierefreiheit und Kooperatives Lernen
  • Kollegialer Austausch mit Lehrkräften aus anderen Schulen und mit Hochschulmitarbeitenden in angenehmer Atmosphäre an der Pädagogischen Hochschule Freiburg

Hinweis: Die Anfahrtskosten für die Treffen der PLG an der Pädagogischen Hochschule Freiburg können auf Anfrage erstattet werden.