FACE: Strukturentwicklung und Rekrutierung im Beruflichen Lehramt (gewerblich-technische Mangelfächer)

Hintergrund: Die Qualitäts­offensive Lehrer­bildung

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und ForschungDie Arbeit der School of Education FACE wird im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ unterstreichen Bund und Länder die herausragende Bedeutung der Lehrer*innen für den Erfolg des Bildungssystems.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf der Website der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

2. Förder­phase der Qualitäts­offensive Lehrer­bildung

Laufzeit: 01.01.2019 – 31.12.2023

Förderprojekt: „Freiburg Advanced Center of Education (FACE) – Researching Practice, Practicing Research“

In der zweiten Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ waren die beiden Hochschulen mit dem Verbundantrag „Freiburg Advanced Center of Education (FACE) – Researching Practice, Practicing Research“ erneut erfolgreich und erhalten vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2023 insgesamt 7,3 Millionen Euro für die Umsetzung der geplanten Projekte.

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3. Förder­phase der Qualitäts­offensive Lehrer­bildung

Laufzeit: 01.03.2020 – 31.12.2023

Förderprojekt: „FACE: Strukturentwicklung und Rekrutierung im Beruflichen Lehramt (gewerblich-technische Mangelfächer)“, kurz: FACE-Beruf

Die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung widmet sich in der dritten Förderrunde den beiden Themen „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ und „Lehrerbildung für die beruflichen Schulen“. Die Pädagogische Hochschule Freiburg hat sich in der Förderlinie für berufliche Schulen beteiligt und mit dem Projekt „FACE: Strukturentwicklung und Rekrutierung im Beruflichen Lehramt (gewerblich-technische Mangelfächer)“, kurz „FACE-Beruf“, ca. 2,1 Mio. € eingeworben. Das Projekt startete am 1. März 2020 und läuft bis Ende Dezember 2023.

Im Sinne der Leitgedanken der Kohärenz und Professionsorientierung der School of Education FACE sollen in diesem Projekt die beruflichen Lehramtsstudiengänge (gewerblich-technische Fachrichtungen) systematisch weiterentwickelt werden, d. h.:

  1.  Stärkung der Professionsorientierung durch stärkere Kohärenz zwischen Ingenieurswissenschaften, gewerblich-technischen Fachdidaktiken und (beruflicher) Bildungswissenschaft durch interdisziplinäre Curriculums- und Lehrentwicklung;
  2. Integration des Bereichs Inklusion/Heterogenität sowie Deutsch als Zweit- und Fremdsprache in die Curricula;
  3. Organisationsentwicklung und phasenübergreifende Kooperation durch nachhaltige Zusammenarbeit der die Lehrer*innenbildung verantwortenden Stellen und Akteure (Hochschulen, Staatliches Seminar für Berufliche Schulen, Berufsschulen, Unternehmen).

Außerdem soll das Problem der Gewinnung von Studierenden bzw. der Stabilisierung der Studien- und Berufsentscheidung differenziert angegangen werden:

  1. durch einen integrierten Pilotstudiengang für das berufliche Lehramt in den Mangelfächern Metall- und Elektrotechnik. In dem Studiengang kann parallel zum Studium ein vollwertiger Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) erlangt werden, und so das Problem des 52-wöchigen Betriebspraktikums, das oft keine systematische Kompetenzentwicklung in der Breite des jeweiligen Berufsfeldes bietet, grundsätzlich gelöst werden.
  2. durch die Schaffung von genderspezifischen Unterstützungsstrukturen und eines genderspezifischen Kaskaden-Mentoringsystems.

Die Pädagogische Hochschule Freiburg bietet aktuell in Kooperation mit der Hochschule Offenburg (HAW) fünf berufliche Lehrämter im gewerblich-technischen Bereich an:

  • Elektrotechnik/Informationstechnik;
  • Mechatronik;
  • Medientechnik/Wirtschaft;
  • Informatik/Wirtschaft;
  • Elektrische Energietechnik/Physik.

Im Wintersemester 2018/19 wurde das Angebot um drei weitere berufliche Programme ergänzt:

  • Pflege/Wirtschafts- u. Sozialmanagement (in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg);
  • Gesundheit/Wirtschafts- u. Sozialmanagement;
  • Textiltechnik und Bekleidung/Wirtschaft (in Kooperation mit den Hochschulen in Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen).

