„Wie viel Wissenschaft braucht die Lehrerfortbildung? Ko-Konstruktion und Kooperation“ – 2. bundesweite Tagung mit großer Resonanz

Am 14./15. März 2019 reisten über 150 für die Lehrkräfte-Fortbildung Verantwortliche von Hochschulen und Staatlichen Institutionen aus dem In- und Ausland an die Pädagogische Hochschule Freiburg, um sich über den Stand der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung von Lehrerfortbildungen auszutauschen. Ein umfangreiches Programm wissenschaftlicher Vorträge, (Diskussions-)Foren und Posterpräsentationen zeigte die Bandbreite und Rahmenbedingungen verschiedener Formate zur Kooperation und Ko-Konstruktion auf.

„Bei der Frage „Wieviel Wissenschaft braucht die Lehrerfortbildung?“ denke ich, dass es ganz viel ist, denn Wissenschaft ist ja dafür da, tatsächlich auch Fortschritte zu generieren. Die Kommunikation miteinander muss intensiviert werden, um das Verständnis füreinander zu finden und um die Barrieren, die sich ideell aufgebaut haben, ganz schnell wieder abzubauen. Auf der Tagung sind ganz viele Beispiele genannt worden, wie man das machen kann: Im ersten Vortrag wurde angemerkt: „Wir konzentrieren uns auf die, die aktiv mitmachen wollen.“ […] Und ich denke, dass sich dann das Ganze wie ein Stein, den man ins Wasser wirft, ausbreiten kann. Ich denke, wenn […] das Positive dann nach außen gegeben wird, dass sich dann tatsächlich auch so etwas wie eine Bewegung entwickeln kann. Man muss sich kennen, um diese Barriere, die scheinbar da ist, zu überwinden.“
Dr. Petra Post, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) – Projektträger der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und vom Zentrum für Lehrerbildung der Pädagogischen Hochschule sowie vom Praxiskolleg in der School of Education FACE organisiert.

Die Tagungsleitung erfolgte durch drei Professoren, die als Experten der Lehrer*innenfortbildung das Programm der Tagung ko-konstruktiv konzipierten und in Kooperation die Tagung moderierten:

Prof. Dr. Lars Holzäpfel
Pädagogische Hochschule Freiburg
Leitung Praxiskolleg & Fort- und Weiterbildung

 

Prof. Dr. Frank Lipowsky
Universität Kassel
Fachgebiet Empirische Schul- und Unterrichtsforschung

 

Prof. Dr. Karsten Rincke
Universität Regensburg
Didaktik der Physik
Vorsitzender des Regensburger Universitätszentrums für Lehrerbildung (RUL)

 

Auf die Frage, was er von der Tagung erwartet, antwortete Prof. Dr. Frank Lipowsky im Vorfeld:

„Ein Wunsch wäre, dass unterschiedliche Personen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenkommen und über das Thema „Wieviel Wissenschaft braucht die Lehrerfortbildung?“ diskutieren und auch Ideen entwickeln, wie die Kooperation und Zusammenarbeit mit Landesinstituten, mit Institutionen die für Lehrerfortbildung verantwortlich sind, intensiviert werden kann und wie es gelingen kann, Lehrpersonen stärker von der Bedeutung wissenschaftlich fundierter Fortbildung zu überzeugen.“

Prof. Frank Lipowsky, Universität Kassel

 

Das Organisationsteam der Tagung unterstützte die Tagungsleitung bei der Planung und Durchführung der Tagung, beim Call for Papers, der Öffentlichkeitsarbeit, Teilnehmer*innenbetreuung und bei der Organisation der Räume und des Caterings. Ein neues Element war die Nutzung einer Veranstaltungsapp zur Programmdarstellung, Abstimmung der Tagungsteilnehmer und Evaluierung der Beiträge.

  • Dr. Martina von Gehlen
    Koordination Praxiskolleg, Lehrkräfte Fort- und Weiterbildung
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg / Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Dr. Patrick Blumschein
    Leitung Zentrum für Lehrerfortbildung, Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Beate Epting
    Koordination Fort- und Weiterbildung, Zentrum für Lehrerfortbildung, Pädagogische Hochschule Freiburg

Um die Professionalität von Lehrkräften im Sinne des lebenslangen Lernens zu stärken ist eine kontinuierliche und wissenschaftlich basierte Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften essenziell. Mit innovativen Konzepten auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse können Hochschulen die Ergebnisse aktueller Unterrichts- und Bildungsforschung in die Lehrkräftefortbildung einbringen. Im Rahmen einer ko-konstruktiven Zusammenarbeit mit Lehrkräften können alle Beteiligten in Kooperation die Unterrichtsqualität und Schulentwicklung und das Lernen der Schülerinnen und Schüler stärken.

