Sound before Sight: Musizieren mit Soundbellows, Boomwhackers und Co.

Wenn Musizieren bedeutet, zunächst eine komplexe Notenschrift und Spieltechnik zu erlernen, ist die Freude oft vorbei, bevor der erste Ton erklungen ist. Großes musikpädagogisches Potential liegt in dem umgekehrten Prinzip „Sound before Sight“: Musizieren soll vor allem Spaß machen und zum Mitmachen einladen. Mit farbcodierten Eintoninstrumenten können Grundschullehrkräfte mit ihren Schüler*innen auch ohne Notenkenntnis gemeinsam mehrstimmige Liedbegleitungen spielen. Denn Rhythmus und Klang lassen sich ganz einfach zu vielseitigen Begleitungen verbinden.

Die zweiteilige Präsenz-Fortbildung „Musizieren mit Soundbellows, Boomwhackers und Co. – Musikpädagogisches Potential von farbcodierten Eintoninstrumenten“ der School of Education FACE im Januar und Februar dieses Jahres führte die Teilnehmenden in die bunte der Welt der farbcodierten Eintoninstrumente ein. Referent Gert Balzer des Instituts für Musik der PH Freiburg zeigte, dass musikalische Bildung in der Primarstufe durch Freude und gemeinsames Spiel hürdenfrei möglich ist.

Erster Teil der Lehrkräftefortbildung „Musizieren mit Soundbellows, Boomwhackers und Co.” mit Referent Gert Balzer (Foto: Aliena Kempf)

 

Mit Alltagsgegenständen lassen sich spielerisch Töne und Rhythmen erzeugen. Aus dieser Idee heraus sind die Eintoninstrumente „Boomwhackers“ und „Soundbellows“ entstanden. Die Teilnehmenden erprobten die Spieltechnik der Instrumente und lernten die farbgestützte Notation kennen, die sich intuitiv erschließt. Zunächst wird ein Rhythmuspattern ausgewählt und durch Klatschen geübt. Im zweiten Schritt wird das Rhythmuspattern in Akkorde umgesetzt. Hier kommen die farbigen Akkordkarten zum Einsatz, die in drei verschiedenen Farben die Akkordtöne veranschaulichen. Auf diese Weise können vielseitige Begleitungen arrangiert werden – einfach und in wenigen Minuten.

Neben dem gemeinsamen Musizieren standen musikdidaktische Aspekte im Mittelpunkt der Fortbildung. Wie das Musizieren mit Eintoninstrumenten im Unterricht angeleitet werden kann, erarbeitete Gert Balzer mit den Teilnehmer*innen.

Zweiter Teil der Lehrkräftefortbildung „Musizieren mit Soundbellows, Boomwhackers und Co.” mit Referent Gert Balzer (Foto: Aliena Kempf)

Beim zweiten Termin konnten einige Teilnehmende bereits von ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von Boomwhackers, Soundbellows und Co. im Unterricht berichten. Jetzt ging es vor allem um die Praxis: Die Teilnehmenden spielten noch vielschichtigere Begleitungen, indem sie Bodyclap (Klatschen, Schnipsen, Stampfen, Patschen), Boomwhackers, Soundbellows und Klangstäbe kombinierten.

Bunte Klänge aus Klassenzimmern

Referent Gert Balzer konnte vom musikpädagogischen Potential der farbcodierten Eintoninstrumente überzeugen und zu deren Einsatz im Musikunterricht ermutigen.
Grundschüler*innen können durch die Eintoninstrumente ein Gefühl für Rhythmus und Klang entwickeln und haben Freude am gemeinsamen Musizieren. Das ist zugleich die Grundlage für das Erlernen schwierigerer Stücke und Instrumente.

Soundbellows – diatonisches Basic-Set (Foto: Gert Balzer)

 

Aus der Evaluation:

  • Herr Balzer konnte Mut machen und seine Freude am Musizieren übertragen!“
  • „Die Fortbildung hatte einen großen praktischen Nutzen. Es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre – das war toll.“
  • „Die kreativen Einsatzmöglichkeiten haben mir gefallen. Der Aufbau der Musikpartitur mit den Farben ist einfach und “gleich” (ohne großen Aufwand) umsetzbar.“