Die Teilprojekte des Förderprojektes

Ein Team aus Vertreter*innen der Ingenieurswissenschaften (HAW Offenburg), den gewerblich-technischen Fachdidaktiken und der Berufspädagogik (PH Freiburg) optimiert am Beispiel der beruflichen Mangelfachrichtungen Metall- und Elektrotechnik die Abstimmung zwischen den Lehrenden der Hochschulen in Freiburg und Offenburg. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung des Pilotstudiengangs in denselben Fachrichtungen ein (s. u., Kernmaßnahme B1).

Es ist Teil des Berufsalltags von Lehrenden an beruflichen Schulen, mit heterogenen Klassen und Schüler*innen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, teilweise auch mit Sprachbarrieren umzugehen. Deshalb erfolgt eine Verankerung von Heterogenität und Deutsch als Zweit- und Fremdsprache in den Curricula des beruflichen Lehramts. Beide Themenfelder sind an der PH Freiburg vertreten, sodass an bestehende Strukturen und Maßnahmen angeknüpft werden kann. 

Vertreter*innen von PH Freiburg, HAW Offenburg und dem Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg (Berufliche Schulen) tauschen sich über die jeweiligen Inhalte, Lernziele und Lehr- Lernansätze aus und stimmen diese phasenübergreifend aufeinander ab. Mit einer engeren Verknüpfung von Theorie und Praxis können die Studierenden die theoretisch-wissenschaftlichen Inhalte ihres Studiums mit ihren schulpraktischen Erfahrungen in Verbindung bringen, sodass sie eine fundierte und reflektierte Handlungspraxis entwickeln können (vgl. Darling-Hammond, 2006, S. 8f.).

Mithilfe von runden Tischen und Netzwerkbildung wird die Zusammenarbeit mit allen Akteur*innen der Lehrer*innenbildung etabliert. Die Zusammenarbeit wird u. a. durch Professionelle Lerngemeinschaften gestützt, in denen handlungsleitende Ziele entwickelt werden, der Fokus auf die Lernprozesse der Schüler*innen gelegt und ein reflektierender Dialog etabliert wird. In diesem Kontext werden u. a. der Umgang mit Heterogenität/Inklusion sowie die oft mangelnden Deutschkenntnisse der Schüler*innen thematisiert.

Es wird ein integrierter Pilotstudiengang für das berufliche Lehramt in den Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik entwickelt, in den eine vollwertige Berufsausbildung nach BBiG integriert ist, in Kombination mit einem allgemeinbildenden Unterrichtsfach. Hierfür werden Unternehmen gewonnen, die eine entsprechend gestaltete Berufsausbildung mittragen. Ebenfalls wird eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Ausbildungsschulen etabliert, die einzelne Berufsausbildungsphasen übernehmen könnten.

Für das allgemeinbildende Unterrichtsfach kann auf die im Rahmen der School of Education FACE etablierte Kooperation mit der Universität Freiburg im Bereich des gymnasialen Lehramtes zurückgegriffen werden.

Folgende Informations- und Unterstützungsstrukturen sind geplant:

  • Den (beruflichen) Gymnasien und Berufskollegs werden regelmäßige Informationsveranstaltungen angeboten, in erster Linie für die Klassenstufen 8–10. In den Mittelpunkt gestellt wird das (soziale) Berufsbild als Lehrkraft, um verstärkt junge Frauen anzusprechen.
  • Die zu etablierende Technik-Erlebniswelt stellt primär ein „Lab of Experience“ für die Lehramtsstudierenden dar. Dort erhalten sie die Möglichkeit, neben dem Phasenmodell zur Schulpraxis die praxisnahe Gestaltung von Lehr-Lernmethoden für den handlungsorientierten naturwissenschaftlichen Unterricht (bspw. das „Experiment“) zu erproben, zu reflektieren und ggf. zu erweitern. Die Technik-Erlebniswelt ermöglicht zum einen die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Allgemeinbildenden Technik und der Berufsbildung und Fachdidaktik. Zum anderen werden Schüler*innen der 4. bis 8. Klasse angesprochen, sodass sich neue Chancen eröffnen, diese früh für die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu begeistern.  
  • Im Studium wird ein gender-spezifisches Mentoringsystem eingeführt. Herangezogen wird hierfür das Konzept des Kaskadenmodells des im Rahmen der ersten und zweiten Förderphase der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Universität entwickelten Lehramtsspezifischen Mentoring, in dem Mentor*innen (Lehrkräfte bzw. Studierende höherer Semester) und Mentees (Studierende unterer Semester) Erfahrungen austauschen. Für die Zukunft besteht die Möglichkeit, das Programm zu erweitern, indem ehemalige Studierende, die sich im Vorbereitungsdienst befinden, ebenfalls die Rolle von Mentor*innen einnehmen können und Master-Studierende deren Mentees sind.

Projektstruktur