Aktuelle Befunde weisen darauf hin, dass Kooperationen von Lehrkräften sich weitgehend auf den Austausch von Materialien oder eine arbeitsteilige Kooperation beziehen, die Ko-Konstruktion jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt. Ko-Konstruktion wird als höchste Form der Kooperation von Lehrkräften eingestuft. Aber nicht nur die Zusammenarbeit von Lehrkräften untereinander, sondern auch der Dialog von Wissenschaft und Praxis wurde hier im Sinne der Ko-Konstruktion in den Blick genommen. Die Tagung bot spannende Keynote-Vorträge, Foren und Diskussionsforen sowie einen Posterslam und eine Fishbowl-Diskussion zur Vertiefung und Diskussion des Tagungsthemas unter verschiedenen Blickwinkeln.

Die zweitägige Tagung war eine Folgetagung des Programmworkshops der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern „Wie viel Wissenschaft braucht die Lehrerfortbildung?“, der am 23. und 24. November 2017 in Kassel stattfand. Nachdem in Kassel Berichte aus den Bundesländern und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen stattgefunden haben, widmete sich die Folgetagung vor allem der Ko-Konstruktion und Kooperation.  Der im Rahmen der ersten Tagung auf konstruktive Weise im Sinne einer Community of Practice begonnene Dialog sollte mit allen für die Fort- und Weiterbildung Verantwortlichen und daran Interessierten fortgesetzt werden. Die Tagung richtete sich an:

  • Verantwortliche der Projekte der bundesweiten Qualitätsoffensive Lehrerbildung
  • Verantwortliche für die Fort- und Weiterbildung an den Hochschulen, insbesondere an den lehrer*innenbildenden Universitäten und Pädagogische Hochschulen
  • Verantwortliche für die Lehrer*innenfort- und Weiterbildung in den Staatlichen Institutionen, z.B. in Kultus- oder Wissenschaftsministerien, Regierungspräsidien, Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte und weiteren Institutionen
  • Weitere Anbieter von Lehrer*innenfortbildungen

Eröffnet wurde die Tagung von Prof. Dr. Ulrich Druwe, Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg, und Prof. Dr. Juliane-Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Im Anschluss hielt Dr. Petra Post als Vertreterin des Projektträgers der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), ein Grußwort.

 Sehen Sie hier das Grußwort von Dr. Petra Post im Video:

Eine Übersicht über alle Redner*innen und Poster-Autor*innen finden Sie auch im Bereich „Wer ist dabei?“ in der Veranstaltungsapp.

Prof. Dr. Kathrin Fussangel (Institut für Bildungsforschung, School of Education, Universität Wuppertal) ging in ihrem Vortrag am ersten Veranstaltungstag auf die Potenziale der Lehrer*innenkooperation, insbesondere für die Weiterentwicklung der für den Lehrer*innenberuf relevanten Kompetenzen und die Umsetzung von Innovationen ein. Dabei wurden insbesondere ko-konstruktive Kooperationen in den Blick genommen, denen ein besonderes Potenzial für das Lernen von Lehrkräften zugeschrieben wird. Es wurde erörtert, was unter ko-konstruktiver Kooperation verstanden werden kann, für welche Aufgaben sich die Ko-konstruktion anbietet und welche besonderen Herausforderungen sich bei solch intensiven Formen der Zusammenarbeit zeigen. Darüber hinaus thematisierte der Vortrag die Frage, wie ko-konstruktive Prozesse durch Fortbildungen angestoßen werden können und welche Rolle Ko-konstruktion im Zusammenhang mit Kriterien guter Fortbildungen spielt.

Mehr erfahren: Interview mit Prof. Dr. Fussangel

Dr. Martina von Gehlen (Praxiskolleg, School of Education FACE) führte auf der Tagung ein kurzes Interview mit Prof. Dr. Fussangel.

Warum ist Kooperation und Ko-Konstruktion so wichtig in der Lehrerbildung?

 „Diese Arbeitsweise ist deshalb so wichtig, weil die Perspektiven von Theorie und Praxis teilweise einfach unterschiedlich sind. Es ist wichtig, dass man diese verschiedenen Bezugssysteme zusammenbringt und gemeinsam überlegt: Was brauchen zukünftige Lehrkräfte einerseits und was brauchen in der Praxis tätige Lehrkräfte andererseits? Ich glaube, um die Perspektiven beider Systeme zusammenzubringen, ist Kooperation absolut notwendig. Unserer Meinung nach eignet sich die Ko-Konstruktion besonders gut, weil hier tatsächlich gemeinsam etwas entwickelt werden kann.“

Wo haben Sie erfolgreiche Kooperation und Ko-Konstruktion schon erlebt?

„In Bezug auf die Lehrerausbildung versuchen wir das in enger Kooperation in der Begleitung von Praktika. Wir versuchen die Perspektiven der ehemaligen Studienseminare, der jetzigen Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Nordrhein-Westfalen, und der Uni-Begleitung zusammenzubringen. Das ist natürlich noch in den Anfängen und ist sehr aufwändig, aber ich glaube schon, dass wir da auf einem guten Weg sind. Auch bei Lehrkräften habe ich es definitiv schon erlebt, dass sie sehr gut ko-konstruieren können. Auch da bedarf es natürlich einer aufwändigen Anfangszeit. Ko-konstruktive Prozesse anzuregen, ist sehr aufwändig und da gibt es am Anfang viele Hürden, die man erst mal nehmen muss, bis es dann wirklich gut funktioniert und das ist manchmal leider ein Motivationskiller“.“

Wie motivieren Sie denn Lehrkräfte dazu, an einem ko-konstruktiven Prozess teilzunehmen?

