Apps, Sensoren und Erklärvideos: MINT-Unterricht mal anders

Die dreiteilige Online Fortbildung „Endlich! Mein Dienst-Tablet ist da – und jetzt?“ fand im Mai und Juni dieses Jahres zum zweiten Mal statt. Gefördert wurde die FACE Fortbildung von der Fortbildungsinitiative „Digitale Medien im Fachunterricht“ des ZSL Baden-Württemberg. Gemäß der Initiative sollen digitale Medien im Fachunterricht nicht nur sinnvoll eingebunden werden – sie müssen für die Lernenden und Lehrenden auch einen erkennbaren Mehrwert bieten.

Durch den Einsatz digitaler Tools wie Lernplattformen, Live-Feedback-Apps, Sensoren und Erklärvideos kann der MINT-Unterricht wirkungsvoller und personalisierter gestaltet werden. Dafür ist jedoch auch ein Wandel der Lernkultur erforderlich: Apps und Tools müssen mit individuellen, forschenden, kreativen und projektartigen Arbeitsaufträgen verknüpft werden, damit ihr Potenzial ausgeschöpft werden kann. Welche Möglichkeiten es hierzu konkret gibt, erfuhren die rund 80 teilnehmenden Gymnasial-Lehrkräfte der Physik und Mathematik in der Online-Fortbildung mit Referent Patrick Bronner. Sie lernten, wie sie digitale Medien fachdidaktisch fundiert auswählen und in ihrem Unterricht einsetzen können. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass sie über ein (Dienst-)Tablet (iPad) verfügen. Eine Liste mit Apps zum Download wurde im Vorfeld zur Verfügung gestellt. Außerdem erhielten die Teilnehmenden auf Wunsch hochwertiges Begleitmaterial zur Fortbildung per Post.

Zeitgleich zur Fortbildungszeit lief die Fertigstellung unseres ersten videobasierten Selbstlernkurses zu denselben Inhalten auf Hochtouren. Dieser steht nun auf der ZELF-Website zur Verfügung.

Über ein Interaktionsboard konnten die Teilnehmenden zwischen den drei Terminen der Fortbildung diskutieren, Fragen stellen und Unterrichtsbeispiele teilen. Das Interaktionsboard und die Handouts zu den drei Modulen sind online frei verfügbar – denn der MINT-Unterricht kann sich vor allem dann weiterentwickeln, wenn Ideen und neue Konzepte geteilt werden! Dafür waren auch die Teilnehmenden sehr dankbar: „Das macht eine gute Nachbereitung möglich und erleichtert den Transfer in den Unterricht“, so ein*e Teilnehmende*r.

Die gezeigten Beispiele des Referenten Dr. Patrick Bronner sind in der Schulpraxis erprobt und curricular verortetet. Im Zentrum stand die Frage, wie die Leitperspektive Medienbildung in den konkreten Unterricht überführt werden kann. Für das Fach Physik stellte er Sensoren der Tablets und geeignete Apps zum Thema Akustik, Optik, Wärmelehre, E-Lehre und Mechanik vor. Für den Mathematik-Unterricht wurden digitale Formate wie Erklärvideos, Videoanalyse, GPS-Aufgaben und Möglichkeiten zur Lerndiagnose und Lernplattformen besprochen. Dr. Patrick Bronner führte den Teilnehmenden einige Experimente gleich live vor, wie er es im Unterricht machen würde. Nach jeder Einheit konnten die Teilnehmenden selbstgesteuert die gezeigten Tools ausprobieren oder weiterführende Artikel zum Thema lesen. Um einen ECTS-Punkt zu erwerben, können Teilnehmende verschiedene kleine Experimente mit den vorgestellten Tools durchführen und die Ergebnisse fotografisch dokumentieren sowie eine Unterrichtsidee mit digitalen Medien skizzieren. Die Ergebnisse teilen sie über das Interaktionsboard, sodass Kolleg*innen ebenfalls davon profitieren können.

Wir freuen uns über weiteren Ideenaustausch zum digitalen MINT-Unterricht, der auch durch den Selbstlernkurs vorangetrieben wird.

Aliena Kempf, Beate Epting und Dr. Patrick Bronner

 

Aus der Evaluation:

„Der Dozent war sehr hilfsbereit. Es gab viele Videos zum Nacharbeiten und tolle Materialien zum individuellen Gestalten.“

„Die stummen Videos, Lernplattformen zur Lerndiagnose, diverse vorgestellte Apps und Plattformen werde ich gut im Unterricht einsetzen können.“

„Nun habe ich Lust im Unterricht mit Sensoren und den iPads zu arbeiten und mehr schülerzentriert unterwegs zu sein.“