Allgemeine Informationen

Sprach- und inklusionssensibler Fachunterricht

Lehrer*innen benötigen Kompetenzen zur Berücksichtigung spezifischer Lernvoraussetzungen von Schüler*innen nichtdeutscher Herkunftssprache und zugleich zur Förderung der Sprachkompetenz aller Schüler*innen, um eine erfolgreiche Bildungsbeteiligung zu ermöglichen (vgl. Kniffka & Neuer 2017). In der Zusammenarbeit von Lehrer*innen und Wissenschaftler*innen sollen in der PLG die primär für die Hochschullehre entwickelten Inhalte unter Berücksichtigung einer gegenstandsbezogenen, lernprozessfokussierenden und designbasierten Perspektive (Drei-Tetraeder-Modell; vgl. Prediger, Leuders & Rösken-Winter 2017) auf schulische Unterrichtssituationen angepasst werden.

Die Diagnose von sprachlich-kommunikativen Anforderungen in Schule und Betrieb bildet einen wesentlichen Kompetenzbereich. Beispielsweise werden die Varietäten des Deutschen in Schule und Betrieb (Alltags-, Bildungs-, Berufs- und Fachsprache) in ihrer Funktion und sprachlichen Struktur in den Blick genommen. An Fallbeispielen (Hospitation) aus der beruflichen Praxis soll der Sprachstand von Schüler*innen eingeschätzt und untersucht werden, ob mögliche Lernprobleme fachlich, sprachlich oder durch unterschiedliche kulturbezogene Kenntnisse bedingt sind.

Die sprachsensible Unterrichtsplanung und Unterrichtsinteraktion stellen einen weiteren Kompetenzbereich dar. Durch Konzepte, Ansätze und Prinzipien sprachlicher Bildung im Fachunterricht (z. B. Scaffolding, Szenariodidaktik, Umgang mit Fachtexten, Translanguaging) sollen fachliche und sprachliche Inhalte für Lernsituationen aus der Metall- und Elektrotechnik den Berufsschüler*innen integriert vermittelt werden können (vgl. Kniffka 2019), um diese durch die sprachlich-fachliche Verzahnung und lebensweltliche Anbindung in der Sprachförderung zu motivieren (vgl. Efing 2013, S. 68). Dabei sollen auch mögliche Differenzierungsstrategien für die Unterrichtsinteraktion betrachtet werden, mit denen die Ressourcen der Schüler*innen (z. B. Mehrsprachigkeit) genutzt und somit ihre Chancengleichheit hergestellt werden kann.

In den zu entwickelnden Veranstaltungen stehen Professionsorientierung und die Förderung inklusionsbezogener Lehrkompetenz sowie Unterrichtsentwicklung und pädagogische Diagnostik im Mittelpunkt. Weiter sind die Beschäftigung und Reflexion mit eigenen Überzeugungen und Werten, die Kooperation in multiprofessionellen Teams sowie die Initiierung weiterer Unterstützungsangebote innerhalb und außerhalb von Schule zentrale Lehr-Lern-Inhalte für die Ausbildung von Lehrer*innen, an beruflichen Schulen. Beispielsweise sind Lehrer*innen in der Kooperation mit Jugendsozialarbeiter*innen oder in der Mitwirkung gemeinsamer Förder- und Hilfeplanvereinbarungen gefordert. (vgl. Gassner-Keita & Meyer 2020)

Grundsätze für die Zusammenarbeit in der PLG 

Grundlage für die Erarbeitung didaktischer Konzepte in den PLG sind nach Bonsen & Rolff (vgl.

2006):

Abb1: Merkmale Professioneller Lerngemeinschaften (vgl. PIKAS 2010 sowie Gräsel; Fußangel & Parchmann 2006, S. 545 ff.)