„Ich glaube, ganz wichtig ist, dass man Lehrkräften die positiven Konsequenzen solcher Prozesse aufzeigt. […] Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, wenn Lehrkräfte einmal erfolgreich ko-konstruiert haben und intensiv mit Kolleginnen und Kollegen kooperiert haben, sie dann in der Regel diese Kooperationsprozesse noch steigern wollten und noch motivierter waren. […] Ich glaube, da muss man tatsächlich sehr stark dem Autonomiebedürfnis der Lehrkräfte entgegenkommen. Zum Beispiel, dass sie sich eigenständig entscheiden können, auf welchen Aspekt sie sich fokussieren möchten oder sie zunächst eine ganz persönliche Baustelle angehen. Das kann beispielweise ein Problem sein, mit dem sie im Unterricht immer wieder konfrontiert werden, welches sie im kollegialen Austausch oder in der kollegialen Ko-konstruktion versuchen zu bewältigen. Ich glaube, das ist tatsächlich sehr motivierend, wenn man merkt: „Ok, ich kann hier für mich persönlich etwas gestalten“.“

Prof. Dr. Katja Maaß (Direktorin International Centre for STEM Education, Institut für mathematische Bildung, Pädagogische Hochschule Freiburg) hielt den Keynote-Vortrag am zweiten Veranstaltungstag und legte den Fokus auf die Kooperation im MINT-Bereich.

Eine zeitgemäße MINT-Bildung ist für die Zukunft von jungen Menschen unabdingbar. Doch wie können entsprechende innovative Bildungskonzepte im alltäglichen MINT-Unterricht implementiert werden? Für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Unterrichts- und Fortbildungsmaterialien sowie für deren Implementierung ist eine Kooperation zwischen allen am MINT-Unterricht Beteiligten nötig. Doch wie können Forscher*innen, Hochschullehrende, Lehrer*innen aus der Praxis, Schulbehörden und Vertreter*innen aus der Wirtschaft kooperieren?

Das International Centre for STEM Education (Internationales Zentrum für MINT Bildung) an der Pädagogischen Hochschule Freiburg hat es sich zum Ziel gesetzt, genau solche Kooperationen zu fördern, anzustreben und zum Ausgangspunkt seiner Arbeit zu machen, da es davon überzeugt ist, dass solche Kooperationen zur Qualität der entwickelten Materialien beitragen und eine nachhaltige Implementierung nur gelingen kann, wenn alle Schlüsselakteure diese in ihrem Bereich unterstützen. Der Vortrag stellte Beispiele für entsprechende Kooperationen vor und zeigte auf, was welche Partner*innen beitragen können und was zum Gelingen der Kooperation wichtig ist.

An beiden Veranstaltungstagen konnten die Teilnehmer*innen zwischen je drei parallelen Foren wählen. Darüber hinaus wurden am ersten Tag fünf parallele Diskussionsforen angeboten und Thesen aus diesen Diskussionsforen wurden am zweiten Tag in einer großen Fishbowl-Diskussion aufgegriffen und im Plenum gemeinsam diskutiert. In den Foren und Diskussionsforen wurde das Tagungsthema unter drei Blickwinkeln vertieft, insbesondere bezogen auf die im Folgenden genannten Fragestellungen.

E) Entwicklung: Ko-Konstruktion und Kooperation in der Entwicklung von Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte

Wie entstehen Fortbildungen? Was bedeutet Ko-Konstruktion bei der Bedarfserhebung, Konzeption und Evaluation von Fortbildungen? Welche Rollenverständnisse haben die verschiedenen Akteur*innen im Entwicklungsprozess? Welche Kriterien und Ansprüche legen sie ihren Konzepten zugrunde?

Foren am Donnerstag:

  • ED1 – Annika Diery, TU München: „Wissenschaftliche Evidenz zu effektivem Unterricht als Grundlage für professionelle Lehrerfortbildung: Der Beitrag des Clearing House Unterricht“ (Ko-Autor*innen: Dr. Maximilian Knogler und Prof. Dr. Tina Seidel)
  • ED2 – Dr. Ina Biederbeck, Europa-Universität Flensburg: „Wissenschaftsorientierung als konstitutives Element und Herausforderung universitärer Lehrer/innenfortbildung“
  • ED3 – Katharina Papke, PH Freiburg: „Verknüpfungen von Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis zur Entwicklung inklusionsbezogener Fortbildungen im Projekt StiEL“ (Ko-Autor*innen: Jürgen Gerdes, Gözde Okcu und Jun-Prof. Dr. Andreas Köpfer)
  • ED4 – Prof. Dr. Franziska Birke, PH Freiburg: „Lehrkräftefortbildung für Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung – Analysen des WBS-bMOOC“ (Ko-Autor*innen: Dr. Bernd Remmele, Dipl.-Vw. Annette Kern und Stefan Priebe)

Foren am Freitag:

  • EF1 – Carola Nieß, TU Kaiserslautern: „Vom Fortbildungskonzept zum digitalen Lehrkräftebildungsleuchtturm: Kooperation in Entwicklung und Durchführung von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen in der Lehrkräftebildung“ (Ko-Autor: Prof. Dr. Jochen Kuhn)
  • EF2 – Tina Waschewski, Leuphana Universität Lüneburg: „Auswirkungen phasen-und institutionenübergreifender Kooperation auf universitäre und schulische Lehre“ (Ko-Autorin: Lina Bürgener)
  • EF3 – Prof. Dr. Andreas Köpfer, TU Kaiserslautern: „Schulentwicklung am Fall Kasuistische Konzeption inklusionsorientierter Fortbildungen auf Basis von Schulbegleitforschung“ (Ko-Autorin: Charlotte Rott-Fournier)

 A) Angebote: Ko-Konstruktion und Kooperation in der wissenschaftlichen Fortbildungspraxis

Welche Formen der Zusammenarbeit bestehen bei den Angeboten und welche Synergien und Herausforderungen dieser Praxis ergeben sich? Welche didaktischen Ausrichtungen gibt es in der Fortbildungspraxis? Was sind Merkmale guter Kooperation in der Fortbildungsqualität? Woran wird die Qualität in der Kooperation gemessen? Welche Kooperationsformen sind besonders wirkungsvoll, welche haben sich bewährt?

Foren am Donnerstag:

  • AD1 – Prof. Dr. Katja Kansteiner, Pädagogische Hochschule Weingarten: „Professionelle Lerngemeinschaften schulischer Führungskräfte als spezifischer Raum für Kooperation und Ko-Konstruktion im Dienste von Schulentwicklung“ (Ko-Autor*innen: Christoph Stamann und Maria Rist)
  • AD2 – Pia Schäfer, TU Kaiserslautern: „Entwicklung und Evaluation eines Lehrerfortbildungskonzepts zur Förderung des fachdidaktischen Wissens im Bereich der Automatisierungstechnik“ (Ko-Autor: Jun.-Prof. Dr. Felix Walker)
  • AD3 – Dr. Andrea Bethge, Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien: „Wie Ko-Konstruktionen durch die Fortbildung selbst angeregt werden können am Beispiel eines Qualifizierungsangebotes“ (Ko-Autorin: Susann Ebert)
  • AD4 – Dr. Magdalena Hollen, Universität Osnabrück: „Zertifikatskurse für Studierende und pädagogische Fach- und Lehrkräfte an Schulen Facetten und Erkenntnisse aus kooperativer Fortbildung“ (Ko-Autor: Dr. Ekkehard Ossowski)

Foren am Freitag:

  • AF1 – Daniela Rzejak, Universität Kassel: „Als Team gemeinsam den Herausforderungen schulischer Heterogenität begegnen: Erste Befunde aus der Evaluation der schulinternen Fortbildung Vielfalt fördern“ (Ko-Autor: Prof. Dr. Frank Lipowsky)
  • AF2 – IL Prof. Michael Kahlhammer, PH Salzburg: „LIFT!UP Lernen in Fachteams zur Unterrichtspraxis – Ein innovatives Fortbildungskonzept zur systemischen, standortbezogenen Unterrichtsentwicklung“ (Ko-Autor: Klaus Michael Rühland)
  • AF3 – Saskia Opalinski, Pädagogische Hochschule Freiburg: „Der berufsbegleitende Masterstudiengang Unterrichts- und Schulentwicklung – Vorstellung des Konzepts und Befunde aus der Begleitforschung“ (Ko-Autoren: Dr. Daniel Kittel, Dr. Patrick Blumschein und Prof. Dr. Wolfram Rollett)

R) Rahmenbedingungen: Förderung und Hemmnisse von Ko-Konstruktion in der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften

Welche Rahmenbedingungen sind förderlich und was verhindert ko-konstruktive Ansätze? Wie kann solch hemmenden Bedingungen begegnet werden und welche Empfehlungen können gegeben werden, um ko-konstruktive Ansätze stärker zu verankern?

Foren am Donnerstag:

  • RD1 – Dieter Schoof-Wetzig, Deutscher Verein zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung: „Lehrkräftefortbildung in Deutschland – Recherchen für eine Bestandsaufnahme“
  • RD2 – Prof. Peter Koderisch, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gym) Freiburg: „Wie werden Reformimpulse in den Schulen – nicht – wirksam? Hindernisse für Kooperation und Ko-Konstruktion in der Mehrebenen-Organisation in Schulen“
  • RD3 – Léonard Loew, Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Didaktik des Sachunterrichts: „Pädagogisch-biographische Ko-Konstruktionen: Organisationale Selbsterfahrung in der Lehrerfortbildung“
  • RD4 – Prof. Dr. Conny Melzer, Universität zu Köln: „Arbeitsteilung und Ko-Konstruktion: Zur subjektiven Bewertung interprofessioneller Kooperation im Gemeinsamen Lernen. Erste Ergebnisse von Diskussionen in Fokusgruppen“ (Ko-Autor: Michael Ehlscheid)

Foren am Freitag:

  • RF1 – Prof. Dr. Doris Jorde, University of Oslo: „Integrated Science Teacher Education at the University of Oslo – from Fragmentation to Integration“ (Ko-Autorin: Cathrine Wahlstrøm Tellefsen)
  • RF2 – Christian Jäntsch, Universität Potsdam: „Es gibt überhaupt keine Barrieren, diese Fortbildungen zu besuchen. – Wie in Schulen Fortbildungen organisiert werden.“ (Ko-Autoren: Dr. Jochen Kleres und Dr. Martin Dege und Prof. Dr. Michel Knigge)
  • RF3 – Dr. Renate Schüssler, Universität Bielefeld; Bielefeld School of Education: „Phasenverbindendes Lernen in der LehrerInnenfortbildung als Ko-Konstruktion und Kooperation“ (Ko-Autorinnen: Saskia Schicht und Sabrina Hermann)

D) Diskussionsforen:

  • D1 – Prof. Dr. Lars Holzäpfel, PH Freiburg/DZLM: „Fortbildungsentwicklung in der Balance von “knowledge of practice” und “knowledge for practice” (Ko-Autor*innen: Prof. Timo Leuders, Prof. Susanne Prediger und Prof. Jürg Kramer)
  • D2 – Prof. Dr. Frank Lipowsky, Universität Kassel: „Wollen und wollen sollen – Bedürfnisse und Bedarfe in der Lehrkräftefortbildung“ (Diskussionsleitung: Prof. Dr. Karsten Rincke, Universität Regensburg; Autoren: Steffen Sack und Prof. Dr. Frank Lipowsky, Universität Kassel)
  • D3 – Prof. Dr. Anne Frey, Pädagogische Hochschule Vorarlberg: „Konzeption einer Fortbildung für das inklusive Unterrichten in Kooperation zwischen Hochschule und Praxis“ (Ko-Autorin: Prof. Silvia Pichler)
  • D4 – Prof. Dr. Jan-Hendrik Hinzke, Justus-Liebig-Universität Gießen: „Kooperation von Lehrer*innen und Wissenschaftler*innen: Ein (un)mögliches Unterfangen?“ (Ko-Autorinnen: Katharina Hombach, Lena Peukert und Johanna Schmidt)
  • D5 – Dr. Hans-Martin Blitz, Regierungspräsidium Freiburg: „„Natur und Mensch“ – Gymnasiale Lehrerfortbildung als Synthese von Bildlichkeit und Fachlichkeit“ (Ko-Autorin: Sybille Schick)

Weitere Informationen zu den Foren und Diskussionsforen finden Sie im Programmheft.

Begeistert waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung vom kreativen Posterslam am zweiten Tagungstag. Die Präsentierenden hatten anschließend ein Zeitfenster, um sich mit den Teilnehmenden beim Posterwalk auszutauschen und über ihre Projekte zu diskutieren. Ausgestellt wurden folgende Poster:

  • P1 – Dominique Angela Berger, Universität Regensburg: „Bildung für nachhaltige Entwicklung kooperativ gestalten – eine Lehrerfortbildung“ (Ko-Autor: Prof. Dr. Karsten Rincke)
  • P2 – Katharina Gimbel, Universität Kassel: „Nature of Science in Lehrerfortbildungen – Das Projekt Contemporary Science @ school“ (Ko-Autor*innen: M. Müller, A. Bednarek, Dr. K. Ziepprecht, Prof. Dr. J. Mayer und Prof. Dr. R. Wodzinski)
  • P3 – Dr. Patrick Blumschein, PH Freiburg: „Konzept eines modularisierten Weiterbildungssystems bis zum Master zur wissenschaftlichen Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften“ (Ko-Autorin: Beate Epting)
  • P4 – Dr. Monique Meier, Universität Kassel: „Ein Fortbildungskonzept zur Förderung der Handlungsbereitschaft zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht“ (Ko-Autorin: Marit Kastaun)
  • P5 – Stephanie Neppl, Universität Regensburg: „Perspektivenübernahme in der Physikdidaktik – Studierende kooperieren mit Lehrkräften“ (Ko-Autor: Prof. Dr. Karsten Rincke)
  • P6 – Tobias Plöger, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: „Aktuelle Forschung für die Schule – Summerschools als forschungsbasierte Fortbildungen für Lehrkräfte“ (Ko-Autorinnen: Dr. Silke Rönnebeck und Dr. Katrin Schöps)
  • P7 – Thomas Zügge, Bergische Universität Wuppertal: „Lehrendenfortbildungen kohärent gestaltet“ (Ko-Autor: Dr. Oliver Passon)
  • P8 – Johanna Lowis Donath, PH Freiburg: „StiEL – Schule tatsächlich inklusiv Evidenzbasierte modulare Weiterbildung für praktizierende Lehr- und andere pädagogische Fachkräfte“ (Ko-Autorinnen: Amelie Knoll und Jun.-Prof. Dr. Katja Scharenberg)
  • P9 – Dr. Gesine Boesken, Universität zu Köln: „Das Praxissemester in der Ausbildungsregion Köln: Institutionsübergreifende Planung und Durchführung von Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte“ (Ko-Autor*in: Lisa Lemke und Christian Friebe)
  • P10 – Jovita Lisa Brose, Berlin: „Lerntherapie in der Schule – ein funktionierendes Kooperationsmodell?“
  • P11 – Prof. Dr. Katja Kansteiner, PH Weingarten: „Konsequenzen der Fortbildungskooperation mit der Hochschule für die Entwicklung und Gestaltung Professioneller Lerngemeinschaften von Schulleiter*innen“ (Ko-Autoren: Maria Rist und Christoph Stamann)
  • P12 – Michael Felten (Köln), Initiative Unterrichtsqualität IUQ: „Lernwirksamer unterrichten – oder: Hic schola, hic salta!“

Weitere Informationen zu den Postern finden Sie im Programmheft.

Fazit & Ausblick

Die zweite bundesweite Tagung „Wieviel Wissenschaft braucht die Lehrerfortbildung? Ko-Konstruktion und Kooperation“ bot den rund 150 Teilnehmenden die Möglichkeit und den Raum zur wissenschaftlichen und praxisorientieren Auseinandersetzung mit dem Tagungsthema sowie zum Dialog mit allen für die Fort- und Weiterbildung Verantwortlichen und daran Interessierten. Die Folgetagung wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 an der Universität Regensburg stattfinden. Der Termin wird auf den Webseiten des Projekts KOLEG bekannt gegeben.

Jana Dornfeld & Dr. Martina von Gehlen

Video

Hier finden Sie  den Videomitschnitt des Grußwortes von Dr. Petra Post:

Weitere Informationen

Programmheft

Poster zur Tagung

Artikel des Projektträgers der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung

Pressemitteilung

Wie hat die Tagung gefallen?

Wir haben nachgefragt – in der App und im persönlichen Gespräch. Lesen Sie hier das Feedback der Teilnehmer*innen und Referent*innen.

Das hat mir an der Veranstaltung gefallen:

  • „Organisation top“
  • „Niveau der Diskussion und Reflexion, Wechsel von Entspannung und Anspannung, sehr gute Verpflegung“
  • „Organisation, Verpflegung, wohlwollendes Auditorium“
  • „Sehr gute Organisation. Tolle Atmosphäre, interessante Moderationen.“
  • „Personen aus den unterschiedlichsten Richtungen kennenzulernen. Neue Impulse mitzunehmen.“
  • „Kompetente Gesprächspartner, fruchtbare Gespräche, sehr nette Unterstützung bei Fragen aller Art, sehr gute Verpflegung, Gelassenheit insgesamt auf der Tagung. Gutes Publikum“
  • „Time-management, Poster, abwechslungsreiche Vorträge“
  • „Das so viele an und in Lehrerfortbildung engagierte Lehrerbildner*innen und Wissenschaftler*innen zusammen kommunizieren konnten, eine gute Basis für ko-konstruktive Projekte.“
  • „Die Teilnehmerzusammensetzung war bereichernd durch ihre Heterogenität, die Möglichkeit zum Austausch“
  • „abwechslungsreich gestaltet, mediale Begleitung, Vielfalt der repräsentierten Felder und Projekte“
  • „tolle Organisation, gute Mischung aus Input und Austausch“

„Ich bin als Referentin hier auf der Tagung und stelle Ergebnisse von einem Projekt vor, wo wir eine Lehrerfortbildung evaluiert haben. In der Lehrerfortbildung ging es um die Vorbereitung von Lehrkräften zum Umgang mit Heterogenität. Die Fortbildung hatte unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte: es ging um Teamförderung, um Diagnostik, aber auch um Fragen des Lehrens und Lernens. Und ich bin natürlich auch interessierte Zuhörerin. Ich erwarte mir von der Tagung spannende Diskurse, das Knüpfen neuer Kontakte, neue Ideen und neue Anregungen.“
Daniela Rzejak, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Lipowsky an der Universität Kassel

 „Ich bin da, weil das Thema sehr interessant ist, aber auch, weil ich heute hier referiere. Mein Thema sind die Hindernisse bei der Umsetzung von Reformen, natürlich bezogen auf Kooperation und Ko-Konstruktion, aber auch im Allgemeinen, um daraus zu lernen wie man vielleicht solche Reformen anpacken kann. Von der Tagung erhoffe ich mir Anstöße, Anregungen. Die Tagung ist sehr breit aufgestellt, die Ko-Konstruktion und Kooperation erscheint teilweise explizit in den Vorträgen, teilweise ist es doch eine sehr ferne Verbindung dazu – und eine Bereicherung der Gedanken dazu, wie wir sinnvoller ausbilden können, wie wir sinnvoll und angemessen beraten können in Schulen – ich bin selbst auch Berater – und ich hoffe auch auf Anstöße für die Wissenschaft, dass sie noch adäquater und förderlicher forschen kann.“
Prof. Peter Koderisch, Seminar für die Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften (Gymnasium) Freiburg

„Ich lasse mich sehr gerne inspirieren von den Eindrücken, die man hier bekommt. Und wir hoffen natürlich auf Feedback für unsere geplante Archäologie-Summer-School, bezogen auf unser Konzept, auf die Umsetzung und ob es da eventuell noch Verbesserungsvorschläge gibt oder auch Lob, das nehmen wir auch gerne entgegen. (…) Es geht um Wissenserkenntnis: Wie entsteht Wissen? Wo hört Wissen auf und wo fängt Spekulation an? Gerade im archäologischen Kontext. Interdisziplinär ist das, was wir vermitteln wollen, dass verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten.“
Tobias Plöger, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Lehramt mit Perspektive, Teilprojekt: Außerschulische Lernorte, Poster zweier Lehrerfortbildungen: Nanosummerschool und Archäologie, Kieler Forschungswerkstatt

„Ich bin gestern in einem Forum gewesen, in dem eine junge Frau aus Flensburg einen Vortrag gehalten hat, der für mich so mitreißend gewesen ist und auch inhaltlich so spannend, dass ich tatsächlich permanent an diesen Vortrag denke. Es war eine ganz, ganz spannende Befragung der Universität Flensburg zu Akteurinnen und Akteuren, die Fortbildungen für Lehrkräfte anbieten, deren Sichtweise darauf und deren Lernprozesse. Diesen Vortrag schaue ich mir mit Sicherheit in der Tagungsdokumentation noch einmal an. […]
Ich habe im Programm der QLB mein Bild auf den Beruf des Lehrers/der Lehrerin doch sehr sehr gewandelt, weil ich tatsächlich die Bedeutung für die Gesellschaft jetzt viel deutlicher sehe. Ich möchte, dass wirklich die Besten vor den Kindern stehen und denen das notwendige Rüstzeug mit auf den Weg geben, das sie brauchen für ihr Leben.“
Dr. Petra Post, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) – Projektträger der Qualitätsoffensive Lehrerbildung

„Das Thema ist natürlich hoch aktuell, das hier angeboten wird. Professionalisierung von Lehrerausbildung ist natürlich unser Kerngeschäft, weil wir Lehrer ausbilden. Wir sind ja sowohl in der ersten Phase der Lehrerausbildung involviert als auch als auch in der zweiten. Und jetzt kommt ja in Baden-Württemberg eine Neustrukturierung, wo jetzt Ausbildung und Fortbildung zusammen gedacht werden sollen, insofern ist das natürlich auch aus politischen Gründen sehr aktuell. Interessant war, dass man mitbekommt, was gerade erforscht wird. In der ersten Sektion einfach junge Wissenschaftler zu erleben, die wirklich aus der Forschung berichten – da kommt auch die ein oder andere Anregung mit.“
StD Wolfgang Borchardt, Ausbilder für das Fach Englisch am Seminar für die Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte in Freiburg für die Ausbildung der Gymnasialreferendarinnen und -referendare 

„Ich genieße es tatsächlich immer wieder upgedatet zu werden. (…) In seinem Forumsbeitrag hat mir Herr Koderisch sehr aus dem Herzen gesprochen: Er hat in einer sehr kompakten und konzentrierten Form über Hindernisse berichtet. Ich war viele Jahre Fortbildnerin und Schulleiterin, insofern kenne ich viele Perspektiven dieses Geschehens – es ist eben nicht so einfach, wie sich manche Akteure das vorstellen. Mir hat gut gefallen, dass er in einer sehr wertschätzenden Form die Komplexität der Hindernisse aufgezeigt und mit positiven Perspektiven verknüpft hat.“
Amanda Kanstinger, Direktorin, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg (Werkreal-, Haupt- und Realschule

„Ich finde es sehr spannend, die Menschen in die Ko-Konstruktion zu bringen, weil das für uns natürlich auch sehr wichtig ist. Unsere Multiplikatoren oder Schulberater*innen sollen ja grade in die Lage versetzt werden, das, was sie von uns bekommen, so für sich aufzuarbeiten, dass sie es dann gut an die Lehrkräfte weitergeben. Und diesen Schritt eben selbst in die Ausführung zu kommen, um es für sich zu adaptieren, es weiterzugeben und zu verändern, das ist immer so ein bisschen der Knackpunkt und deswegen finde ich das sehr spannend hier.“
Christian Baumelt, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg, Projektleiter für den Bereich der Multiplikatorenausbildung

Ich habe gesehen, dass die erste Tagung in Kassel war, das ist ja bei uns ganz in der Nähe. Da sieht man eben auch, dass da Verknüpfungspunkte sind, dass da zusammengearbeitet wird und das ist dann auch noch einmal schön zu sehen, weil wir ja auch mit dem Studienseminar in Kassel zusammenarbeiten und mit der Universität eng in Kontakt sind. Wir versuchen, Angebote, die die Uni macht, an unsere Schulen weiterzuleiten, damit man wirklich breit aufgestellt ist und schauen kann, wo sind vielleicht bestimmte Themen, die angeboten werden und die unsere Lehrkräfte gerne besuchen können. Ich habe sehr lange in der Oberstufe unterrichtet und bin jetzt wieder in die Sek I und hab so ein bisschen das Gefühl, ich muss gerade meine Rolle finden, also es ist ein ganz anderes Unterrichten. […] Also, ich habe total viele Aspekte, die hier zusammenkommen, und deshalb würde ich gerne auch überall so ein bisschen schnuppern.“
Ute Rheinhardt, Abgeordnete Gymnasiallehrkraft im Staatlichen Schulamt Bebra zuständig für Fortbildungen

 Ich erhoffe mir von der Tagung spannende neue Impulse. Es ist ja ein total spannendes Thema. Ich glaube, das Thema Lehrerfortbildung ist zentral wichtig. Wir können uns nicht immer nur um die kümmern, die in der Ausbildung sind, sondern müssen uns auch um die kümmern, die tatsächlich schon im Beruf stehen, da kommen ja unglaubliche Herausforderungen auf sie zu. Ich glaube, die Aufgabe der Hochschulen wird immer wichtiger im Bereich der Fortbildungen. Ich möchte mit schönen neuen Ideen zurückkommen in die Stiftung und vielleicht auch noch mit einer Idee für ein tolles spannendes Projekt“.
Dietmar Schnelle, Telekom Stiftung Bonn, Projektleiter im Lehrerbildungsbereich, verantwortlich für Lehrerbildungsprojekte insbesondere in der Mathematik und für das Begabtenprogramm und Stipendiaten

„Der Gedanke der Ko-Konstruktion ist jetzt nicht unbedingt etwas, was in meiner Fachdidaktik so lebendig wäre, würde ich sagen, sondern wir stehen da eher am Anfang. Deshalb finde ich es ganz interessant zu hören, wie sich das Konzept insgesamt entwickelt hat und welchen Niederschlag es bereits in verschiedenen Fachbereichen und Fachdidaktiken findet, um das vergleichen zu können und um zu schauen, wie man sich orientieren kann und wie man an der Stelle weitermachen kann. Ich denke auch, dass es vor allen Dingen im Bereich des beruflichen Lehramts etwas ist, was da sehr gut angedacht werden und weiterentwickelt werden kann.“
Prof. Dr. Anne-Marie Grundmeier, Pädagogische Hochschule Freiburg

„Ich erwarte mir von der Tagung weitere Erkenntnisse dazu, wie wir unser SINUS-Projekt noch wirksamer organisieren können. Wir sind ein kleines Projekt mit 110 Grundschulen und jetzt stehen in Baden-Württemberg große Veränderungen im Bereich der Fortbildungen an und da gilt es letztendlich nochmal zu überprüfen, ob das, was wir im Projekt die letzten fünfeinhalb Jahre gemacht haben, dem aktuellen Stand entspricht. Es ist jetzt natürlich spannend zu sehen, wo die Wissenschaft hingeht und welche Impulse wir für unser Projekt und ich für meine neue Tätigkeit mitnehmen können, wo ich künftig in Baden-Württemberg für Aus- und Weiterbildung von Grundschullehrkräften tätig sein werde.“
Wibke Tiedmann, Landesinstitut für Schulentwicklung, demnächst im Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg

„Im Moment ist es in Schleswig-Holstein so, dass die Universität relativ wenig in die Fortbildung involviert ist. Ich koordiniere es daher, verschiedene Akteure der Universität in die Lehrerfortbildung zu involvieren. Deshalb bin ich heute da, um zu schauen, wie andere Projekte und andere Standorte das machen, was die für Probleme haben und ob es eventuell die gleichen sind, die wir haben. Ob es vielleicht Lösungsansätze gibt, auf die wir noch nicht gekommen sind. Ich finde es immer spannend zu sehen, wie andere Standorte die gleiche Thematik angehen. Ich werde mich ein bisschen inspirieren lassen, von dem was kommt.“
Dr. Silke Rönnebeck, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und im Projekt der QLB für den Bereich Entwicklung von Fortbildungsangeboten zuständig

„Ich finde es sehr spannend über diese Prozesse nachzudenken, wie Forschungswissen letztlich in der Praxis ankommt und aus meiner Perspektive spielt hier die Lehrerfortbildung eine wichtige Rolle als Katalysator dieses Prozesses und diese Themen der Kooperation und Ko-Konstruktion, die da auf verschiedenen Ebenen hier vermittelt zu bekommen, das finde ich durchaus spannend. Und ich werde sicher einige Anregungen hier aus Freiburg mit nach Dillingen nehmen.“
Dr. Alfred Kotter Direktor, Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen a.d.Donau

„Wir bilden an der Universität Rostock Mentor*innen aus, die in Schulen Studierende, die in den Praxisphasen sind, betreuen und damit zwischen Schule und Hochschule stehen. Das Ziel der Qualifizierung ist, Wissenschaft und Praxis an den entscheidenden Stellen zusammenzubringen, sodass es auch für die Mentor*innen und dann auch für die Studierenden einen Effekt hat. Das ist die Aufgabe, diesen Spagat zu schaffen und da passt das Tagungsthema ja sehr gut dazu. […] Die Qualifizierung wurde schon durchgeführt und es ist ein Entwicklungsprozess, das heißt, es wird immer wieder angepasst, es werden Neuerungen mit hereingenommen […] und da kommen auch neue Elemente, wie jetzt hier Tagungseindrücke, mit hinein.“
Emanuel Nestler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock